Helgas Katzenpost

 

Nr. 305: Fensterplatz

Scheue Katzen und solche, die beim Freilauf schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben, wagen sich nicht aus dem Haus, oft auch nicht auf den Balkon. Ihnen genügt es, die große Welt draußen von einem gemütlichen Fensterplatz zu beschnuppern, zu hören und zu betrachten. Für ihre Tagesschau haben sie meistens bestimmte Zeiten und ziehen sich danach zufrieden wieder in die vier Wände zurück.

Wer keinen Balkon hat, kann auch ein Fenster katzensicher machen lassen. Verschiedene Herstellen bieten erweiterte Brüstungen für Fenster an, die sich nachträglich einbauen und vergittern lassen, damit Mieze ihren eigenen, winzigen Balkon bekommt.
 

Nr. 304: Zu viele Katzen?

Katzen sind so zauberhaft, dass so mancher einfach nicht genug davon haben kann. Es gibt sicher keine Probleme, wenn alle ausreichend Platz zum Ausweichen haben, sich vertragen und keine Fraktionen bilden. Wichtig ist allerdings, dass die Menschen den Überblick behalten und keines der Tiere von den anderen gemobbt wird, sie es also weder zum Futternapf noch ins Katzenklo lassen.

Gerade Zahlen und gleich viele kastrierte Weibchen und Kater sollen sich bei der Mehrkatzenhaltung bewährt haben. Sind die Kätzinnen in der Überzahl, können sie gegeneinander äußerst zickig werden und zu viele Kater bedrängen die Mädels. Ob es stimmt, ist allerdings nicht bewiesen, denn berechenbar sind unsere Samtpfoten nicht!
 

Nr. 303: Kater haben es oft nicht leicht

Wenn freilebende Katzen (Streuner, Bauernhof usw.) rund sieben Monate alt sind, verscheucht der Vater seine Söhne und betrachtet sie als Rivalen und Feinde. Meistens ziehen sie ziellos umher, bis sie genügend Kraft und Selbstbewusstsein haben der Verteidiger und Kindsvater einer Kolonie zu werden. Das soll aber nicht heißen, dass sie nicht inzwischen erfolgreich auf Brautschau gehen!! Die weiblichen Kätzchen dürfen bleiben, weil sie zunächst Ammen und Beschützer der Katzenkinder sind.

Die meisten betreuten „Hauskater“ und viele Jungkätzchen sind in diesem Alter bereits kastriert und bleiben verspielte halbe Kinder. Die Kater sind sogar gesellig.
 

Nr. 302: Schneckenkorn

Der Sommer naht und auch die Schnecken. Gartenbesitzer holen sich schon einen Vorrat an Schneckenkorn. Aber nicht nur das am häufigste verwendete, hochgiftige Mittel, sondern auch einige Bio-Schneckenbekämpfungsmittel sind für Katzen hochgefährlich! Sie schmecken angenehm, deshalb schlagen die Geschmacksnerven auch keinen Alarm. Lesen Sie vorher genau die Packungsbeilage, bevor Sie sich für ein Gift entscheiden.

Bei den ersten Vergiftungssymptomen – Zittern, starkem Speicheln, Sabbern und krampfartigen Erbrechen – müssen Sie den Tierarzt aufsuchen und Ihren Verdacht mitteilen. Durch Magenauspumpen und Erbrechen kann er die Wirkung reduzieren.
 

Nr. 301: Katzentatzen

Auf steilem oder abschüssigem Gelände lassen Katzen ihre Krallen im Schaft. Sie vertrauen dann auf die rutschfesten, dickhäutigen Ballen, denn die haften auch sicher auf glattem Untergrund. Auf schmalen Zaunlatten laufen sie deshalb genau so sicher, wie sie – natürlich mit genügend Anlauf – eine senkrechte Mauer mit Tempo erklimmen, ohne abzurutschen. Alle nordischen Rassen haben zusätzlich noch dicke Haarbüschel zwischen den Zehenballen und können so auf Gletschereis genau so sicher laufen, wie im tiefen Schnee. Die Fellbüschel wirken wie Schneeschuhe.
 

Nr. 300: Der Lieblingsplatz?

Aus unerklärlichen Gründen wechseln Katzen in unregelmäßigen Abständen ihre geliebten Ruheplätze. War gerade noch der Kuschelkorb an der Heizung super, ist es jetzt das weiche Kissen im Regal und morgen vielleicht ein Sessel. Gut, wenn Sie für eine große Auswahl gesorgt haben, denn Mieze besetzt auch gern den Einkaufskorb, macht es sich im Schrank oder auf der Wäsche – egal ob frisch oder gebraucht – bequem. Ein neues Plätzchen findet sie immer.

Gerade nicht benötigte Liegeplätze sollten Sie nicht beseitigen oder ersetzen. Es kann sehr gut sein, dass Ihre Samtpfote sie zwar jetzt verschmäht, in einigen Wochen aber wieder auf den Geschmack kommt und zu ihrem „Ex-Favoriten“ zurückkehrt.
 

Nr. 299: Wunderwerk Katzenzunge

Die Zunge ist eines der besten Werkzeuge der Katze. Durch die kleinen Widerhaken wirkt sie beim Putzen wie eine kurze Bürste, die abgestorbene Haare aufnimmt und Staub wie auch Schmutz entfernt. Die Geschmacksknospen am Rand dienen dem blitzschnellen Erkennen von guter und schlechter Nahrung. Schließlich ist die ausgestreckte Zunge auch ein Feuchtigkeitsspender an die Umgebung.

Wenn Miezen trinken, schaufelt die Zunge das Wasser ins Mäulchen und zwar so schnell, dass der Wasserfluss nicht abreisst. Sie nehmen mit einem Schluck dadurch mehr Wasser auf, als die Zunge erfassen kann.
 

Nr. 298: Löwenmutter!

Bis ihre Babys zwölf Wochen oder aus dem Haus sind, zeigt die Katzenmutter volle Verantwortung. Mit Gurrlauten lockt sie ihre Kleinen aus der Gefahrenzone und zögert auch nicht, sie am Genick zu packen und wegzuschleppen, wenn sie nicht willig sind. Sie hilft sogar notfalls mit kleinen Bissen nach. Umgekehrt behalten die Welpen auch ihren besonderen Hilfeschrei bei, bis sie von der Mutter getrennt werden.

Freilebende Straßen- und Bauernkatzen ziehen oft viermal mit ihren Kindern um. Die Kinderstube suchen sie noch während der Trächtigkeit und erproben sie auch einige Tage und Nächte, bevor sie sich entscheiden.
 

Nr. 297: Warum verscharren Katzen ihren Kot?

Wissenschaftler fanden heraus, dass sie das nur innerhalb ihres engen Reviers tun. Außerhalb, da, wo auch andere Katzen sich verewigen, lassen sie ihre Häufchen einfach liegen und trollen sich. Die Forscher schlossen daraus, dass Katzen nicht mit Kot ihre Reviergrenzen markieren – so wurde früher angenommen – sondern die Exkremente tatsächlich aus hygienischen Gründen verscharren.

Zur Zeit steht auch das „Markieren“ der Grenzen mit Urin auf dem Prüfstand. Viele Forscher glauben inzwischen, dass es nur der Nachrichtenübermittlung dient. Es soll den anderen Artgenossen zeigen, wer hier wohnt und ob ein Kontakt sich lohnt. Bei Wohnungskatzen sieht das aber sicher anders aus!
 

Nr. 296: Erfahrungen

Die meisten Kätzchen kommen mit ungefähr sechs Monaten in die Pubertät und scheinen damit alles vergessen zu haben, was sie zuvor gelernt haben. Sie wagen sich an Beute, vor denen die Mutter sie gewarnt hat, gehen frech auf andere Katzen zu, deren Revier sie vorher respektierten und beziehen dabei auch Prügel. In dieser Phase verändert sich der Gesichtsausdruck. Er wirkt jetzt reifer und erwachsener.

Pubertierende Katzen geben uns jetzt viele Rätsel auf, denn sie sind besonders launisch, verschmähen ihr Lieblingsfutter und suchen sich neue Schlafplätze. Warten Sie ab, in kurzer Zeit gibt sich das wieder.
 

Nr. 295: Verstehen sich Jung und Alt?

Beinahe ein Drittel aller Zweitkatzen sollen als Welpe zu einer älteren Katze eingezogen sein. Wer keine zwei Katzen gleichzeitig zu sich nimmt, scheint damit richtig zu liegen, denn die Kleinen orientieren sich an den Älteren und nehmen Fauchen oder einen Klaps nicht krumm. Sie kennen das bereits von der Mutter und den Geschwistern. Die Älteren bleiben Chef, das scheint ihnen meistens zu genügen. Einer sehr alten Katze sollte man jedoch kein Kitten zumuten.

Eine erwachsene Katze als Zweite mit einer bisherigen Single-Katze zu vergesellschaften ist schwieriger und braucht genau so viel Geduld wie Platz. Beide müssen sich gegenseitig ausweichen können, bis sie sich von selbst einander annähern.
 

Nr. 294: Fremde unerwünscht!

Wer das Vertrauen einer scheuen Katze, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, erringen kann, darf stolz auf sich sein. Oft zeigen gerade diese Miezen ihre Liebe nur einer einzigen Person und bleiben lebenslang misstrauisch oder sehr reserviert gegenüber Fremden. Kommt Besuch, sind sie verschwunden und lassen sich weder durch Leckerlis noch Spielzeug aus dem Versteck locken.

Tierarztbesuche sind für diese Sensibelchen eine kleine Katastrophe. Ein leichtes Beruhigungsmittel kann diesen Stress erträglicher machen. Bitte aber vorher ausprobieren, denn nicht alle Katzen reagieren auf alle Mittel gleich! Manchmal verstärkt sich die Erregung noch.
 

Nr. 293: Platzangst?

Kein Gefäß ist zu klein, um nicht Höhle zu sein. Wie oft bleiben Hunde in Höhlen stecken und müssen gerettet werden. Unsere Samtpfoten schützt der fantastische Tastsinn in den Haarspitzen vor einem solchen Malheur. Sie können nämlich problemlos auch rückwärts aus einer Luke herauskriechen, wenn ihnen der Weg nach vorn versperrt ist. Deshalb geraten sie auch auf engstem Raum nicht in Panik, sondern fühlen sich eher geborgen.

Kartons, in die Sie Öffnungen schneiden, sind das preiswerteste Spielzeug für Katzen überhaupt. Achten Sie darauf, dass keine Metallklammern oder Nägel herausstehen und entfernen Sie Plastik- und Alufolienteile.
 

Nr. 292: Katzenbesuch

Meist sind es die Nachbarn, die sich über den regelmäßigen Besuch freuen, oft aber besuchen Freigängerkatzen auch Menschen, die mehrere Häuser entfernt wohnen. Ihre Familie ahnt nicht, dass Mieze ein oder sogar mehrere Domizile hat. Hier holt sie sich etwas Futter, dort Streicheleinheiten und bei Dritten hält sie vielleicht ihr Schläfchen. Manchmal erfahren die Besitzer nie etwas vom Doppelleben ihres kleinen Tigers, oft durch Zufall.
Falls Sie Ihre Samtpfote verdächtigen „außerhäusig“ zu sein, rüsten Sie sie am besten mit einem Halsband mit Nachricht an den unbekannten Katzenfreund aus. Bitten Sie darum Ihre Katze nicht zu füttern, damit sie nicht zu dick wird.
 

Nr. 291: Schmusen ist erlernt

Katzen werden nicht als Schmuser geboren! Sie lernen es bei den Menschen, bei denen sie groß werden. Werden die kleinen Miezen oft auf den Schoß genommen und gestreichelt, suchen sie auch später von sich aus intensiven Körperkontakt und bieten sich zum Schmusen an. Sie lassen sich dann gern hochnehmen und herumtragen. Kätzchen, die im ersten halben Jahr keinen engen Menschenkontakt hatten, tun sich schwerer.

Auch Menschen als Spielpartner zu akzeptieren lernen sie in ihrer Jugend. Wenn sie niemals gemeinsam oder mit dem Menschen gejagt oder getobt haben, spielen sie zwar auch, aber lieber für sich allein.
 

Nr. 290: Warnruf

Der bekannte Katzenforscher Paul Leyhausen fand heraus, dass Katzemütter einen Warnruf haben, den ihre Kinder genau verstehen. Sie locken die Babys zur Beute, wenn diese harmlos oder schon tot ist. Sie signalisieren Gefahr bei Tieren, mit denen ihre Kinder besser nicht spielen sollen, zum Beispiel bei ausgewachsenen Ratten. Die kleinen Kätzchen behalten ihre Scheu vor allem, was mit Warnruf bedacht wurde, lebenslang bei.

Beim Kontakt zu Menschen funktioniert der Warnruf einer scheuen Mutter bis etwa zur zwölften Lebenswoche, so Leyhausen, danach teilen sich die Kleinen in Neugierige, die den Menschenkontakt trotzdem suchen und Ängstliche, die ihn sehr lange, oft sogar immer meiden.
 

Nr. 289: Mein Haus, mein Garten!

Eine Einzelkatze, die Freigang hat, faucht unbekannte Katzen, die in ihr Revier eindringen oder es kreuzen, meistens nur drohend an und lässt sie dann ziehen. Ein eingeschworenes Katzenteam dagegen hält die Umgebung um ihr Zuhause katzenfrei. Fremde Katzen, die sich in das fremde Revier wagen, müssen einen großen Bogen um die schlagkräftigen Zwei machen und werden mit wütenden Hieben verfolgt.

Nach so einer Verfolgungsjagd putzen sich die Sieger ausgiebig, markieren mit den Pfoten schnell einen Grenzpfahl, um sich anschließend hochzufrieden und gut sichtbar mitten in ihr Revier zu legen.
 

Nr. 288: Meine Katze dick?

Fragt man einen Katzenhalter, ob seine Katze die Idealfigur hat, anwortet jeder zweite mit einem entschiedenen „Ja“. Allerdings hält die Realität nur bei einem Drittel der Fälle stand. Alle anderen Miezen wurden so sehr geliebt, dass ihre Halter die birnenförmige Figur und die Speckfalten am Bauch einfach übersahen. Darauf aufmerksam gemacht meinten sie: „Aber es steht ihr eigentlich ganz gut“.

Diese Studie stammt aus den USA, doch dürften die Ergebnisse bei uns ganz ähnlich sein. Bei einer Umfrage gaben insgesamt nur 16% an, dass ihre Katze übergewichtig ist, 45% hielten sie für rank und schlank.
 

Nr. 287: Gewusst?

Unter allen Haustieren hat nur die Katze eine Sonderstellung. Obwohl sie schon vor 7.000 Jahren mit den Menschen lebte (Ägypten) und gefüttert wurde, wurde sie niemals zu Diensten gezwungen. Allerdings wurde sie als Mäuse- und Rattenfänger immer geachtet, doch anerziehen ließ sich das nicht.

Bis heute sind Katzen gern bei uns Menschen, lassen sich jedoch zu nichts zwingen. Vermutlich deshalb hatten wir nie Interesse daran, Extreme zu züchten, wie sie bei Hund, Huhn, Rind, Pferd und Schaf üblich sind. (Ausgenommen der Qualzucht der Perserkatzen). Es gibt keine Giganten oder Zwerge, auch jede Rassekatze gleicht immer noch der Urahnin.
 

Nr. 286: Keine Blitzdiät!

Wenn Ihre Katze abspecken muss, soll das langsam und ausgewogen geschehen. Blitzdiäten oder Hungerkuren erzeugen bestenfalls den JoJo-Effekt. Es können schlimmstenfalls ernste Gesundheitsstörungen hervorgerufen werden, denn Katzen sollten nie einen Tag ohne Mahlzeit bleiben. Es gibt Spezialfutter, Sie können aber auch die gewohnte Kost um ein Drittel pro Tag reduzieren und auf Leckerle nebenbei verzichten.

Teilen Sie die Diättagesration – wenn möglich – auf viele kleinere Portionen auf, dann ist Mieze niemals ausgehungert und ihr Magen gewöhnt sich an kleinere Mengen. Zusätzliche Bewegung bescheunigt den Erfolg!
 

Nr. 285: Küsschen

Es ist die übliche Begrüßung zweier befreundeter Katzen. Man trifft sich und stupst die Nase gegen die der anderen Mieze. Oft war es das dann schon und beide gehen ihrer Wege. Manchmal leckt auch einer der Feunde noch kurz über das Gesicht des anderen. Doch immer bedeutet das Küsschen eine kurze Bestätigung der Zusammengehörigkeit.

