Wir kämpfen für eine Katzenschutzverordnung

Warum sind wir überzeugt, dass eine Katzenschutzverordnung her muss? Zunächst einmal, weil der Flut und dem wachsenden Elend der verwilderten Katzen weiter zuzusehen und nichts zu tun gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Dort heißt es in Artikel 1: "Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."
 
Die laufenden Kastrationen von Katzen durch die Tierschutzvereine allein reichen einfach nicht mehr aus, um die Population einzudämmen. Die Liste der Gefahren für Tier, Mensch und Umwelt, die durch die Streunerflut entstehen, ist lang:
 
  • Zunehmende Durchseuchung sowie Qualen kranker oder verletzter Katzen
  • Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch Fütterungsverbote
  • Leid für nicht artgerecht lebende scheue oder verwilderte Hauskatzen
  • Störender Einfluss auf die Umwelt, das natürliche Gleichgewicht und die Artenvielfalt
  • Verstoß gegen das EU-Abkommen zum Schutz der Heimtiere
  • Moralische und hygienische Belästigung der Bevölkerung
  • Gefährdung des Straßenverkehrs
  • Streunende Katzen können Infektionen und Parasiten auf Menschen und Haustiere übertragen
  • Finanziell und emotional unzumutbare Belastung für aktive Tierschützer, die sich vergeblich um die Reduktion der Populationen bemühen
  • Überfüllte Tierheime und Pflegestellen in Vereinen
 Zur Gefahrenabwehr muss deshalb in den Verordnungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung folgende Vorschrift verankert werden: Katzenhalter dürfen ihren Tieren nur Freigang gewähren, wenn diese kastriert und durch Tätowierung oder Chip gekennzeichnet sind.
 
Was wird besser durch eine Verordnung?
Wir sind nicht weltfremd – die Katzenschutzverordnung wird das Streunerelend nicht von heute auf morgen beseitigen. Aber Katzenhalter würden endlich in die Pflicht genommen, ihre Katzen kastrieren zu lassen. Wir Tierschützer müssten nicht mehr endlose Diskussionen mit Katzenbesitzern führen, denen sowieso egal ist ob ihre Katze Nachwuchs in die Welt setzt und was aus diesem wird. Und wir hätten wesentlich mehr Handlungsspielraum und Rechtssicherheit. Denn nach aktueller Gesetzeslage stehen wir bei unseren Kastrationsaktionen praktisch ständig „mit einem Bein im Knast“: Erwischen wir ungewollt die unkastrierte Katze eines Katzenhalters und können sie mangels Kennzeichnung nicht zuordnen, werden wir für die Kastration des Tieres im schlimmsten Fall noch haftbar gemacht: Wegen Sachbeschädigung!
 
Auch die unsere dauerklammen Städte und Gemeinden würden von der Katzenschutzverordnung übrigens sehr profitieren: Die Vorschrift zu erlassen, kostet keinen Cent. Sie spart aber mittelfristig sehr viel Geld, das die öffentliche Hand bisher für herrenlosen Katzen ausgeben musste. 
 
Stand der Dinge in Stuttgart 
In Stuttgart betreiben wir seit Jahren intensiv Lobbyarbeit für eine kommunale Katzenschutzverordnung. Bisher leider erfolglos. Dass andere Städte schon entsprechende Verordnungen eingeführt haben und ermutigende Erfahrungen machen, wird in Stuttgart bisher nicht gesehen.
 
So bleibt uns nichts, als weiterhin zu „nerven“ und auf  Gehör bei der Stadtverwaltung zu hoffen. Wir sensibilisieren die Bürger für das Problem. Wir suchen den Schulterschluss mit anderen Tierschützern wie PETA und dem Landestierschutzbund. Wir sind es den vielen herrenlosen Katzen, die unter schlimmen Bedingungen leben, einfach schuldig, weiter auf eine Katzenschutzverordnung zu pochen.
 
Bundesweite Kastrationspflicht
Die Katzenhilfe Stuttgart unterstützt die Interessengemeinschaft „Pro Katzenschutzverordnung“, die sich für eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht aller Freigängerkatzen einsetzt. Bitte helfen Sie uns bei diesem Kampf durch Ihre Unterschrift. Unter der Internetadresse http://www.ksvo.de.vu finden Sie nicht eine Unterschriftenliste der Interessengemeinschaft „Pro Katzenschutzverordnung“.

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Mittwoch, September 6, 2017 - 19:30
 
Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

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