Diese kurzen Küsschen sind bei vielen Tierarten bekannt und es ist anzunehmen, dass sie aus der gegenseitigen Geruchskontrolle entstanden. Miteinander lebende Tiere nehmen mit der Zeit einen einheitlichen Nestgeruch an, der als Freundschaftsmerkmal dient.
 

Nr. 284: Die verrückten fünf Minuten

Wer hat das nicht schon oft erlebt: Eben noch sanftmütig schnurrend oder dösend springen sie plötzlich auf, rasen durch die Wohnung oder den Garten, erklimmen in Riesensätzen den Kratzbaum oder den Schrank, stoppen plötzlich und sausen weiter – über Sessel und Tische, bis sie tatsächlich außer Atem sind. Jetzt schnell hektisch putzen und den Spuk beenden. Die aufgestaute Energie hat sich entladen.

Auslöser für diese verrückten Minuten kann ein Traum sein, ein Geräusch oder manchmal auch das eigene Spiegelbild. Leben mehrere Katzen zusammen, lassen sich schnell alle zum übermütigen Spielen animieren.
 

Nr. 283: Leben Wohnungskatzen länger?

Wissenschaftler stellten fest, dass Wohnungskatzen fünf Jahre älter als ihre Freilaufgenossen werden. Nicht, weil sie schlechter versorgt werden als die Indoor-Katzen, sondern weil in den ersten zwei Jahren zu viele Verkehrsopfer oder von Seuchen heimgesucht werden und damit die Statistik drücken. So soll eine Freilaufkatze, die die ersten beiden Lebensjahre übersteht, die gleichen Chancen haben wie eine Wohnungskatze.

Elf Jahre beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von Freigängern, sechzehn Jahre die der Wohnungskatzen. Zwanzig Jahre alte Tiere sind heute keine Seltenheit mehr, dank besserer Ernährung und Gesundheitsvorsorge.
 

Nr. 282 - Kontaktaufnahme

Direkt auf sie zugehen mögen Katzen nicht. Sie schätzen es mehr, wenn der Mensch ruhig wartet, ob sie Kontakt aufnehmen möchten oder nicht. Noch mehr Chancen auf eine schnelle Freundschaft hat, wer auf die Knie geht und die Katze auf Augenhöhe mit leiser Stimme anspricht, sich aber nicht weiter nähert. Das haben wissenschaftliche Tests gezeigt mit verschiedenen Personen und ihnen unbekannten Miezen.

Interessant: weil bei diesen Tests Männer und Kinder entschlossen auf die Katzen zugingen, Frauen dagegen sehr oft auf den Boden gingen und von dort aus mit der Samtpfote sprachen, wandten diese sich zuerst den weiblichen Personen zu.
 

Nr. 281: Lebensfreude

Wenn der Übermut sie überwältigt, springen Jungkatzen wild durch die Gegend, starten Scheinattacken gegen Blätter und Schmetterlinge und laufen mit sich selbst um die Wette. Erwachsene Katzen zeigen ihre überströmende Lebensfreude gemäßigter. Sie wälzen sich genüsslich auf warmem Untergrund, reiben ihr Köpfchen am Boden und gähnen, was fast wie ein Lachen aussieht.

Lachen mit offenem Mund, wie wir Menschen das tun, ist bei Tieren unüblich. Freude und Sympathie zeigen unsere Miezen ganz auf ihre Art, nämlich durch Körperkontakt. Deshalb empfinden sie unser Streicheln auch als angenehm und als Zeichen dafür, dass wir sie lieben.
 

Nr. 280: Achtung Kampfkatze!

Katzen scheuen den direkten Kampf mit gleichstarken oder stärkeren Lebewesen. Bevor es dazu kommt, versuchen sie eine Konfrontation abzuwenden. Da wird das Fell aufgeplustert, so dass die meisten Haare senkrecht stehen und einen imposanten Körper vorspiegeln. Der Schwanz wird zur Bürste und die messerscharfen Zähne lassen sie beim Fauchen sehen. Wer dann nicht den Rückzug antritt, bekommt die Krallen zu spüren.

Man sieht der Mieze bei einem Angriff an, ob sie siegessicher oder verzweifelt ist. Gespitzte Ohren und Augen, die den Gegner fixieren, zeigen, dass sie sich stark fühlt. Angelegte Ohren und halbgeschlossene Augen sind eine Defensivhaltung.
 

Nr. 279: Vertrauenssache

Die Sicherheit im eigenen Heim geht unseren Katzen über alles. Den Menschen und Tieren, mit denen sie leben, vertrauen sie und vergessen darüber ihre angeborene Vorsicht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie dieses Urvertrauen nicht ins Wanken bringen. Wenn zum Beispiel ein Besucher kommt, der die Mieze sehen will, die sich auf die oberste Ebene des Kratzbaumes geflüchtet hat, sie herunter holt und präsentiert, erschüttert die Katzenseele zutiefst.

Wenn Ihre Katze Fremden gegenüber misstrauisch ist, respektieren Sie das. Haben Sie einen Tierarzt der Hausbesuche macht und den die Katze hasst, verzichten Sie darauf, damit sie sich weiterhin sicher fühlt.
 

Nr. 278: Toxoplasmose – Gefahr für das Baby?

Es ist verständlich, dass werdende Mütter sich Sorgen um ihr Ungeborenes machen und jede Gefahr ausschalten wollen. Dabei ist aber die eigene Mieze keine, auch wenn sie theoretisch Überträger der Toxoplasmose sein könnte. Wenn die schwangere Frau schon eine Toxoplasmose-Infektion hinter sich hat - und das haben mehr als 70 % - sind weder sie noch das Kind gefährdet. Das kann man übrigens untersuchen lassen. Aber auch im anderen Fall kann die Katze bleiben.

Die Erreger werden über den Kontakt mit älterem Katzenkot übertragen. Tägliches, gründliches Reinigen des Katzenklos und Verzicht auf Gartenarbeiten während der Schwangerschaft beugen dem vor. Gefahr droht dann nur noch durch den Genuss von rohem Fleisch.
 

Nr. 277: Katzenwäsche?

Vom Schwanz bis zur Nasenspitze putzt sich jede Katze mindestens einmal am Tag. Fünfzehn Minuten kann diese Vollwäsche dauern. Stellen, die die Zunge nicht erreichen kann, werden mit den Pfotenballen gesäubert. Zuerst wird der Ballen mit der Zunge befeuchtet, dann fahren diese über den Kopf, in die Ohrmuscheln, anschließend wird die Pfote noch einmal befeuchtet. Der Wäsche folgt die „Pediküre“, wobei die Miezen die hinteren Krallen selbst kürzen.

Katzen, die unter Übergewicht oder Arthrose leiden, und sehr alte Tiere, benötigen unsere Hilfe beim Putzen, denn sie können nicht mehr alle Körperregionen erreichen. Mit einen feuchten Schwamm oder nassen Kamm geht das recht gut.
 

Nr. 276: Was verraten die Schnurrhaare?

Aus den Schnurrhaaren können Sie erkennen, ob Ihre Katze entspannt oder aufgeregt ist, ob sie Angst hat oder voller Neugier ist. Sind sie eng an die Backen angelegt, will Mieze in Ruhe gelassen werden oder sie fühlt sich bedrängt. Stehen sie seitlich weg und sind aufgefächert, zeigt sie damit Aufmerksamkeit. Je weiter der Fächer ist, desto größer die Erregung. Nach vorne gerichtete Schnurrhaare verraten gespannte Konzentration.

Je ruhiger eine Katze ist, desto enger stehen die Haare beieinander, manchmal hängen sie leicht nach unten und signalisieren absolute Entspannung.
 

Nr. 275: Beuteschema?

Welche Beute schmackhaft, welche wehrhaft und von welcher sie die Pfötchen lassen sollen, lernen junge Kätzchen von ihrer Mutter. Die Mama hat für die richtige Beute einen eigenen Lockton, mit einem anderen Laut warnt sie vorsichtig zu sein. Einen Alarmruf hat sie zum Beispiel für Schlangen oder Raubvögel. Die meisten Katzen halten sich ein Leben lang an diese mütterlichen „Ratschläge“.

So schauen viele Katzen Vögel, die ihnen vor die Nase fliegen, nicht einmal an, weil sie in der Kindheit davor gewarnt wurden. So soll es auch Katzenfamilien geben, die sich ausschließlich auf bestimmte Beutetiere spezialisiert haben.
 

Nr. 274: Besondere Gerüche

Auch Katzen verbinden bestimmte Geruchszusammensetzungen mit einer Erinnerung – wie wir Menschen auch. Am tiefsten und nachhaltigsten berührt sie der Nestgeruch, der Duft ihrer frühesten Kindheit. Ihre Mutter gibt ihn über die Haut, besonders an Kinn, Flanken und Pfoten ab. Für die Kleinen bedeutet das Geborgenheit und Sicherheit, deshalb erinnern sie sich lebenslang daran.

Die synthetische Nachbildung dieses Nestgeruchs, den Sie über die Steckdose verströmen lassen können, gibt es beim Tierarzt und in manchen Apotheken. „Feliway“ wirkt aufmunternd bei verängstigten und beruhigend bei sehr scheuen Katzen.
 

Nr. 273: Kräfte sparen

Katzen sind keine Langläufer, deshalb hetzen sie ihre Beute auch nie. Clever wie sie sind, investieren sie keine Energie um satt zu werden, wenn es sich nicht rentiert. Da ihre Beutetiere klein sind, gehen sie sparsam mit ihrer Kraft um. Sie wissen nämlich aus Erfahrung, ob sie überhaupt eine Chance haben, einen Vogel, der auf einem Ast sitzt, zu erbeuten. Wenn nicht, bleiben sie einfach liegen und warten auf eine bessere Gelegenheit

Weil ihre Beute so klein ist, jagen und verzehren Katzen sie allein. Sie jagen auch nie zu zweit oder in der Gruppe. Ihre Opfer fressen sie sofort oder an einem sicheren Ort, sie vergraben oder verstecken sie nicht und legen auch keine Reserven an.
 

Nr. 271: Redensarten

So, wie die“ Katzenwäsche“ als Redensart fälschlicherweise eine flüchtige Körperreinigung meint, führt auch der „Katzensprung“ in die Irre. Denn würden wir uns putzen wie eine Samtpfote, müssten wir uns mindestens zweimal am Tag von Kopf bis Fuß reinigen und außerdem zwischendurch immer wieder kurz waschen. Bei einem Katzensprung überwindet Mieze eine Entfernung, die viermal so weit ist, wie sie selbst lang ist.

Viele dieser Redensarten stammen aus der Zeit nach dem Mittelalter, als Katzen nichts wert waren und geringgeschätzt wurden. So gilt auch der „Katzentisch“ als ein Nottisch, die „Katze im Sack“ und die „die man aus dem Sack lässt“ als schlechter Kauf.
 

Nr. 272: Alt und plötzlich allein

Für Katzen, die zehn und mehr Jahre in der Obhut eines Menschen verbracht haben, ist es ein fürchterlicher Schock, wenn dieser vertraute Mensch ins Altersheim muss und sie nicht mitnehmen kann oder gar stirbt. Mit dem Trubel und der Unruhe im Tierheim kommen sie kaum zurecht. Leider bestehen auch wenig Chancen auf Vermittlung. Deshalb werden immer wieder dringend Plätze für diese verzweifelten Senioren gesucht.

Auch wenn man nicht gern daran denkt, dass die Uhr irgendwann abgelaufen ist, ist eine Vorsorge für Ihr Tier über ein Testament eine Beruhigung und sichert Ihrer Katze einen Pflegeplatz für alle Fälle.
 

Nr. 270: Zuerst abwarten!

Spontane Entschlüsse sind nichts für unsere Samtpfoten. Bei Entscheidungen setzen sie zuerst auf ihre Erfahrungen in ähnlichen Situationen. Ist etwas völlig neu für sie, warten sie erst einmal ab. Für ungeduldige Menschen kann das ganz schön nervig sein, denn so verfährt eine vorsichtige Mieze auch mit einem neuen Spielzeug oder Kuschelkörbchen. Sie stürzt sich nicht begeistert drauf, sondern lässt sich Zeit.

Je mehr positive Erfahrungen eine Katze bei einer Aktion gemacht hat, umso eindeutiger, schneller und häufiger reagiert sie gleich. Das können Sie sich bei der Erziehung zunutze machen, in dem Sie erwünschtes Verhalten belohnen.
 

Nr. 269: Mein Napf!

Mein Schälchen, dein Schälchen, schön wäre es, würden sich Katzen danach richten. In aller Regel gibt es eine Mieze, die schneller und gieriger frisst und dann die Mitkatze mit den besseren Tischmanieren vom Napf vertreibt oder eiskalt deren Portion mit vertilgt. Die beste Lösung ist, voneinander unabhängige, räumlich getrennte Futterstellen oder Essen unter Aufsicht und gegebenenfalls mit Eingreifen.

Bei mehreren Katzen ist es immer vom Vorteil, wenn jede ihre eigene Schüssel hat und auch nur dort gefüttert wird. Es könnte sein, dass sie einmal eine Diät machen müssen oder Medikamente im Futter benötigen. Man kann, mit etwas Geduld, die Samtpfoten daran gewöhnen.
 

Nr. 268: Wach- und Schlafphasen

Acht Stunden, in denen erwachsene Katzen aktiv sind, verbringen sie niemals am Stück mit „Arbeit“. Wach- und Schlafphasen wechseln kontinuierlich ab. Bis etwa zum zweiten Lebensjahr schlafen die kleinen Tiger weniger und in viel kürzeren Phasen. Wenige Minuten Tiefschlaf genügen und sie haben wieder Kraft. Bei Oldies sind zwanzig Stunden pro Tag nicht selten.

In Maßen können Sie Wach- und Schlafphasen lenken, in dem Sie nach einer Spielperiode ein bisschen Futter spendieren. Dann signalisiert der Körper: Jagd ist gelungen, Beute ist verzehrt, ein Erholungsschläfchen ist jetzt angesagt.
 

Nr. 267: Haarausfall bedenklich?

Es ist normal, dass Katzen ganzjährig Haare verlieren und auch dass es Perioden gibt, in denen sie stärker haaren als sonst. Wenn sich aber am Körper unbehaarte Stellen zeigen, der Haarausfall runde Flecken auf dem Körper hinterlässt oder die Mieze sich kahl leckt, steckt meistens eine Krankheit dahinter: Von Allergie bis Pilz ist alles möglich, weshalb Sie unbedingt den Tierarzt aufsuchen sollten. Bei älteren Katzen kann der Haarausfall auch hormonell bedingt sein. Wenn der Tierarzt keine krankhaften Ursachen findet, könnte es sich um eine Allergie handeln, die zu erforschen und behandeln allerdings langwierig ist.
 

Nr. 266: Blickkontakt!

Sehr direkt in die Augen schauen gilt in Samtpfotenkreisen als unhöflich und provozierend. Dem Menschen gegenüber sehen unsere Miezen das nicht so eng. Im Gegenteil: Wenn sie etwas wollen, verfolgen sie ihren Dosenöffner so lange mit den Augen, bis dieser sich ihnen zuwendet und fixieren ihn dann. Das klappt meistens. Wir überlegen, was kann sie von uns wollen, und wenden uns ihr zu.

Auch wenn wir einer Katze den Rücken kehren oder uns auf etwas anderen konzentrieren, spüren wir diesen zwingenden Blick und lassen uns davon einfangen. Das hat Mieze schnell gemerkt und setzt ihre „Augenblicke“ ganz gezielt und mit viel Ausdauer ein.
 

Nr. 265: Verhasste Vogeljäger

Sarah Niemann (Society fort the protection of birds), ausgerechnet eine englische Vogelschützerin, die jahrzehntelang den Einfluss von Katzen auf die Zahl der Singvögel untersuchte, hat den „Vogeljägern“ sozusagen einen Freispruch erteilt. So stellte sie klar, dass Katzen fast ausschließlich solche Vögel erbeuteten, die durch Hunger, Krankheit oder Schwäche ohnehin gestorben wären.

Um die noch nicht flüggen Jungvögel, die das Nest schon verlassen haben, bestmöglich zu schützen, können Sie nachts Ihrer Vogeljägerin den Freigang verwehren. Die Nestlinge sitzen dann nämlich oft nachtblind auf dem Boden und sind deshalb eine extrem leichte Beute.

Übrigens fallen die meisten Singvögel Elstern und Krähen zum Opfer, die die Nester mit Jungvögeln gnadenlos plündern!
 

Nr. 264: Katzenfell

Ein geniales Wunderwerk ist das Fell unserer Katzen. Es besteht aus sehr feinen, kurzen Wollhaaren, die die Unterwolle bilden und längeren Deckhaaren. Letztere schützen vor Regen, Wind und nicht zuletzt Verletzungen durch spitze, scharfe Gegenstände oder auch Angriffe. Die Körpertemperatur wird durch die Unterwolle reguliert. Bei Kälte ist sie dicht und liegt eng an, so dass keine Wärme nach außen und keine Kälte nach innen dringen kann.

An heißen Tagen stehen die kurzen Wollhärchen von der Haut ab. So kann überschüssige Wärme aus dem Körper weichen und jeder Luftzug die Haut erreichen und damit kühlen. Im Sommer ist die Unterwolle sehr dünn, so dass manchmal sogar die Haut durchschimmert.
 

Nr. 263: Gastkatzen

Wohin im Urlaub mit der geliebten Katze? Optimal ist natürlich, wenn sie in der gewohnten Umgebung versorgt wird. Zwei oder mehr Katzen langweilen sich nicht, wenn ihr Halter länger abwesend ist.

Oft werden gerade Einzelkatzen auf Gegenseitigkeit aufgenommen. Der Erfolg kann unterschiedlich sein. So können die eigene und die Gastkatze sich anfreunden und empfinden das Teilen des Reviers als abwechslungsreich und zeigen sogar etwas Sehnsucht, wenn der Gast wieder ausgezogen ist. Die Regel ist das aber nicht.

Deshalb sollten Sie vor einem Urlaub Ihre Katze beim Sitter probewohnen lassen, dann verreisen Sie auch viel beruhigter. In der Katzenpension, wo alles für sie neu ist, arrangieren sich die meisten Miezen erstaunlich schnell, weil nichts sie an zu Hause erinnert.
 

Nr. 262: Katzen tun gut

Es geschieht ohne unser Zutun. Wenn wir eine Katze „adoptieren“, sie streicheln und pflegen, verändert sich unser Körper. Hormone bewirken tiefe Gefühle, aber auch Bindung und manchmal Stress. So lange das in Balance bleibt und natürlich auch die Bedürfnisse der Samtpfote nach Futter, Bewegung und Zuneigung befriedigt werden, entsteht eine enge Beziehung, die sich bei beiden positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt.
Prof. John Dittami, der die körperliche Wirkung von Katzen auf den Menschen wissenschaftlich untersucht, konnte nachweisen, dass die Pflege einer Katze sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, aber auch auf das Immunsystem auswirkt.
 

Nr. 261: Katzen schützen vor Hautkrankheit

Die quälende Neurodermitis trifft immer mehr Kinder. Doch jetzt konnten Wissenschaftler nachweisen, dass das Risiko, an den juckenden Hautekzemen zu erkranken, deutlich sinkt, wenn die werdende Mutter oder ihr Baby im Umfeld von Katzen leben. So wurden 1.063 Kinder untersucht, von denen 508 aus bäuerlichen Familien mit Katzen stammten. Diese Kinder neigten auch weniger zu Allergien.

Die Kinder, deren Mutter während der Schwangerschaft oder die selbst mit Katzen aufwuchsen, entwickelten zwei Gene, die für die angeborene Immunität verantwortlich sind und die Wahrscheinlichkeit an einer Allergie oder Neurodermitis zu erkranken, senken.
 

Nr. 260 - Ich passe auf!

Bodyguard-Qualitäten entwickeln Einzelkatzen, die nur in der Wohnung leben. Sie wollen die ganze Familie unter Kontrolle haben und geben sogar ihre liebsten Schlafplätze auf, wenn diese ihnen keinen Einblick ins Geschehen vermitteln. Das Folgen auf Schritt und Tritt und das Beobachten aller Aktivitäten ist auch eine Suche nach Nähe.

Die Leibwächter-Katzen pflegen sich in Ruhe auszuschlafen, wenn alle Familienmitglieder die Wohnung verlassen haben. Sie werden pünktlich wach, wenn der erste Rückkehrer erwartet wird und dann: gibt es eine stürmische Begrüßung.
 

Nr. 259 - Katzen und Igel

Wer die eigenen oder fremde Katzen draußen füttert, kennt das: Nach einiger Zeit finden sich Igel an der Futterstelle ein und putzen begeistert das Nass- oder Trockenfutter weg. Ein toller Service für unsere stacheligen Freunde! Für unsere Samtpfoten kann das recht unangenehm werden, denn alle Igel haben viele Flöhe und Würmer, mit denen Mieze sich infizieren kann.

Wenn Sie Igel oder deren Kot am Futternapf finden, sollten Sie diesen nur noch tagsüber aufstellen oder die stacheligen Gäste nachts bewirten, wenn die Katze im Haus ist. Wurmkur und Flohbekämpfung müssen trotzdem sein!
 

Nr. 258 - Wir entdecken die Welt!

Zwei Monate alte Katzenkinder wagen sich auch ohne Mutter auf ein neues Gebiet. Sie probieren ihre Milchzähne aus, in dem sie Zweige zerbeißen und kleine Beutestücke herumschleppen. Die jetzt schon harten Krallen trainieren sie beim senkrechten Klettern an Stämmen oder dem Kratzbaum. Allerdings machen sie jetzt auch die ersten schlechten Erfahrungen, weil sie sich beim Sprung nach oben verschätzen oder an die Glasscheibe prallen.

Ab der achten Woche können die Kätzchen auch Vorlieben für bestimmte Menschen entwickeln: Sie können die Mitglieder der Familie von einander unterscheiden, fauchen Fremde vorsichtshalber an und erkennen regelmäßige Besucher wieder.
 

Nr. 257 - Warum Oldies oft vergessen

Desorientiertheit, Altersdemenz und Alzheimer-Krankheit sind nicht nur auf den Menschen beschränkte Erkrankungen. Auch unsere Samtpfoten können zunehmend davon betroffen sein. Sie vergessen zu fressen und zu trinken, oft irren sie ziellos durch ihr Zuhause. Sie reagieren manchmal erschreckt, wenn sie angesprochen werden. Sie leben immer mehr in ihrer eigenen Welt, die sie niemanden öffnen.

Zum Glück hinterfragen Katzen ihre Krankheiten nicht, sie leiden deshalb auch nicht unter diesen Alterserscheinungen. Bieten Sie Ihrer alten Samtpfote einen geregelten Alltag und achten Sie darauf, dass sie frisst und trinkt.
 

Nr. 256 - Zecken entfernen

Immer noch sind viele Tierhalter der Meinung, dass Zecken zuerst mit Öl, Alkohol oder anderen Lösungen beträufelt werden müssen. Das sollte man jedoch auf keinen Fall. Man erreicht nur, dass der Plagegeist als Reaktion darauf den kompletten Inhalt seines Magens und der Speicheldrüse in die offene Wunde und damit in den Blutkreislauf entleert und so die gefährlichen Krankheiten erst recht überträgt.

Achten Sie darauf, dass die Zecke richtig mit einer Zeckenzange oder Pinzette entfernt wird. Greifen Sie die Zecke nicht zu weit hinten am Körper und ziehen Sie sie nicht ruckartig heraus, sonst besteht die Gefahr, dass der Kopf stecken bleibt, das kann zu gefährlichen Entzündungen und zu einer Infektion führen. Ob Sie vorbeugend ein Zeckenhalsband oder ein Spot-on-Präparat verwenden, ist eine „Weltanschauung“.
 

Nr. 255 - Oldies verwöhnen

Eine hochbetagte Katze dürfen Sie ruhig ein bisschen verwöhnen. Ein Teelöffel Leberwurst oder eine Ölsardine können Sie ihr ruhig geben, denn ihre Geschmacksnerven sind nicht mehr so gut. Die meisten alten Samtpfoten essen und trinken nicht mehr so viel wie sie sollten. Versuchen Sie deshalb mit Katzenmilch oder ungesalzener Fleischbrühe der Seniorin genügend Flüssigkeit zuzuführen.

Auch die Elastizität der Haut lässt im hohen Alter nach, deshalb stehen die sonst glatt anliegenden Haare oft ab und wirken dadurch struppig. Ein Teelöffel Öl (Distel, Olive) im Futter macht die Haut wieder geschmeidig und lässt die Haare glänzen.
 

Nr. 254 - Keine Babys mehr

Mit drei bis vier Monaten werden Katzenkinder, die bei ihrer Mutter leben, von ihr jetzt rigoros vertrieben, oft sogar mit Fauchen und Ohrfeigen. Auch andere erwachsene Katzen nehmen keine Rücksicht auf die Kleinen und lassen sich auch auf keine Spielchen mehr ein.

Dieser schmerzliche Prozess dauert nur wenige Tage, dann haben die kleinen Miezen erkannt, dass sie keine Babys mehr sind. In dieser Phase entstehen auch Freundschaften, die ein Leben lang dauern können. Denn die abgewiesenen Katzenkinder sind dankbar für einen Kuschelpartner, der nicht faucht, sondern ebenfalls die Nähe sucht. So trösten sie sich gegenseitig und das verbindet.
 

Nr. 253 - Sie schmollt!

Es kann passieren, Sie kommen aus dem Urlaub oder einem Wochenendtrip zurück und was tut Ihre Mieze: sie zeigt Ihnen die kalte Schulter. Sie hat auch keine Lust mit ihnen zu schmusen, begrüßt Sie nicht wie üblich und verschwindet einfach. Dabei haben Sie bestens vorgesorgt, dass sie gut versorgt wird. Warum? Katzen hassen personelle Veränderungen und haben sich gerade an die neuen Verhältnisse gewöhnt und schon ändert sich wieder alles!

Ignorieren Sie Ihre beleidigte Katze und tischen Sie stattdesssen wohlriechendes Futter auf. Bestimmt überwindet sie ihren Stolz, kommt aus ihrem Versteck und lässt sich gnädig verwöhnen und schon ist alles wieder in Butter. Auch an „Catsitter“ können sie sich gewöhnen und verschwinden nicht mehr, wenn dieser wieder im Einsatz ist.
 

Nr. 252 - Gechippt und registriert?

Katzen, die mit ihren Menschen ins Ausland reisen dürfen, müssen gechippt sein, sie dürfen sonst in kein EU-Land einreisen und auch nicht in ihr Heimatland zurück kehren. Doch auch für alle Freilaufkatzen ist es wichtig, einen Chip zu haben, denn dann können sie eindeutig identifiziert werden, wenn sie aufgegriffen werden. Allerdings sorgt der Chip nur dann für schnelle Heimkehr, wenn die Nummer auch registriert ist, was leider oft versäumt wird.

Die beiden großen Registrierstellen, das Deutsche Haustierregister – www.registrier-dein-tier.de – und TASSO – www.tasso.net – tauschen untereinander und auch mit den Registern anderer Länder Such- und Fundmeldungen aus, wenn sie selbst nicht fündig werden. Deshalb bitte nicht nur chippen, sondern auch registrieren!
 

Nr. 251 - Kauen fällt Oldies oft schwer

Mit über zwölf Jahren (oft sogar früher) leiden auch gut gepflegte Katzen unter ihren abgenutzten oder ausgefallenen Zähnen. Oft haben sie Zahnfleischentzündungen und verlieren wegen der Schmerzen ihren Appetit. Der Tierarzt kann den Zahnstein unter Narkose entfernen oder entzündete Zähne ziehen. Mäuse fangen solche Katzen oft immer noch, fressen können sie ihre Beute nicht mehr. Weil im Alter eine Nahrungsumstellung beim Gewohnheitstier Katze kompliziert ist, sollten Sie frühzeitig abwechslungsreich füttern: Trocken- und Feuchtfutter gemischt, auch mal Frischfleisch gekocht, Trockenfutter für Oldies können Sie gut in Brühe aufweichen.
 

Nr. 250 - Du rufst - ich komme!

Bei vielen Katzen ändert sich der Name in Laufe des Lebens öfter. Rassekatzen haben einen Stammbaum-Namen, den der Besitzer meistens abändert. Erst im Zusammenleben charakterisieren sich bestimmte Eigenschaften heraus und ein passender Name wird gefunden.

Probleme haben unsere Samtpfoten damit nicht. Wissenschaftler meinen, sie hören weniger auf den Namen als auf Stimme und Tonlage, mit der gerufen wird. Viele Halter sind sich aber sicher: Meine Katze hört auf ihren Namen! Trotzdem sollten Sie, wenn Sie mehrere Katzen haben, jeder einen Namen geben, der unverwechselbar mit dem anderen ist, also nicht Lissy, Sissi Missi…
 

Nr. 249 - Katzenohren

Unabhängig voneinander lassen sich die Ohrmuscheln in alle Richtungen bewegen. Das ist entscheidend bei der Jagd in unübersichtlichem Gelände oder bei Dunkelheit. Das Gehirn empfängt Signale einer Maus, die im hohen Gras raschelt, nacheinander von beiden Ohren und kann daraus die Richtung und Geschwindigkeit des Opfers berechnen. Die Katze springt „blind“ und packt zu. Katzenohren fangen Schallwellen auf mit Frequenzen bis zu 65.000 Hertz, Ultraschalllaute, die für uns nicht hörbar sind. So können sie auch das Gewisper von Mäusen erlauschen, die meterweit von ihnen entfernt sind. Kein Wunder, dass Katzen Lärm – auch laute Musik – überhaupt nicht leiden können.
 

Nr. 248 - Aktive Kätzchen

Noch haben sie die „Fremdelphase“ vor sich, erproben ihre Kräfte und fühlen sich bei Mutter und Geschwistern wohl. Aber mit acht Wochen ist ihnen nichts heilig und sie entfernen sich jetzt weit von ihrem Nest. Normalerweise sind sie schon stubenrein, können sich auch allein putzen und kennen den Tagesablauf ihrer Familie. Nur nachts – falls sie da nicht besonders aktiv sind - zieht es sie zurück ins Nest, denn alleine schlafen wollen sie keinesfalls. Allerfrühestens jetzt können die Kitten ins neue Zuhause wechseln, besser ist es aber, wenn sie noch weitere vier Wochen bei Mutter und Geschwistern bleiben können. Wer sie so früh trennt, muss ihnen viel Wärme und Sicherheit schenken.
 

Nr. 247 - Kann man Eifersucht heilen?

Je enger sich eine Katze an einen Menschen anschließt, desto höher ist das Risiko, dass sie niemanden in der Nähe der „Überkatze“ duldet. Andere Miezen werden wütend weggefaucht oder angegriffen, andere Menschen so lange gestört, bis sie sich trollen.

Wenn Sie so eine besitzergreifende Katze haben, belohnen Sie die Eifersüchtige nicht noch durch besonders starke Zuwendung und Streicheleinheiten. Versuchen Sie lieber feste Schmusezeiten einzuführen und ahnden Sie Mobbing mit Nichtbeachtung. Drehen Sie Ihrer eifersüchtigen Mieze den Rücken zu und nähern sich erst wieder freundlich, wenn sie sich selbst zurückgezogen hat.
 

Nr. 246 - Echte Beute?

Einen regelrechten Kick bedeutet für Katzen das Auftauchen potentieller Beute. Die Muskeln spannen sich, der Blutdruck steigt, alle Sinne sind auf das Opfer gerichtet. Wenn das außer Reichweite ist, weil zum Beispiel ein Vogel auf einem viel zu dünnen Zweig sitzt, macht sich die gebündelte Erregung Luft. Die Miezen beginnen zu schnattern, zu keckern, die Zähne schlagen aufeinander, der Speichel fließt.

Bei Wohnungskatzen sehen Sie das Wasser, das ihnen im Mäulchen zusammenläuft, oft an der Fensterscheibe. Davor tummeln sich die Vögel unbesorgt, weil sie genau wie die Katzen wissen, dass das Glas Opfer und Jäger trennt.
 

Nr. 245 - Die neue Welt erobern

Es ist nicht einfach, eine Freigängerkatze an ein Leben in vier Wänden zu gewöhnen, aber auch eine Wohnungskatze sich mit der neuen Welt vertraut machen. An den ersten Tagen sollten Sie dabei bleiben, wenn sie den Garten betritt und ihr immer den Rückweg offen halten. Wird sie wagemutiger, legen Sie die Freilaufphasen vor die Mahlzeiten, der Hunger wird sie ins Haus zurück locken.

Die meisten „gelernten“ Wohnungskatzen sind verunsichert, wenn sich ihnen die Freiheit bietet. Die vielen neuen Geräusche und Gerüche ängstigen sie. Es kann Wochen dauern, bis sie größere Ausflüge wagen. Zwingen Sie Ihre Samtpfote nie zum Rausgehen! Sie kann in Panik davon laufen.
 

Nr. 244 - Nur ein Katzensprung?

Fast zwei Meter schafft eine Katze ohne Anlauf beim Weitsprung, etwas weniger beim Sprung nach oben. Keine wirklich große Distanz, dafür aber zielgenau und nie ins Ungewisse. So überspringen sie zum Beispiel niemals ein undurchsichtiges Hindernis, sondern wagen den Sprung nur, wenn sie auch den Landungspunkt erkennen können. Allerdings beträgt die Sprunggeschwindigkeit rund 50 km/h.

Vor einem Sprung zieht sich der Katzenkörper eng zusammen, so dass die Vorderläufe beinahe die Hinterbeine berühren. Die fest angezogenen Knie werden blitzartig gestreckt, dadurch wird der Körper nach vorne und oben katapultiert.
 

Nr. 243 - Wer war in meinem Revier?

Wie gut, dass wir Menschen so schlechte Nasen haben, jedenfalls im Vergleich zu unseren Katzen. Wer vor ihnen den gleichen Weg gegangen ist oder diesen gekreuzt hat, erschnuppern unsere Samtpfoten sofort. Über Duftdrüsen an Kinn, Stirn und Flanken und die Pfotenballen geben die Vorgänger feinste Duftspuren ab, die das Geschlecht verraten, ihren hormonellen Zustand (rollig, trächtig) und auch ihr Selbstbewusstsein.

Je dominanter eine Katze ist, desto deutlicher markiert sie, um den eigenen Geruch über den der anderen zu setzen. So mancher Baumstamm und Ast in einem Katzenrevier weist sichtbare Reibe- und Kratzstellen auf, weil viele Katzen ihn „bearbeiten“.
 

Nr. 242 - Spielen? Nein danke

Nicht alle Katzen sind für einen Spaß zu haben. So gibt es träge Katzen, unabhängig von der Rasse, die sich nur zweckbestimmt bewegen. Der Sinn einer Papierschlange, einer Plüschmaus oder einer Feder nachzujagen, erschließt sich ihnen nicht. Sie jagen nur, wenn sich der Energieaufwand lohnt. Für ein zweckloses Spielchen anderer Art haben sie nicht mal einen müden Blick.

Wie können Sie so eine ernsthafte Katze doch aus der Reserve locken? Versuchen Sie es mit etwas größeren Futterkroketten, die Sie einfach kullern lassen oder ein Stück weit werfen. Wenn diese Stückchen lecker sind, wird Mieze sie sich holen.
 

Nr. 241 - Vorsicht, Haushaltsgifte!

Nervöse Unruhe, Erbrechen, Gliederzittern, Speicheln und hechelnder Atem können Anzeichen für eine Vergiftung sein – ein Notfall für den Tierarzt! Denken Sie nach: Hat Ihre Katze Wasser aus einer Vase mit Dünger (z. B. Schnittblumen frisch) getrunken? Ist sie mit Reinigungs- oder Waschmitteln in Kontakt gekommen? Stehen irgendwo Farben oder Lacke offen herum? 

Bei einem Verdacht nehmen Sie das Mittel mit zum Tierarzt. Bei Freigängern sind Schneckenbekämpfungsmittel die häufigste Ursache für Vergiftungen. Die Miezen nehmen sie über Beutetiere, aber auch direkt auf, weil sie angenehm riechen.
 

Nr. 240 - Ruhestörung ignorieren

Nächtliche Ruhestörung oder das tägliche Wecken ein bis zwei Stunden vor der üblichen menschlichen Zeit, gehört zu den Hauptklagen genervter Katzenhalter, die Ihrer Mieze sonst wirklich alles verzeihen. So haben Sie sich anfangs immer manipulieren lassen: Wenn die Katze sich nachts gemeldet hat, sind Sie aufgestanden, haben ihr Futter angeboten und womöglich noch eine kleine Spielrunde eingelegt. Selber schuld, denn jetzt fordert Mieze ihr nächtliches Recht ein. Hier gegen gibt es ein einziges Gegenmittel: Ignorieren. Atmen Sie gleichmäßig und ruhig, stellen Sie sich schlafend und geben Sie auf keinen Versuch der Katze ein, Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn Sie durchhalten, lässt sie es von alleine.
 

Nr. 239 - Sie liebt den PC

Eingeschaltete Computer haben drei Eigenschaften, die sie der Katze attraktiv machen: Die Wärme, die sie ausstrahlen, der Bildschirmschoner, dessen Bewegungen sich gut verfolgen lassen und nicht zuletzt der Mensch, der daran arbeitet. Er macht das Gerät besonders interessant, denn er sitzt ruhig davor und lässt die flinken Finger auf der Tastatur spielen.

Weil sich lose Katzenhaare fatalerweise in der Festplatte verfangen können, sollten Sie regelmässig entstauben oder eine sichere Hülle verwenden. Verleiden können Sie Ihrer Mieze den PC durch ein plötzlich lautes Geräusch aus dem Lautsprecher, gleichzeitig setzen sie das Tier etwas derb auf den Boden. Wie lange die Wirkung anhält, kommt auf die Katzenpersönlichkeit an.
 

Nr. 238 - Kniet oder steht sie?

Was für uns aussieht, als würde die Katze knien oder sitzen, täuscht! Sie steht lediglich auf beiden Hinterfüssen. Als „Zehengänger“ bewegen die Miezen sich tatsächlich immer nur auf den Fingern und Zehen, nie auf der ganzen Sohle oder der ganzen Hand. Der Zehengang verringert die Reibung stark beim Laufen,  auf der Sohle würde sie extrem langsam werden, denn  die Knie und Ellenbogen verschwinden beinahe im Körper.

Zehengänger haben sehr lange Unterschenkel, sowohl vorne als auch hinten. Die Oberschenkel sind dagegen vergleichsweise kurz, so dass Knie und Ellenbogen sehr nah am Fell zu finden sind. Die eigentlichen Vorder- und Hinterfüsse sind wiederum überdimensional groß. Wenn man Hand und Fuß bei uns Menschen vergleicht, dann ist es schon ein großer Unterschied, denn die Oberschenkel (bei Katzen) sind doch vergleichsweise sehr kurz, die Hinterfüsse riesig und die Vorderpfoten auch nicht gerade klein.
 

Nr. 237 - Ewig jung?

Für uns altern die meisten Katzen unsichtbar. Sie bewegen sich fast so wie in ihrer Jugend, zeigen keine grauen Haare, keine Faltern, jammern nicht, wenn sie Schmerzen haben. Deshalb ist es für die Besitzer, die jeden Tag mit ihren Miezen verbringen, wirklich schwer, schleichende Krankheiten zu erkennen, denn alle Katzen verstecken instinktiv ihre Wehwehchen.

Nur eine objektive Blutanalyse beim Tierarzt kann zeigen, ob Ihre Mieze wirklich fit ist. Ab dem zehnten Lebensjahr sollten Sie mit Ihrer Katze zweimal im Jahr zum Tierarzt gehen. Dort sollen die Herzfunktionen überprüft, der Puls gemessen und Blut abgenommen werden. Beim Abtasten kann er auch erkennen, ob das Skelett noch beweglich ist oder arthritische Veränderungen vorliegen. Nicht zuletzt ist auch eine Zahnkontrolle nötig.
 

Nr. 236 - Wie redet meine Katze mit mir?

Mit der Bedeutung der „Miaus“ haben wir Menschen so unsere Schwierigkeiten. Erst während des intensiven Zusammenlebens mit einer Katze lernen wir, was sie ausdrücken will. Doch schon bei der nächsten fremden Katze funktioniert das meistens nicht. Der Grund: Katzen kommunizieren untereinander kaum per Lautsprache, sondern mehr mit Gesten. Nur für uns entwickeln sie ihre eigene Katzensprache. Diese Lautsprache, mit denen die Samtpfoten Kontakt zu Menschen aufnehmen, ist sehr individuell und persönlich. Nur wer seiner Mieze genau zuhört, weiß die Mi`s und Mau`s zu deuten. Bis zu 16 verschiedene „Worte“ haben Forscher gezählt und… jede Katze redet anders.
 

Nr. 235 - Vorsicht, Angriff!

Aus einer Höhle heraus sind Katzen besonders mutig und greifen auch größere Beute an. Wenn Sie ein Stofftier oder einen größeren Plüschball an der Höhlenöffnung vorbei eilen lassen, wecken Sie den Jagdinstinkt. Sie werden beim zweiten Mal erstaunt sein, mit welcher Treffsicherheit der Pfote sich Mieze den „Feind“ sicher krallt und kräftig bearbeitet. Aber Vorsicht, wenn Ihre Hände in Griffweite der Krallen sind, denn aus der Höhle heraus wird fest zugepackt und wenn es Ihre Finger erwischt, fließt wahrscheinlich Blut. Ziehen Sie die Beute besser an einer Schnur vorbei.
 

Nr.234 - Weihnachtsstress

Richtig turbulente Weihnachtsfeiern mit vielen Besuchern mögen unsere samtpfotigen Mitbewohner gar nicht. Wer ihnen etwas Gutes tun will, bietet ihnen einen ruhigen Schlafplatz in einem Raum, in dem sie ungestört sind.

Lassen Sie aber die Türe auf, damit Ihre Katze den Überblick behält und sich, wenn sie will, auch mal bei den Gästen sehen lässt. Achten Sie aber darauf, das Kistchen muß ungestört bleiben, sonst kann Protest drohen!

Wenn Ihre Katze Ruhe haben will, während Besuch da ist, stören Sie sie nicht und versuchen auch nicht, sie zu sich zu locken
 

Nr. 233 - Wir lieben ihre Zärtlichkeit

Menschen schätzen viele Eigenschaften an ihrer Katze. Ganz oben auf der Skala steht die Zärtlichkeit. Das Köpfchen geben, auf den Schoß kommen, sich schnurrend einrollen und mit geschlossenen Augen selig unsere Streicheleinheiten genießen, all das ist für 43 Prozent der Katzenhalter das Tollste und ein Grund mehr, ihrer Katze Liebe zu schenken. Bei einer Umfrage landeten andere Eigenschaften wie Unabhängigkeit (17,1 Prozent), Witz (14 Prozent), Klugheit (12,2 Prozent), Schönheit (10,4 Prozent) und Wildheit (3,2 Prozent) auf hinteren Plätzen.
 

Nr. 232 - Mögen wir uns?

Beim Anblick einer fremden Katze ist zunächst Distanz angesagt. Jede der beiden wartet ab, ob ein steil aufgerichteter Schwanz aus der Ferne friedliche Stimmung signalisiert. Erst dann gehen die Miezen aufeinander zu und beschnuppern sich kurz Nase an Nase.

Diese knapp eine Sekunde dauernde Duftprobe ist manchmal entscheidend dafür, ob zwei Katzen ihre Wege gemeinsam oder getrennt gehen. Auch die Menschen werden mit einer kurzen Duftprobe begutachtet. Eine neue Seife oder Handcreme, ein nie vorher benutztes Parfum, sogar ein anderes Waschmittel für die Kleidung kann kurzfristig für Irritationen sorgen.
 

Nr. 231 - Arthrose

Auch Katzen leiden darunter. Es ist ein Teufelskreis: Wenn durch schmerzhafte Arthrose in den Gelenken die Bewegungsfreudigkeit einer Seniorenkatze sinkt, bauen sich die Muskeln allmählich ab. Die ruhende Katze friert schneller, das wiederum vermehrt die Schmerzen und eine weitere Versteifung der Gelenke. Ein Teufelskreis!

Sehr wirkungsvoll können hier moderne Schmerzmittel vom Tierarzt sein. Mieze bewegt sich mehr und der Muskelschwund wird gestoppt. Freigänger über zehn Jahre verkürzen ihre Ausflüge an kalten Tagen oder verlegen sie zeitlich in sonnig-warme Tagesabschnitte. Es ist sehr wichtig, dass die Oldie Katze eine Möglichkeit hat, jederzeit in die Wohnung zurück kommen zu können.
 

Nr. 230 - Charaktersache

Schon sehr früh zeigen sich bei den Kätzchen eines Wurfes die verschiedenen Charaktere. Schon wer im Kampf um die beste Zitze die Nase vorn hatte, rempelt – weil er schneller wächst – die anderen weg und setzt später auf Kraft statt Kompromiss. Die Kleinsten, die sich nur mit Tricks ihre Portion Milch ergattern können, trainieren schon jetzt das Gehirn und entwickeln sich zu Katzen, die erst überlegen, bevor sie handeln.

So entwickeln die schüchternen Geschwister, wenn sie in einen katzenlosen Haushalt kommen, sehr schnell ein enormes Selbstbewusstsein, leben sichtlich auf und werden meistens echte Schmusekatzen.
 

Nr. 229 - Glückskatze

Dreifarbige Katzen gelten nicht von ungefähr in Asien und Europa als Glücksbringer. Denn wenn sie nicht gezielt gezüchtet werden, gibt es sie ganz selten und sie sind immer weiblich. Fellfarben werden nämlich über das X-Chromosom weitergegeben, von dem nur die Weibchen zwei besitzen. Nur wenn auf einem das Orange-Gen und auf dem anderen das Schwarz-Weiß-Gen sitzt, hat das Fell drei Farben.

Tatsächlich gibt es auch Calico (dreifarbige) Kater. Diese sind allerdings unfruchtbar. Sie haben statt eines X- und eines Y-Chromosoms zwei X- und ein Y-Chromosom. Eine seltene Spielart der Natur, die sich nicht weiter vererben kann.
 

Nr. 228 - Katzenklo

Ohne Streu geht nichts. Mindestens einmal im Jahr meldet sich ein Erfinder, der die einzig wahre Katzenklo-Idee hat. Doch auch wenn die Toilette mit  automatischer Wasserspülung oder das Elektro-Klo, das über eine Lichtschranke erkennt, wenn die Katze das stille Örtchen verlässt und ein Rechen daraufhin den Klumpen entsorgt, vielleicht den Menschen gefallen, in Katzenkreisen fanden sie keinen Anklang.

Eine pflegeleichte Schale mit Klumpstreu ist in zwei von drei Haushalten das Angebot für die Mieze. Immerhin bevorzugen 13% der Katzenhalter inzwischen Öko- oder Bio-Streu, das  nicht, wie das mineralische Klumpstreu, als Restmüll entsorgt werden muss. Wie auch immer, es ist eine Weltanschauung und die Hauptsache, die Samtpfote benutzt ihr „Katzeklo“.
 

Nr. 227 - Friedlich einschlafen

Alle Katzen neigen dazu, sich zu verkriechen, wenn es mit ihnen zu Ende geht. Ihr Unwohlsein zeigen sie auch nur, wenn es gar nicht mehr anders geht. Wenn Sie vom Tierarzt wissen, dass Sie nichts mehr tun können, die geliebte Mieze aber auch nicht einschläfern lassen wollen, lassen Sie sie ruhig hinüberdämmern. Ihr Körper schüttet dabei eine Reihe von Hormonen aus, die Angst und Schmerz nehmen.

Besonders für sehr scheue Katzen kann es ein unendlicher Stress sein, wenn sie in ihren letzten Stunden gefangen und zum Tierarzt gebracht werden.
 

Nr. 226 - Lieblingsduft

Die einen lieben Katzenminze, andere Baldrian, manche können dem Duft von Jasmin nicht widerstehen. Auch wenn es um Aromen geht, sind Katzen Individualisten, die manchmal eigenartige Geruchsvorlieben entwickeln. So mögen sie zum Beispiel ein bestimmtes Parfüm, einen Badezusatz oder werden magisch vom Kräuterbeet auf der Fensterbank angezogen. Beeinflussen können Sie das nicht.

Versuchen Sie es mit einer Duftprobe: Füllen Sie in ausgediente Socken oder füllen in kleine Säckchen verschiedene getrocknete Kräuter und werfen diese Ihrer Mieze zu. Wenn der Lieblingsduft dabei ist, wird sie das „Teil“ belecken und sich kaum davon trennen wollen.
 

Nr. 225 - Katze und ihr Mensch

Wenn eine Katze ins Haus kommt, gestaltet sie das Leben ihrer Familie allmählich aktiv um. Das zeigte ein Ergebnis von Umfragen unter Katzenhaltern im Auftrag der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Wien. Dort stellten die Forscher fest, dass Menschen, denen es nicht gut geht, häufiger auf die Katze zugehen und sich trösten lassen. Viele  Miezen erfüllen diesen Wunsch aktiv, sie bleiben den Menschen nahe.

Andererseits bemerkten ausgeglichene Katzenbesitzer, dass ihre Katze von sich aus auf sie zukam, sie zum Einhalten ihrer Tätigkeit animierte und dadurch ihren Tagesrhythmus beeinflusste. Im Laufe jahrelangen Zusammenlebens wurden sich Katze und Mensch ähnlich wie ein Ehepaar.
 

Nr. 224 - Schrecklicher Haushaltslärm

Nicht der Hund ist der meist gefürchtete Feind der Katzen, sondern der Staubsauger. Das haben bestimmt die meisten Katzenhalter gemerkt und es wurde auch durch eine Umfrage bestätigt. Auf Platz zwei landeten Feuerwerk, Schüsse und Gewitter, die jede fünfte Mieze in Angst und Schrecken versetzen. Weitere elf Prozent fürchten fremde Menschen und zehn Prozent haben Panik beim Tierarzt.

Nicht bei allen  Katzen waren schlechte Erfahrungen die Erklärung für diese Phobie. So sagten Katzenhalter aus, dass ihre Samtpfote von Geburt an scheuer und ängstlicher gewesen sei als Mutter und Geschwister und die Panikattacken nicht erklärlich sind.
 

Nr. 223 - Starker Wille!

Es gibt Katzen, die einen so starken Willen haben, dass auch die leckerste Bestechung sie nicht umzustimmen vermag. So bringen weder süße Schmeicheleien noch ungeduldiges Anherrschen etwas. Wenn sich Mieze zum Beispiel in den Kopf gesetzt hat, durch eine bestimmte Tür zu gehen, hilft nur eins: Ignorieren Sie das Gequängel, Pfotenscharren, lautes Miauen, denn erst ohne Aufmerksamkeit geben Sturköpfe nach.

Dickköpfige Samtpfoten sind hochintelligent, so dass sie durchschauen, wenn Sie den Tierarztkorb holen oder zur Medizin greifen, was ihnen gleich blüht. Sie verschwinden dann einfach. Stellen Sie deshalb die Transportbox schon am Tag vorher ins Zimmer.
 

Nr. 222 - Untrügliches Gehör

Es ist nicht der sechste Sinn sondern mehr ihr Zeitgefühl, das Katzen zur Ankunftszeit von Frauchen/Herrchen an die Tür eilen lässt. Am sichersten aber signalisieren Geräusche ihnen die bevorstehende Heimkehr, denn das Katzengehör ist so fein, dass sie Schritte von Personen gut unterscheiden können, das Schlagen von Autotüren eindeutig zuordnen und das Öffnen der Gartentür hören. Personen, die sie kennen verraten sich dadurch.

Deshalb lassen sich Katzen wegen dieses feinen Gehörs, das jeden Unterton aufnimmt, nicht täuschen. Sie merken auch genau, wenn ihr Mensch innerlich schmunzelt, während er mit mürrischer Stimme schimpft. Sie nehmen das dann nicht ernst.
 

Nr. 221 - Haarwechsel im Spätsommer

Sowohl Freigänger als auch Wohnungskatzen reagieren jetzt auf die abnehmende Tageslichtlänge, denn der Organismus kurbelt die Winterfellproduktion an. Besonders die oft nur millimeterkurzen Sommerhaare haften hartnäckig auf Stoffen, was nur durch tägliches Bürsten verhindert werden kann. Aber wer kann das? Diese kurzen Haare sind besonders statisch aufgeladen, deshalb kleben sie auch noch besonders auf Bildschirmen und Elektrogeräten.

Mit Haushalts-Gummihandschuhen, die ebenfalls schnell aufgeladen sind, können Sie feinste Härchen aus Polstermöbeln ziehen. Falls Sie einen Wäschetrockner besitzen, geben Wäschestücke die Haarteile in den Fusselbehälter ab.
 

Nr. 220 - Ein Kompliment!

Manchmal nervt es schon, wenn die Katze wie ein Hund auf unseren Fersen bleibt. Besonders, wenn sie sich gerade genau da breit macht, wo wir es gerade nicht brauchen können: auf der Zeitung, auf dem Mousepad, im Wäschekorb und vielen anderen Plätzen. Was will Mieze uns damit sagen? Dass sie in uns ein Idol sieht, dem sie nacheifert, eine Übermutter/vater, von der sie lebenslang lernen kann und darum bemüht sie sich.

Wenn Ihnen die „Mitarbeit“ zu lästig ist, packen Sie Ihre Samtpfote einfach wortlos und setzen sie nicht allzu zart auf den Boden. Das versteht sie richtig als „jetzt nicht“. Nach einigen Versuchen gibt sie auf und hält Abstand. Allerdings gibt es sehr hartnäckige Katzen, die Ihre Geduld strapazieren! Fühlen Sie sich dann geehrt.
 

Nr. 219 - Freund oder Feind?

Viele denken, mein Hund kennt und mag Katzen, wenn in der Familie beide Spezies leben. Aber meist bleibt die Liebe innerhalb der eigenen vier Wände, alle anderen Hunde draußen sind für  die Katze, alle anderen Katzen draußen sind für den Hund keine Freunde. Es kann vorkommen, dass der Hund seine sonst beste Freundin nicht einmal kennt, wenn er ihr auf der Straße begegnet und er knurrt sie an.

Wussten Sie, dass die Hütehunde am schnellsten mit einer Katze Freundschaft schließen, bei Jagdhunden ist viel menschliches Fingerspitzengefühl nötig. Die meisten Hunde wissen aber, welche Katze zum Rudel gehört, wird sie nicht geliebt, wird sie akzeptiert, fremde Miezen werden gejagt.
 

Nr. 218 - Plötzlich allein

Wenn nach Jahren Eltern und Kinder ganztägig berufstätig oder aus dem Haus sind, ist das für Gewohnheitstier Katze eine enorme Umstellung, besonders dann, wenn sie Freilauf nach Belieben gewohnt war. Sie sollten Ihre Samtpfote Schritt für Schritt an den neuen Tagesablauf gewöhnen. Morgens spielen, streicheln und Futtervorrat hinstellen. Zuerst nur stundenweise abwesend sein. Abends viel Aktivitäten, die zur Bewegung animieren.

Haben Sie nette Nachbarn, fragen Sie ob sie mittags mal nach der  Mieze sehen können, bis sie sich an den neuen Rhythmus gewöhnt hat. Eine zweite Katze ist nur dann eine Lösung, wenn es mit den beiden sofort klappt.
 

Nr. 217 - Reine Energieverschendung

Das haben kleine Miezekatzen und Krabbelkinder gemeinsam: Beim wilden Spiel ohne Pause verausgaben sie sich so lange, bis ihnen buchstäblich die Energie ausgeht. Innerhalb weniger Minuten streiken dann Muskeln und Sinne und der junge Körper sackt da, wo er gerade ist, zusammen – zu einem Tiefschlaf der zur Regenerierung neuer Kräfte dient. In diesen Pausen sind die Kätzchen immun gegen jeden Reiz.

Nie wieder schlafen Katzen zwischen der 14. Lebenswoche und dem ersten Geburtstag so wenig in ihrem Leben. Sie sind – wenn auch nicht ohne Pausen – bis zu zwölf Stunden wach und aktiv. Dafür schlafen sie aber intensiver.
 

Nr. 216 - Leicht Verdauliches für Oldies

Weil sie sich wenig und gemächlicher bewegen, arbeitet auch der Stoffwechsel unserer alten Katzen langsamer. Das führt oft zur Verstopfung, Blähungen oder Magenverstimmungen. Sie sollten Ihre alte Mieze deshalb mit leicht verdaulicher Nahrung mit hohem Proteingehalt füttern und das nicht nur einmal am Tag, sondern mehrmals. Wenn sie wenig trinkt, kann sie auch einen Teil der Energie mit Katzenmilch zu sich nehmen.

Weil der Geruchsinn bei älteren Tieren manchmal schwächer ist, lehnen sie das angebotene Futter ab und zu ab. Statt jetzt immer wieder neues Futter anzubieten, erwärmen Sie das Futter leicht oder mischen Ölsardinen-Miniportionen darunter.
 

Nr. 215 - Hauptbeschäftigung: Schlafen

Wie kaum ein anderes Tier, machen uns Katzen effizientes Energiesparen vor. Im freien Leben, ganz auf sich gestellt, verbringen sie oft bis zu zwei Stunden, um an Futter zu kommen. Doch wenn die Ernährungsfrage gelöst ist, an einem fischreichen Hafen zum Beispiel, stellen Dösen, Beobachten, die Körperpflege und Schlafen die Hauptbeschäftigung dar. Am längsten schlafen Katzen nach einer Mahlzeit.

Je mehr hochwertiges Fleisch die Mieze ergattert, desto mehr Energie führt sie sich in kürzester Zeit zu. Reine Pflanzenfresser, wie etwa Kaninchen, nehmen wenig Energie mit ihrer Nahrung auf und fressen deshalb dauernd.

 

Nr. 214 - Juckreiz

Wenn eine Katze sich dauernd kratzt, sollte die erste Anlaufstelle immer der Tierarzt sein, denn es gibt viele Ursachen: Allergie, eine innere oder Hautkrankheit, nicht zu vergessen Pilze oder Flöhe. Letztere erweisen sich in der Wohnung als besonders hartnäckig, weil sie im beheizten Umfeld ideale Bedingungen vorfinden, um sich ungehemmt zu vermehren. Doch auch psychische Störungen können zur Kratzsucht führen.

Um einer Flohplage Herr zu werden, reicht es nicht, nur die Katze zu behandeln. Sie müssen auch die Liegekissen waschen, sehr gründlich saugen, den Staubsaugerbeutel sofort entleeren und Nischen und Ecken mit Flohmittel besprühen.

 

Nr. 213 - Können Katzen erben?

Wer seine Katze im Todesfall versorgt wissen will, kann sie nicht als Erbin einsetzen. Stattdessen muss er eine Person oder Organisation benennen, die mit einem zur Verfügung gestellten Betrag für das Tier sorgen kann oder wird. Möglich ist es natürlich auch, den gesetzlichen Erben die Katzenbetreuung aufzuerlegen und über einen Testamentsvollstrecker diese Auflage überwachen zu lassen.

Am besten lassen Sie sich beim Abfassen eines Testaments, in dem auch Ihre Katze berücksichtigt werden soll, unbedingt von einem Rechtsanwalt oder Notar helfen, damit Ihr letzter Wille eindeutig und zuverlässig erfüllt wird.
 

Nr. 212 - Fundtier Katzenbaby

Wer schon einmal verwaiste Katzenbabys großgezogen hat weiß, dass das für die Katzenmutter Schwerstarbeit ist. Das bedeutet, alle zwei bis drei Stunden – selbstverständlich auch nachts – ein Fläschchen geben, anschließend das Bäuchlin so lange massieren, bis Blase und Darm sich entleert haben und rund um die Uhr in Rufweite zu sein. Die Kätzchen verlassen sich darauf, dass ihre Hilfeschreie sofort erhört werden.

Einzelne Flaschenkinder erleben oft eine Entwicklungsstörung, weil der Mensch eine Katze eben doch nicht voll ersetzen kann. Die Kleinen sollten deshalb so schnell wie möglich einer erwachsenen Katze oder einem Kater zugesellt werden.
 

Nr. 211 - Schützende Haare

Eine Katze hat nur wenige unbehaarte Stellen am Körper, nämlich die Pfoten und den Nasenspiegel. Den Rest bedecken die sehr kurzen Wollhaare, die auch Unterwolle genannt werden, die etwas längeren, festeren Deck- oder Grannenhaare und an den empfindlichsten Stellen die sehr langen Tasthaare. Letztere reagieren nicht nur auf feinsten Widerstand wie einen Atemzug, sondern halten ach Fremdkörper von Ohr und Auge fern.

Katzen, denen die Tasthaare fehlen, zum Beispiel nach Brandverletzungen oder durch einen Kampf, bewegen sich unsicherer. Es gibt sogar Katzenmütter, die ihren Babys die Tasthaare abbeißen, damit sie sich nicht zu weit entfernen.
 

Nr. 210 - Einsam?

Fühlt sich eine Katze, die tagsüber allein gelassen wird, einsam? Meistens nicht, bestätigen Webcam-Aufzeichnungen, die im Minutentakt fotografierten, was Mieze so treibt, wenn ihre Menschen nicht da sind. Fast alle Katzen fraßen etwas, putzten sich ausgiebig und legten sich dann zu einem längeren Schläfchen hin. Stunden später räkelten sie sich kurz, schlenderten durch die Wohnung, gähnten kräftig und machten erneut ihr Nickerchen.

Voraussetzung war und ist, dass sich die Besitzer in der Zeit, in der sie zu Hause sind, viel mit ihrer Samtpfote beschäftigen. Ist das nicht möglich, kann die Gesellschaft einer anderen Katze zu Spiel und Bewegung animieren und Langeweile vertreiben.
 

Nr. 209 - Gefährliche Kippfenster

Es ist eine Horrorvision, die leider jedes Jahr einige hundert Male Wahrheit wird: dass Katzen, die durch ein gekipptes Fenster oder die Balkontür heraus oder hineinwollen, abrutschen und im schmalen Spalt steckenbleiben. Beim Versuch, sich durch Strampeln zu befreien, rutschen sie immer tiefer und ziehen sich böse Quetschungen und Zerrungen zu. Oft mit tödlichen Folgen.

Auch wenn bei Ihrer Mieze keine äußerlichen Verletzungen zu sehen sind, sollten Sie das Tier aus dieser Zwangslage befreien und zum Tierarzt bringen. Häufig werden innere Organe verletzt und die Katzen verbluten ohne Hilfe.
 

Nr. 208 - Leckerchen

Für viele Feinschmeckerkatzen sind Extra-Leckerli einfach unwiderstehlich, egal ob Käserollis, Fisch, Katzenpralines oder -bonbons. Wir können sie auch ohne schlechtes Gewissen geben, weil sie, anders als menschliche Tischreste, nicht gewürzt und auf das Nährstoffbedürfnis der Katzen abgestimmt sind. Allerdings sind leider gerade die feinsten Leckerbissen auch Kalorienbomben und deshalb nur in Maßen gesund.

Ziehen Sie deshalb jeden Leckerbissen von der gewohnten Nahrung ab, dann laufen Sie nicht Gefahr, zu viel zu füttern. Legen Sie sich die kleinen Häppchen für zwischendurch für jeden Tag abgezählt bereit, auch das bewahrt Sie davor, Mieze zu sehr zu verwöhnen.
 

Nr. 207 - Katzen für Kinderseelen

Katzen als Therapeuten gibt es noch nicht lange, denn zu wenig weiß man von der Seele dieser Tiere. Erst um 1980 begannen die ersten Kinderpsychologen und Betreuer von misshandelten, traumatisierten oder vernachlässigten Kindern, Katzen in ihre Therapie einzubauen. Der Erfolg war überraschend groß: Verschlossene Kinder begannen, mit der Mieze zu reden und über ihre körperlichen und seelischen Verletzungen zu sprechen.

In der Therapie gibt es auch Katzen, die Narben haben, leicht behindert sind oder Leid erfahren haben. Besonders die erleichtern den Kindern die Öffnung gegenüber ihren Leidensgenossen, sie sehen dabei aber auch, wie gut die Katze damit umgeht.
 

Nr. 206 - So richtig nett – ist´s nur im Bett!

Alle Katzenbesitzer sind sich einig: Am liebsten schläft ihre Katze im Bett, auch wenn Sie das eigentlich nicht wollen. Die Samtpfoten wissen warum: Die Decken sind warm, die gebrauchte Wäsche duftet nach Mensch und vermittelt dadurch Schutz und Geborgenheit. Außerdem kann Mieze sich darin immer wieder neu einkuscheln und sich richtige Schlupfhöhlen bauen.

So kann ein Tierarztbesuch erleichtert werden, wenn Sie ein gebrauchtes Handtuch oder ein Kleidungsstück in den Transportkorb legen. Übrigens, der Menschengeruch verduftet erst nach Wochen!
 

Nr. 205 - Umzugsprobleme

Besonders schwierig ist es, mit einer Freigängerkatze umzuziehen je näher das neue Zuhause bei dem alten liegt. Denn Katzen haben einen sehr guten Orientierungssinn und finden untrüglich ihr altes Revier, wenn das um die sechs Kilometern entfernt ist. Deshalb sollten Sie einige Wochen Stubenarrest verhängen und den Freilauf begleiten, weil meistens Straßen zwischen den beiden Wohnungen den Weg gefährlich machen.

Für jeden Umzug gilt: Mieze zieht als Letzte um, ihre Utensilien zuerst. Sie sollte im neuen Zuhause möglichst viele gewohnte Gegenstände finden: ihren alten Kratzbaum, die Toilette, die Näpfe, ihre Körbchen und Kuschelkissen.
 

Nr. 204 - Wie alt kann sie sein?

Es ist nicht einfach, das Alter einer Katze richtig einzuschätzen. An Hand des Wachstums kann der Tierarzt bis zum ersten Geburtstag mit einer Hormonuntersuchung und am Gebiss das ungefähre Alter angeben. Bei der erwachsenen Mieze ist die Altersbestimmung Glücksache, bis sie etwa ihr zehntes Lebensjahr erreicht hat, denn dann zeigen Gebiss und auch die inneren Organe Alterserscheinungen.

Glückliche Katzen! Die Haut bleibt bis zum letzten Lebenstag straff und bildet keine Falten. Die Wechseljahre bleiben Kätzin und Kater erspart, sie bleiben lebenslang fruchtbar. Selbst ihre Fellfülle behalten gesunde Katzen, sie bekommen höchstens graue Schnauzen.
 

Nr. 203 - Kater Kaspar

Im Londoner Sovoy Hotel ist der Kater ein ständiger Gast. Er ist nicht aus Fleisch und Blut sondern aus Platanenholz. Dieser über neunzig Jahre alte Kater darf sogar in die Speisesäle, allerdings nur dann, wenn bei einer Veranstaltung die Zahl er Gäste exakt dreizehn ist. Dann sitzt Kaspar auf Stuhl 13 und beschützt sozusagen alle abergläubischen Gäste oder entlastet das Hotel von der Verantwortung, diesen Stuhl zu besetzen.

Dieses Ritual entstand 1881, als ein Gast, der eine Dinerparty mit 13 Gästen feierte, ermordet wurde. Dreißig Jahre belegte ein Angestellter des Hotels den Stuhl 13 – bis Kaspar diesen ersetzte.
 

Nr. 202 - Gelenkschmerzen

Auch Katzen können Probleme mit ihren Gelenken haben. So leidet jede vierte Katze etwa ab dem siebten Lebensjahr an schmerzhaften Gelenkveränderungen. Sie zeigt es aber nicht. Instinktiv versucht sie jedes Handicap zu verbergen, hinkt und lahmt also nicht. Das würde Rivalen und Feinden zeigen, dass sie angreifbar ist. Man muss seine Samtpfote sehr genau beobachten um zu erkennen, dass sie Schmerzen hat.

Verhaltendänderungen wie das Umgehen hoher Sprünge, weniger Temperament oder auch  das Vermeiden von  Berührungen sprechen für Schmerzen. Beim Tierarzt erhalten Sie Medikamente die die Schmerzen stoppen und den Gelenkverschleiss aufhalten können.
 

Nr. 201 - Rückzug in eine andere Welt

Wenn Katzen von dieser Welt Abschied nehmen, ziehen sie sich zurück. Sie meiden den Kontakt mit anderen Katzen, obwohl diese sie nicht verstoßen oder mobben. Diesen Instinkt teilen sie mit Löwen, Elefanten und sogar Ameisen. Warum das so ist, haben Forscher jetzt herausgefunden: Um das Überleben der anderen zu sichern  ist es wichtig, dass Pilze, Viren und andere Erreger, nicht auf die Familie überspringen.

Hochaggresive Erreger haben bei schwachen, alten Tieren leichtes Spiel, vermehren sich explosionsartig und könnten auf eine ganze Kolonie, Herde oder Familie übertragen werden und diese komplett ausrotten.
 

Nr. 200 - Veränderungen im Alter

Wenn Sie eine ältere Katze haben, die schon lange mit Ihnen zusammen lebt, haben Sie sicher schon bemerkt, dass sich Ihr Oldie in den letzten Jahren charakterlich immer mehr verändert hat. Am auffallendsten ist die vermehrte Suche nach Nähe zum Menschen oder zur Mitkatze nicht nur bei Freigängern. Die Senioren wollen auch mehr schmusen als in ihrer „Sturm und Drangzeit“. Sie sind auch berechenbarer geworden, was nicht verwundert, denn Mensch und Katze kennen sich genau.

Eine oft bemerkte „Altersschrulle“ ist die zunehmende Reserviertheit gegenüber Fremden. Sogar kontaktfreudige Katzen ziehen sich bei Besuch, den sie nicht kennen, am liebsten zurück.
 

Nr. 199 - Die erste eigene Katze

Kinder, besonders Mädchen, wünschen sich schon sehr früh eine eigene Katze, mit der sie kuscheln und die sie beschmusen können. Wenn ein erwachsenes oder älteres Familienmitglied notfalls oder teilweise die damit verbundenen Pflichten übernehmen kann, sind Samtpfoten bereits für Kinder ab fünf Jahren ideale Gefährten, die Albträume vertreiben, Zuwendung schenken und aufmerksam zuhören können.

Eine gepflegte, entwurmte und geimpfte Mieze darf ruhig mit ins Bett, wenn das Kind keine ernsthaften körperlichen Beschwerden hat. Sie hilft gegen Einsamkeit und nächtliche Ängste.
 

Nr. 198 - Neue Bekannte

Katzen, die ihr Leben lang nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, schließen gern Freundschaft nicht nur mit den Nachbarn, sondern sogar mit Passanten, die sie unterwegs treffen. Es gibt auch Samtpfoten, die gern dort sind, wo viele Menschen ein- und ausgehen. So empfangen sie in Betrieben oder Ferienpensionen, sogar in Hotels die Gäste, in dem sie ihnen entgegen laufen. Manche begleiten diese Menschen sogar auf Wanderungen.

Besonders in Ferienhotels hält mindestens eine Katze Hof. Sie verdient sich ihre Mahlzeiten, weil sie an Regentagen den Gästen die Zeit vertreibt und sie bei der Ankunft willkommen heißt.
 

Nr. 197 - Selbstbewusst

Klar strukturierte Hierarchien mit festen Regeln, wie bei den Hunden, gibt es bei Katzen nicht. Deshalb haben nicht alle Tiere in einer Wohngemeinschaft gleich viel zu sagen. Ein Anzeichen für Ranghöhe ist der oberste Platz auf dem Kratzbaum. Wer ihn – wann immer er möchte – besetzen darf, ist meistens die „Respektkatze“. Dieser weichen die anderen oder geben nach.

Das bedeutet jedoch nicht, dass keine andere Katze dort liegen darf, sie muss nur den Platz frei machen, wenn die Ranghöchste der Gruppe Lust darauf hat, diese Position zu  besetzen.
 

Nr. 196 - Gegenseitig putzen

Was sich wirklich liebt, das putzt sich gegenseitig dort, wo der andere selbst nicht so gut hinkommt. Das ist bei allen Säugetieren so. Bei Katzen gibt es nur ganz wenige Stellen am Körper, die die gelenkige Akrobatin nicht mit ihrer Zunge erreichen kann, nämlich die Partie um die Ohren und die Stirn. Darum helfen sich zwei harmonisch zusammen lebende Miezen dort gegenseitig.

Deshalb geniesst es jede Katze, wenn Sie ihr sanft und lange die Stirn und die Zonen hinter den Ohrmuscheln kraulen. Sie empfindet das als reinen Liebesbeweis.
 

Nr. 195 - Milch – das richtige Getränk?

Besonders Katzen, die Trockenfutter bevorzugen, sollten viel trinken. Und zwar Wasser! Auch wenn wir in den diversen Kinderbüchern Milch schlabbernde Katzen sehen, Kuhmilch ist nicht gut verträglich und Katzenmilch sättigt, löscht aber nicht den Durst. Viele Samtpfoten verschmähen das Leitungswasser und trinken lieber aus Pfützen und Gießkannen. Das liegt vermutlich an dem hohen Kalkgehalt oder den zugesetzten Chemikalien.

Wichtig ist: stellen Sie verschiedene Wassernäpfe weit entfernt von der Futterstelle auf, auch ein Zimmerbrunnen wird gern angenommen. Katzen in der freien Natur trinken auch nicht neben dem Futterplatz.
 

Nr. 194 - Achtung Plagegeister!

Für Freigängerkatzen beginnt jetzt die Zeit der Plagegeister. Ausgehungerte Zecken beißen sich in der Haut fest. Mit einer Maus als Beute gelangen Flöhe, Eier und Larven von Würmern in das Tier.

Gegen Flöhe können Sie leicht vorbeugen, bei Zecken bekommen Sie ein speziell für Katzen zugelassenes Mittel beim Tierarzt und gegen Wurmbefall gibt es keine Vorbeugung, sondern nur eine Wurmkur danach. Verwenden Sie bitte keine für Hunde zugelassene Antifloh- oder Zeckenmittel! Unsere Samtpfoten reagieren hochempfindlich auf die darin enthaltenen Gifte und können schlimmstenfalls sogar daran sterben!
 

Nr. 193 - Ganzkörpermassage

Legt sich Ihre Katze auch gern auf einen Kartoffelsack, auf Kieselsteine oder einen Holzstapel? Sicherlich empfindet sie den Geruch als angenehm. Der wichtigere Grund ist die sanfte Massage, die diese Naturmaterialien bei jeder Bewegung auslösen. Hierdurch wird die Haut durchblutet und die Muskulatur sogar im Schlaf gestärkt.

Bieten Sie Ihrer Mieze doch einmal ein Kirschkernkissen oder eine mit Dinkelkörnern gefüllte Schlafdecke an. Sie erfüllen den gleichen Zweck, denn sie passen sich der Körperstellung an und massieren gleichzeitig Haut und Muskeln.
 

Nr. 192 - Mäuse fangen ja, aber fressen...?

Schon ab der vierten Lebenswoche bringt die Katzenmutter ihren Jungen tote Beute. Später bringt sie ihren Kleinen lebende Mäuse und beobachtet die Reaktion ihrer Kinder, damit sie eingreifen kann, wenn sie überfordert sind. Anschließend tötet sie die Beute und überlässt sie den Jungen. Schnell haben die gelernt, wie man mit lebenden Mäusen umgeht. Kätzchen, denen die Mutter das Töten nicht gezeigt hat, spielen später damit, töten sie aber nicht.

Das Spiel mit der lebenden Beute ist sinnvoll, denn die kleinen Miezen testen dabei, wie stark und kräftig der Gegner ist. So kann eine ausgewachsene Ratte die Katze schwer verletzen. Die Jägeirn entscheidet während des Spiels, ob der Todesbiss sinnvoll oder riskant ist. 
 

Nr. 191 - Zusammengehörigkeitsgefühl

Auch der „Einzelgänger“ Katze hat durchaus Gene für ein harmonisches Leben in der Gruppe. So kennen und erkennen sie die klassischen sozialen Gesten von Tieren, die in Gemeinschaften leben. Die Wichtigsten sind das gegenseitige Putzen und das Kontaktliegen im Schlaf. In beiden Fällen tauschen sich die Duftstoffe beider Körper aus - ein wichtiger Faktor für das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Der bekannte Katzenforscher Paul Leyhausen war der Überzeugung, dass alle Mitglieder der Familie Katze ein Gen für ein soziales Leben haben. Allerdings ist das nur bei Löwen und unseren Hauskatzen aktiviert, bei anderen liegt es brach.
 

Nr. 190 - Hund und Katze

Für das Rudeltier Hund, das während der Sozialisierungsphase alles, was seinen Alltag begleitet zur Familie zählt ist es normal, die Katze des Hauses zu respektieren. Die eigenwillige Katze muss sich dagegen erst von den Vorteilen einer solchen Beziehung überzeugen. Erst wenn sich der Hund als warm und weich, schutzspendend und aufpassend erweist, schenkt sie ihm Sympathie oder sogar Liebe.

So kann man von beiden Seiten sagen: Es ist das Individuum, dem sie Liebe schenken, andere Katzen/Hunde gelten zunächst als Gegner. So weiß ein Hund genau, welche Mieze zu seinem Rudel gehört.

 

Nr. 189 - Zusatzvitamine?

Im Gegensatz zu uns Menschen, müssen Katzen Vitamin C nicht mit der Nahrung aufnehmen. Ihr Körper stellt das nämlich selbst her. Die weiteren notwendigen Vitamine wie A, B und D sowie Mineralstoffe und Spurenelemente entnehmen richtig gefütterte Tiere ihrer Nahrung. Achtung! Während Zusatzgaben von Vitamin C keinen Schaden anrichten, weil der Körper ausscheidet, was er nicht verwerten kann, sind Überdosierungen anderer Vitamine schädlich. Deshalb füttern Sie Nahrungsergänzungsmittel bei der Samtpfote immer nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Sie können tatsächlich auch einmal nötig sein, wenn Ihre Mieze chronisch krank ist, nach Operationen oder schwerem Durchfall.

 

Nr. 188 - Die Lernphase beginnt!

Im Alter von sieben Wochen probieren Katzenkinder so ziemlich alles aus: Sie jagen, was sich bewegt, natürlich auch den eigenen Schwanz. Wenn es sich ergibt wird gekämpft, dabei wird auch vor dem Teppich nicht Halt gemacht. Jetzt speichert das Gehirn alle Erfolgserlebnisse als „wiederholenswert“. Aber auch Misserfolge entmutigen die kleinen Miezekatzen nicht, sie ändern dann höchstens ihre Vorgehensweise. Das Gelernte in dieser Phase vergessen sie nie.

Deshalb Vorsicht in dieser Sturm- und Drangzeit! Benutzen Sie Kindersicherungen an den Steckdosen, verkleiden Sie offene Treppen und verschliessen alle Luken in Küche, Bad und hinter Schrankwänden.

 

Nr. 187 - Frieren Katzen im Winter?

An windstillen Tagen frieren Freigänger selten, denn sie sind durch dichtes Unterfell sehr gut geschützt. Sie können sich außerdem durch Bewegung warm halten. Wenn allerdings eisige Windböen die Deckhaare verwehen, frösteln sogar gelernte Freiläufer und suchen Deckung. Bei Minustemperaturen ist Nässe ganz besonders gefährlich. Wenn eine Katze z. B. in einem Teich einbricht, muss sie sofort in Warme gebracht werden.

Wenn es eisig kalt ist, reduziert sich die Durchblutung in Ohren, Schwanz, Beinen und Pfoten. Diese Körperteile fühlen sich dann ganz kalt an, weil sie nur wenig warmes Blut aus dem Körper abziehen.

 

Nr. 186 - Schief gelaufen!

Pleiten, Pech und Pannen erleben Katzen oft, denn es wurde festgestellt, dass gerade mal fünf Prozent ihrer Jagden erfolgreich sind. Allerdings können sie ihre Misserfolge wunderbar kaschieren. Sie lassen mit der sogenannten Übersprungshandlung einen Fehlschlag so erscheinen, als hätten sie ihn genauestens geplant. Sie überspielen das mit hektischem Putzen oder einer imaginären Verfolgungsjagd.

Bei jeder geplanten Handlung baut der Körper nämlich Spannung auf, aktiviert alle Muskeln und Nerven, damit das Unternehmen erfolgreich zu Ende geführt werden kann. Klappt das nicht, muss sich die überschüssige Energie durch Bewegung entladen.

 

Nr. 185 - Bällchen und Mäuschen

Seit es so viele Wohnungskatzen gibt, machte man sich immer mehr Gedanken über sinnvolles Spielzeug. So sind federleichte Bällchen und Mäuse in allen Variationen sehr beliebt. Sie verlieren nie ihre Attraktivität, weil sie in Form und Gewicht der natürlichen Beute entsprechen und sich auch so ähnlich bewegen lassen. Die meisten Katzen spielen damit genauso wie mit einer lebenden Maus – stupsen sie an und schleudern sie durch die Luft, um sie erneut zu packen.

Räumen Sie Spielzeug nach dem Spiel weg, denn auch echte Beute bleibt nicht sitzen oder liegen. Spielzeug, das plötzlich auftaucht und nicht immer zur Verfügung steht, ist einfach attraktiver.

 

Nr. 184 - Vorsicht beim Spielen

Haben Sie schon einmal versucht, einer spielenden Katze die „Beute“ streitig zu machen? Sie reagiert blitzschnell! Aus einer sanften Mieze kann eine richtige Furie werden, die es nicht beim Fauchen belässt, sondern sich mit Krallen und Zähnen gegen die Hand wehrt. Wenn Sie also Ihrer Samtpfote etwas wegnehmen wollen, das sie nicht haben darf, lenken Sie sie mit einem anderen Spielzeug ab.

Vorsicht! Mit Katzenbissen ist nicht zu spaßen, weil die Wunde sich sofort schließt und dadurch die Bakterien in der ‚Wunde bleiben. Katzenhalter mit temperamentvollen Katzen sollten Bisswunden gut beobachten und gegen Tetanus geimpft sein.

 

Nr. 183 - Der richtige Tierarzt?

Es ist extrem wichtig für die Gesundheit Ihrer Katze, dass Sie und der Tierarzt einen guten Draht zueinander haben. Deshalb sollten Sie sich Zeit lassen, den idealen Veterinär für sich und Ihr Tier zu finden. Dabei muss es nicht immer die am besten ausgestattete Klinik sein, die auf dem neuesten Stand ist. Ganz entscheidend ist, dass Ihre Samtpfote keine Panikattacken hat und dem Tierarzt vertraut.

Wenn der Gang zum Tierarzt jedes Mal mit Tränen und Blut endet, Sie sich schlecht oder unzureichend informiert fühlen oder das Tierarzt-Team gehetzt wirkt und nicht genug Zeit hat, wechseln Sie lieber, denn Ihr Misstrauen oder Ärger überträgt sich auf Ihre Mieze.

 

Nr. 182 - Unterschiedliche Ansprüche von Hund und Katze

Problematisch ist das Füttern, wenn Hund und Katze in einer Familie leben. So werden die Hunde vom Katzenfutter unweigerlich zu dick weil es zu viel Fett enthält, dagegen reagieren die Miezen durch das proteinarme Futter mit Mangelerscheinungen. Auch bei der Bekämpfung von Flöhen und Zecken sowie den Entwurmungsmitteln darf die Katze nie das gleiche wie der Hund erhalten – es kann Gift für sie sein. Das Verdauungssystem unserer Katze ist auf Fleisch ausgerichtet, während der Hund zusätzlich auch Vegetarisches zu sich nimmt.

 

Nr. 181 - So spielen Katzenkinder

Jungkatzen sind nicht zimperlich, wenn sie zwischen der 12. und 26. Woche ihre Kräfte erproben. Besonders vorwitzige Kätzchen werden von älteren Artgenossen mit Fauchen oder einer deftigen Ohrfeige zu Recht gewiesen, wenn sie ihnen in den Schwanz beißen oder sie mit ausgefahrenen Krallen bespringen. Gleichaltrige halten dagegen mit und nehmen auch mal einen Kratzer oder Biss in Kauf.

In diesem Alter können Sie Ihrem Samtpfötchen am einfachsten beibringen, dass menschliche Haut empfindlich ist. Hilfreich ist, wenn Sie bei jedem Kratzen oder Beißen einen übertriebenen Schmerzlaut ausstoßen und blasen (fauchen) dabei das Kätzchen kräftig an.

 

Nr. 180 - Wie kommunizieren Katzen?

Ist es Ihnen schon aufgefallen? Katzen reden untereinander ganz anders, als mit uns Menschen. So „sprechen“ befreundete Katzen sehr leise miteinander. Bei unseren Wohnungskatzen können wir es besonders gut beobachten: Wir hören höchstens ein Gurren, Schnurren oder - ganz selten- ein zartes“ Mi“ bei erwachsenen Samtpfoten. Auch Katzenkinder lernen schnell, leise miteinander zu kommunizieren. Anders sieht es draußen aus, wenn die Katzen einander nicht kennen oder nicht leiden können. Das Drohgeschrei zweier Kater kann markerschütternd und weit zu hören sein.

Allerdings für uns Menschen haben Katzen eine eigene Sprache entwickelt. Sie ist sehr melodiös, teils leise, teils laut. Diese „Mis“ und „Miaus“ dienen ausschließlich der Verständigung mit uns. Geht es Ihnen auch so: Sie verstehen genau, was Ihnen Ihre Mieze sagen will?

 

Nr. 179 - Wo schlafen sie?

Zwei bis drei favorisierte Langschlafplätze haben ungefähr die Hälfte der Katzen, die sie regelmäßig aufsuchen. Ein Teil davon sucht für einige Wochen immer einen bestimmten Ort für den Erholungsschlaf auf, um dann wieder einige Wochen einen neuen Platz zu benutzen. Der andere Teil dagegen besetzt seine Schlafplätze gleichzeitig, wechselt aber während einer Schlafphase den Ruheplatz öfter.

Ungefähr 38 Prozent der Samtpfoten haben nur einen einzigen festen Schlafplatz für ihren Tiefschlaf. Und der ist – wen wundert es - das menschliche Bett, das sie am lieben mit ihren Menschen teilen, aber notfalls auch ganz allein besetzen.

 

Nr. 178 - Katzengehör

Wummernde Bässe und andere Töne im niedrigen Frequenzbereich (unter 30 Hertz) nehmen wir Menschen zwar wahr, das Katzenohr hört sie nicht. Laute im Ultraschallbereich sind für diese Jäger viel wichtiger. Laute wie sie Mäuse und Fledermäuse für uns unhörbar ausstossen, können Katzen deutlich hören und so auch wispernden Mäusen im hohen Gras mit den Ohren folgen und Fledermäuse auf der Jagd orten.

Bis heute konnte nicht erforscht werden, wie die Samtpfoten für uns unhörbare Töne aus Funksignalen wahrnehmen. Man sollte deshalb Kratzbaum und Katzen-WC nicht neben TV, Handystation und anderen signalsendenden Geräten aufstellen. Mieze könnte sie sonst meiden.

 

Nr. 177 - Idealtemperatur

Um die 24 Grad C liegt die Temperatur bei der sich Katzen richtig wohl fühlen. Sie rollen sich nicht eng zusammen, suchen keinen Kontakt zu einem warmen Körper oder schlüpfen unter eine Decke. Ihr Fell bleibt angelegt. Kühlt sich die Luft aber ab, zieht sich die flexible Katzenhaut stark zusammen, wodurch sich die Haare aufrichten. Bei uns Menschen entsteht auf diese Weise die Gänsehaut.

Das heißt aber nicht, dass Sie jetzt Ihre Wohnung auf 24 Grad heizen müssen. Ihre Katze ist mit einer warmen Ecke nahe der Heizung, unter einer dicken Decke oder unter einer wärmenden Lampe zufrieden.

 

Nr. 176 - Neuzugang

Zugegeben, Liebe auf dem ersten Blick ist selten. Es gibt sie, besonders bei Katzen, die noch nie ohne Artgenossen gelebt und ihren Partner verloren haben. So überdeckt das Bedürfnis nach vierpfotiger, feliner Gesellschaft die natürliche Verteidigungsbereitschaft gegenüber einem fremden Eindringling. Dem Neuling gegenüber zeigen sie verhaltene Freundlichkeit, was diesen, der noch keine Orientierung hat, zur Annäherung anspornt.

Ein bis zwei Tage sollten Sie aber zwei Katzen, die sich eben erst kennen gelernt haben, beobachten und jeder einen Fluchtweg offenhalten. Die Aufregung beider kann aus uns unergründlichem Anlass blitzschnell in Wut umschlagen.

 

Nr. 175 - Ich will rein!

Freigängerkatzen lernen schnell, wie sie wieder zurück in ihre vier Wände kommen. Clever wie sie sind, lernen sie auch, sich bemerkbar zu machen, um ihren Tür- oder Fensteröffner zu rufen. Deshalb müssen Sie nicht unbedingt immer einen Eingang offen halten. Wenn Ihre Mieze einen bevorzugten Eingang hat, können Sie diesen per Lichtschranke (Bewegungsmelder) oder mit einer Matte mit Drucksensibilität mit einer Katzenklingel verbinden, die drinnen läutet.

Viele Katzen gewöhnen sich das Kratzen an der Tür oder dem Fenster an. Für Mieter ist das nicht unproblematisch, weil die Krallen auf Dauer Spuren hinerlassen. Solche Kratzstellen können Sie mit einer Klarsichtfolie für Autos schützen.

 

Nr. 174 - Katzengras

Brauchen alle Katzen Gras? Nicht unbedingt, aber offenbar fressen es die meisten ganz gern, nicht immer, oft auch mit langen Pausen dazwischen – ganz individuell. Zwar bindet das unverdaute Gras verschluckte Haare im Magen und befördert sie auf natürlichem Weg hinaus, aber das kann auch Maltpaste oder ein Trockenfutter mit einem Anti-Hairball-Wirkstoff. Allerdings tun die Gräser mehr: sie putzen beim Zerkauen auch die Zähne und Zahnzwischenräume.

Alle Katzen vertragen das Katzengras nicht, für die ist es ratsam, die scharfen Spitzen zu kürzen oder das „Grünfutter“ selbst auszusäen. Nehmen Sie ungeschälten Hafer, säen in Substrat oder Bioerde, wässern gut und warten bis die Sprösslinge 4 bis 5 cm hoch sind.

 

Nr. 173 - Vorahnung

Es ist kaum zu glauben und so mancher schüttelt den Kopf darüber: Kaum haben wir uns vorgenommen, mit der Katze zum Tierarzt zu gehen und wollen sie in den Transportkorb setzen, ist sie einfach verschwunden. Wollen wir verreisen und sind am Kofferpacken oder erwarten den Catsitter, hat unsere Mieze eines der Gepäckstücke besetzt. Auch wenn die Wurmkur oder das Flohmittel ansteht, sind wir auf einmal „katzenlos“.
Es ist unsere Aufregung, die sich auf unsere Samtpfote überträgt und sie sich verkriechen lässt. Am besten treffen Sie Ihre Vorbereitungen schon am Vortag, so dass alles griffbereit ist und Sie den Überraschungseffekt nutzen können.

 

Nr. 172 - Nicht so grob!

Beobachten Sie einmal Katzen beim gemeinsamen Spiel: Wenn eine versehentlich ihre Krallen oder Zähne zu intensiv einsetzt, wehren sich junge Katzen mit einem schrillen Schrei und folgender Flucht. Bei den Älteren und Stärkeren sieht das anders aus: Sie fauchen einmal kurz, stoppen damit das Spiel und trollen sich, ohne den Gefährten eines Blickes zu würdigen. Diese beiden wirksamen Methoden sollten auch wir nutzen.

Wenn Ihr Kätzchen Ihnen unabsichtlich im Übermut weh tut, reicht ein spitzer Schrei, um es zu stoppen. Danach unbedingt das Spiel beenden. Bei älteren Katzen hilft es, wenn Sie „fauchen“. Blasen Sie ihnen direkt ins Gesicht und gehen weg.

 

Nr. 171 - Teilung des Reviers

Freigängerkatzen müssen sich zwangsläufig in Stadtgebieten und Vorstädten das Revier mit fremden Katzen teilen. Sie gehen dabei sehr klug vor, in dem sie sich nicht nur räumlich sondern auch zeitlich aus dem Weg gehen. Es gibt auch Samtpfoten die Zweckgemeinschaften bilden, um weitere Konkurrenten gemeinsam zu vertreiben. Wenn sich allerdings die Teilung des Reviers eingependelt hat, herrscht Ruhe, bis eine neue Samtpfote dazu kommt oder eine Alte verschwindet.

Wenn Sie also eine neue Mieze aufnehmen oder umziehen, sollten Sie die Artgenossen in der Nachbarschaft berücksichtigen. Es kann anfangs zu Revierkämpfen kommen, bis Ihre Katze sich bestimmte Zeiten und Wege gesucht hat, die die anderen nicht tangieren.

 

Nr. 170 - Folgetrieb

Es sind meist die “ewigen Kinder“, die nicht erwachsen werden wollen. Sie wurden oft von Hand aufgezogen oder haben ihre Menschen von Geburt an als „Überkatze“ erlebt: Solche Miezen haben oft einen Folgetrieb, sie gehen mit Gassi, sie bewachen Wohnung und Haus, lassen sich sogar erziehen und gehorchen – meistens – aufs Wort.

Ob Sie so eine „Hund-Katze“ haben, können Sie leicht feststellen: Versuchen Sie ihr Pfötchen-geben beizubringen, nicht nur gegen Leckerli, sondern auch nur gegen ein Lob. Diese Katzen sind süchtig nach Anerkennung durch den von ihnen vergötterten Menschen.

 

Nr. 169 - Schattenplatz

Instinktiv meiden Katzen nach Möglichkeit offene Plätze. Auch innerhalb ihres Reviers bewegen sie sich lieber entlang von Deckungsplätzen und erhöhten Fluchtpunkten. Besonders aber in einem neuen Territorium ruhen, schlendern und beobachten sie fast ausschließlich aus der Deckung heraus. So kann es Jahre dauern, bevor sie sich einen sonnigen offenen Platz für ein Schläfchen suchen.

Wenn eine neue Katze bei Ihnen einzieht, richten Sie ihr drinnen, auf dem Balkon, Terrasse oder im Garten solche geschützten Plätze ein, das bietet ihr von Anfang an Sicherheit. Von dort sucht Mieze dann auch den Anschluß an Sie.

 

Nr. 168 - Schon gehört: BARF?

Wie gesund ist Barfen für Katzen? BARF – Biologisch-Artgerechtes-Rohes-Futter – wird bei Katzenhaltern heiß diskutiert. Die Befürworter meinen, dass sich wildlebende Katzen ausschließlich roh ernähren und dabei außer Fleisch auch Knochen und den Mageninhalt der Beutetiere zu sich nehmen. Die Gegner antworten dagegen, dass keine Katze ein Lamm, Rind oder Schwein erlegt oder freiwillig Gemüse isst.

Wenn Sie Ihre Katze mit Rohfutter ernähren wollen, lassen Sie sich von einem Spezialtierarzt für Ernährung beraten. Der wird für Ihre Samtpfoten eine individuelle Nährwerttabelle anlegen und Ihnen die passenden Mischungen empfehlen.

 

Nr. 167 - Mäuschenstill

Haben Sie sich auch schon gefragt: Warum bringt meine Katze eine lebendige Maus ins Haus, lässt sie entfliehen und interessiert sich danach nicht mehr für sie? Weil die Maus das einzige Richtige zu ihrer Rettung tut: Sie stellt sich tot. Was aber nicht raschelt, quietscht oder sich bewegt, ist für unsere Samtpfoten gähnend langweilig. Deshalb entkommt das Opfer gar nicht so selten, wenn es sich nur mucksmäuschenstill verhält, bis Mieze den Raum verlassen hat. Eine der Katze entflohene Maus kann man nicht mit Futter ködern, denn sie steht noch unter Schock. Nach Möglichkeit sperren Sie die Katze aus dem Zimmer und öffnen einen Ausgang ins Freie, sie können aber auch eine Lebendfalle über Nacht aufstellen.

 

Nr. 166 - Bussi

Es ist bekannt, dass Hund und Katze eine total andere „Körpersprache“ sprechen. Deshalb kommt es oft zu Missverständnissen. Freunde mit der Nase begrüßen tun aber beide. Sie tauschen dabei nämlich ganz nebenbei ihre geruchliche „Visitenkarte“ aus. Die bleibt im Gehirn gespeichert und schafft bei beiden ein Familiengefühl, das ihnen Sicherheit gibt. Der Eigengeruch ist die sicherste Art der Wiedererkennung, Ähnlichkeiten im Aussehen und in der Lautgebung können täuschen.

 

Nr. 165 - Jagderfolg

Die Stelle in ihren Revier, an der eine Katze Beute gemacht hat, sucht hat sie immer wieder auf. Je öfter sie dort erfolgreich war, umso geduldiger wartet sie auf ihre nächste Chance. Wenn ihr aus einem Mauseloch zweimal ein Mäuslein in die Krallen getappt ist, wird sie es manchmal stundenlang bewachen. So verteidigt sie ihre besten Jagdstellen oft sogar gegen Artgenossen.

Sie können das auch bei Ihrer Wohnungskatze ausprobieren. Verstecken Sie ein Leckerle in einem Regal oder unter einem Schrank, spielen Sie mit ihr und lassen sie das Naschwerk finden. Sie wird nach kurzer Zeit zielstrebig dort suchen.

 

Nr. 164 - Selbstverständliche Tugenden

Wer länger mit seiner Katze zusammenlebt erkennt, dass viele der Tugenden, die wir uns für uns selbst wünschen, bei ihr selbst verständlich sind. Das beginnt schon beim Durchsetzungsvermögen und bei der Konsequenz, mit der sie ein gesetztes Ziel verfolgen: Leckerbissen erbetteln, Platz im Nippesregal einnehmen, Schmusestunde einfordern. Aber nicht nur das, auch die unendliche Ruhe und Geduld, die unsere Samtpfoten zeigen können, sind beneidenswert.

Fragt man Nichtkatzenbesitzer was sie an einer Mieze bewundern, rühmen sie das natürliche Wesen, die Eleganz, den Egoismus und die Fähigkeit, sich nicht zu beugen. Katzenbesitzer dagegen schwärmen von der Zärtlichkeit, der Raffinesse und dem offenen Zeigen von Gefühlen jeder Art.

 

Nr. 163 - Heißer Sommer!

Pralle Sonne und Hitze machen Katzen wenig aus. Die meisten reagieren prompt und vernünftig. Sie verschlafen die heißesten Stunden an einem schattigen, geschützten Platz und verlegen ihre Spiel- und Schlenderzeiten an den frühen Morgen oder den späten Abend. Schwüle Wärme macht sie müder als trockene Sonnentage. Sie sollten bei anhaltenden Hitzeperioden das Futter etwas reduzieren, weil die Miezen weniger Energie verbrauchen. An heißen, trockenen Tagen trinken sie wesentlich mehr als üblich, weil sie sich häufiger putzen und dadurch viel Körperflüssigkeit verlieren. Das von der Zunge befeuchtete Fell gibt Verdunstungskälte ab. Bei extremer Hitze können Sie Ihrer Katze mit einem feuchten Tuch Kühle verschaffen.

 

Nr. 162 - Vorsicht Zecken

Katzen scheinen zwar nicht so anfällig für die von Zecken übertragenen Krankheiten zu sein, doch sollten Sie in Gegenden, in denen infizierte Zecken leben, aufpassen. Wenn Ihre Miezen vom Freigang nach Hause kommen, suchen Sie streichelnd ab und entfernen gefundene ,noch winzige Zecken sofort mit einer Zeckenpinzette oder einem Zeckenclip ab. Schwierig ist die Suche jedoch bei Samtpfoten mit dichter Unterwolle. Diese sollten Sie mit einem Präparat vom Tierarzt (!), das für Katzen zugelassen ist, gegen Zecken schützen. Beachten Sie die Wirkungsdauer und verwenden nie ein Präparat, das für Hunde entwickelt wurde.

 

Nr. 161 - Kätzischer Wecker

Wenn der Biorhythmus von Katze und Mensch sich richtig eingespielt hat, wacht die Katze kurz vor der menschlichen Aufstehzeit auf. Sie versucht jetzt ihre Familie zu wecken. Das geschieht auf unterschiedliche Weise. Meistens mit leisem Schnurren, einem leichten Pfotenstupser oder einem unterschiedlich lauten Miau. So können Sie weiches Fell kraulen, während Ihr Kreislauf in Schwung gebracht wird. Das ist sicher schöner, als einen Wecker zum Schweigen zu bringen.

Wie können Sie eine zu laute oder temperamentvolle Katze bzw. eine die Sie zu früh weckt zur „Pünktlichkeit erziehen? Atmen Sie gleichmässig weiter, stellen Sie sich schlafend und reagieren auf keine Aktion Ihrer Mieze. Bleiben Sie konsequent!

 

Nr. 160 - Federspiele

Mit einem Bündel Federn, die an einer langen Schnur fliegen, bringen Sie auch träge Katzen in Schwung. Sie haschen nach dem leichten Bündel, können es gut packen und wieder freigeben. So lässt sich die Jagd beliebig verlängern. Sie sollten Ihre Katze gut kennen, wenn Sie mit ihr „Federn-Fangen“ spielen, denn beim ersten Anzeichen von Unlust müssen Sie aufhören, sonst verliert das Spiel bald seinen Reiz.

Das Federspiel ist ein Teamspiel. Ohne den Menschen, der den Flug reguliert, macht es Katzen keinen Spaß, weil das Bündel nicht davon fliegt. Schlimmstenfalls verzehren sie die Federn und das bekommt ihnen sicher nicht.

 

Nr. 159 - Was ist erlaubt?

Wer seine Terrasse oder seinen Balkon katzensicher einzäunen will, der kann besonders in Hochhäusern oder allgemein als Mieter Probleme bekommen. Ihr Vermieter muss nämlich auf jeden Fall vorher gefragt werden. Ein Netz , Gitter oder Verglasung darf die Gesamterscheinung einer Fassade nicht beeinträchtigen. Zeigt Ihr Balkon in einen Hinterhof steht einem Netz nichts entgegen.

Allerdings gibt es sehr unterschiedliche Urteile zur katzensicheren Balkonverkleidung. Die wichtigsten Urteile finden Sie unter www.tierportal.de in der Katzenwelt unter Haltung, Recht und Rat. Hier finden Sie auch Empfehlungen, wie Sie einem Prozess erfolgreich entgehen können.

 

Nr. 158 - Eine wirklich gute Tat

Es ist sicher nicht einfach, eine alte Katze von einer Tierschutzorganisation zu holen, denn die Zeit mit ihr ist begrenzt. Aber bei diesen Tieren handelt es sich um die Ärmsten der Armen: Sie lebten oft jahrelang behütet bei Menschen, die dann starben und deren Erben die Tiere einfach weggaben. Zum Verlust von Heim und Mensch kommt dann noch der Stress plötzlich mit vielen Artgenossen aber ohne die Bezugsperson da zu stehen.

Diese Oldies blühen richtig auf, wenn sie zu Menschen in einer ruhigen Umgebung kommen, die ihnen in den letzten Jahren Fürsorge und Streicheleinheiten bieten. Sie sind viel verschmuster und weniger abenteuerlustig als jüngere Tierheimkatzen Ein Versucht lohnt sich!

 

Nr. 157 - Trocken- oder Nassfutter?

Eine Katze liebt besonders Trockenfutter und lehnt das Nassfutter ab, umgekehrt natürlich auch. Weil moderne Alleinfutter alle notwendigen Nährstoffe für die Katze enthält, können Sie eigentlich nichts falsch machen. Trockenfutter hat den Vorteil, länger haltbar zu sein, es lockt keine Fliegen an den Napf und kann deshalb den ganzen Tag offen stehen bleiben. Andererseits nimmt sie in kurzer Zeit konzentriertes Futter auf, fühlt sich aber nicht satt, bis die Pellets aufgequollen sind.

Sie sollten deshalb Trockenfutter genau dosieren und nicht ständig im Napf stehen lassen, sonst wird Ihre Mieze zu dick. Bei Feuchtfutter dagegen ist der Magen schneller voll und die Versuchung zu viel zu fressen verringert sich.

 

Nr. 156 - Gruß mit dem Schwanz

Im Löwenrudel zeigt ein Mitglied dem anderen seine Freundschaft, in dem es den Schwanz steil nach oben stellt. Auch Katzen, die sich draußen über den Weg laufen, zeigen wenn sie sich kennen, schon auf große Distanz ihre Friedensbereitschaft. Dieses Signal wenden sie auch bei Menschen an. Wenn Ihnen draußen eine Mieze begegnet, sehen Sie auch schon von Weitem, ob sie Menschen mag.

Sie dürfen also eine Katze, die Ihnen mit hocherhobenem Schwanz entgegen kommt, streicheln, wenn Sie ihr nahe genug kommen. Eine Fremde, die bei Ihrem Anblick stehen bleibt und Sie mit leicht gesenktem Schwanz beobachtet, signalisiert Scheu. Wenn sie mit dem Schwanz peitscht, ist Vorsicht geboten. Wenn sie kann, läuft sie aber davon.

 

Nr. 155 - Pflegekatzen

Auch wenn der Mietvertrag keine Katzenhaltung erlaubt, kann der Vermieter nicht verbieten zum Beispiel Besuch, der seine Katze mitgebracht hat, aufzunehmen. Sie können auch eine oder zwei Katzen in Pflege nehmen. Sie dürfen also Samtpfoten zeitweise beherbergen, so lange nicht ständig Katzen in Ihrer Wohnung leben, sondern nur zeitweise betreut werden. Idealer ist natürlich, wenn die Katze in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann, aber das ist ja nicht immer möglich. Einzelkatzen sollte man nicht wochenlang allein in der Wohnung lassen, zwei oder mehr Miezen fühlen sich zu Hause wohler.

 

Nr. 154 - Oldie-Futter

Ältere Katzen bewegen sich weniger als ihre jüngeren Artgenossen, deshalb ist auch ihr Stoffwechsel träger. Sie sollten deshalb – wie für die ganz jungen Kätzchen – die Mahlzeiten in kleine Portionen aufgeteilt, bis zu fünf Mal am Tag verabreichen. Dabei ist auf leicht verdauliche Proteine zu achten, dann hat Ihr Oldie keine Verdauungsprobleme und setzt weniger Fett an. Durch das Seniorenfutter unterstützt die Futtermittelindustrie Katzenhalter bei einer optimalen Ernährung.

Die ältere Katze braucht sowieso weniger Kalorien, denn ihr Wachstum ist abgeschlossen und der Körper braucht ab dem siebten Lebensjahr weniger Energie zu Muskelaufbau und Zellerneuerung

 

Nr. 153 - Mögen Sie sich sofort?

Liebe auf dem ersten Blick gibt es tatsächlich auch bei Katzen, vor allem bei solchen, die als Jungtiere in einer Großfamilie mit Kastraten, Tanten, Geschwistern und der Mutter lebten und solchen, die als Erwachsene nie ohne einen anderen Artgenossen waren. Ohne großes „Rivalenbewußtsein“ gehen sie auf eine neue Katze zu und wenn diese ähnlich sozial ist, vertragen sie sich sofort.

Allerdings muss man in den allermeisten Fällen zuerst einmal mit Krach rechnen, wenn eine zweite Mieze zur ersten kommt. Je nach Temperament und Katzentyp kann das einen Tag dauern oder Wochen. Wappnen Sie sich also für alle Fälle mit Geduld.

 

Nr. 152 - Wieder zu Hause

Wenn Katzen „entlaufen“, ist es selten, dass sie tatsächlich die Orientierung verloren haben. Viel öfter kommt es vor, dass sie unfreiwillig abtransportiert werden, weil sie in ein fremdes Auto gestiegen sind. Sie können auch nach einem Schock, Unfall, einer Begegnung mit einem Feind (z.B. Hund, Fuchs) ein sicheres Plätzchen gesucht haben und eingeschlossen worden sein. Vielleicht wurden sie auch von anderen Menschen aufgegriffen und können nicht zurück.

Wieder daheim zeigen diese Samtpfoten sehr oft ein deutlich verändertes Verhalten, Manche wollen nicht mehr ins Freie, andere sind scheu und überängstlich .Sie müssen dann viel Geduld haben.
 

Nr. 151 - Schnurren - eine Botschaft

Schon beim Anblick Ihres Zweibeiners schnurren sehr menschenbezogene Katzen zur freundlichen Begrüßung. Raffinierte Miezen schnurren, um sich einen Sonderplatz oder eine Zwischenmahlzeit zu ergattern. Schüchterne Samtpfoten wiederum nutzen das Schnurren, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wenn sich zwei Tiere gegenseitig anschnurren, dient das als Friedenspfeife.

Eine besondere Fähigkeit der Katzen ist, dass sie sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen schnurren können. Lautäußerungen des Menschen und anderer Säugetiere gibt es nur beim Ausatmen.
 

Nr. 150 - Wachturm

Für Wohnungskatzen ist ihr Kratzbaum mehr als nur ein Möbelstück. Er dient nicht nur dazu sich die Krallen zu wetzen, er hat noch weitere Funktionen als Zufluchtsort, Aussichts- und Wachturm, Markierpfahl und Treffpunkt, wenn sich mehrere Miezen die Wohnung teilen. Sie sollten immer nur Teil um Teil austauschen, damit der vertraute Geruch nicht verschwindet, der ihn so beliebt macht. Übrigens sollte die Schlafmulde ganz oben sein.

Der beste Standort für einen Kratzbaum liegt an dem Weg, den Ihre Samtpfote nach ihrem Schlaf als Erstes einschlägt. In der freien Natur würde sie jetzt einen Grenzbaum aufsuchen, um ihre Krallen zu wetzen.
 

Nr. 149 - Gibt der Klügere nach?

Warum verzeihen wir einer Katze, was bei einem Hund unweigerlich gerügt würde? Warum lächeln wir, wenn die Mieze unbedingt auf unserem Sessel liegen will? Wir suchen uns eben einen anderen Platz. Wir räumen die Vase, den Nippes, das Telefon bereitwillig aus dem Regal, wenn es der Lieblingsplatz ist. Dass die Fensterbank nicht mit Blumen voll gestellt ist, ist selbstverständlich, denn aus jedem Fenster sollte unsere Samtpfote „fernsehen“ können. Warum ist das so? Weil es sinnlos ist zu widersprechen, Katzen setzen ihren Willen fast immer und überall durch. Hierfür haben sie ein todsicheres Mittel: Geht es nicht nach ihrem Kopf, schmollen sie und entziehen uns ihre Liebe. Das tut kein anderes Haustier. Was machen wir? Wir suchen die Versöhnung.
 

Nr. 148 - Handwarm füttern!

Ihre erbeutete Maus verspeist jede Katze frisch. Sie schleppt sie höchstens an einen sicheren Ort, legt aber keine Vorratslager an. Deshalb mag sie auch kein Futter direkt aus dem Kühlschrank, aber auch keine abgestandene Nahrung, auf der sich womöglich schon Fliegen niedergelassen haben. Entscheiden Sie sich deshalb für portionsgerechtes Futter oder wärmen Sie die Reste kurz auf.

Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, bevorzugen unsere Samtpfoten bei Trockenfutter bestimmte Formen, nämlich zackige Pellets. Warum das so ist, wurde allerdings noch nicht ergründet.
 

Nr. 147 - Immer beliebter

Wissenschaftler sagen der Katze eine große Zukunft als beliebtestes Heimtier voraus. Warum? Es gibt immer weniger Großfamilien, in denen immer jemand zu Hause ist, mehr Singles, die berufstätig sind und immer mehr Menschen, die öfter umziehen. Wer dann eine Katze hat, fühlt sich selbst nie einsam. Hat er zwei, fühlen sich die Miezen auch nicht einsam und können länger allein gelassen werden. Für Katzen spricht auch noch: sie finden sich in jeder Wohnung zurecht, stellen keine großen Ansprüche und bereichern das Leben. Wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt, wird die Gesellschaft einer Katze, die gemeinsam mit einem entspannt, besonders geschätzt.
 

Nr. 146 - Optimale Menge

So einfach ist es nicht, die richtige Menge Katzenfutter zu bestimmen. Wie viel Energie Ihre Mieze verbraucht, hängt von ihrer Bewegung, vom Gewicht, das sie hat, ab. Nicht zu vergessen die äußeren Einflüsse wie Wetter und Temperatur. Dass Katzen, anders als Hunde, selbst wissen, wann sie genug haben, stimmt leider nicht. Viele fressen aus Langeweile, andere aus Futterneid mehr, als ihnen gut tut.

Denken Sie daran, wenn Sie Trockenfutter anbieten, dass Ihre Samtpfote zwar mehr kauen muss, aber das Sättigungszentrum im Gehirn sich später aktiviert, weil die Nahrung den Magen nicht sofort füllt.
 

Nr. 145 - Freilaufkatzen spielen anders

Die Behauptung, dass Freigänger weniger spielen stimmt nicht ganz. Wer sich überall frei bewegen kann, tut das nur anders. Diese Miezen haschen hier und da nach einem Schmetterling, machen begeistert Jagd auf Vögel mit wenig Erfolg und holen fliegende Samen herunter. Wenn sie allerdings hungrig sind, ist es aus mit dem Spiel: Dann wird aus dem gemütlichen Schlendergang zügiges Laufen und alle Sinne sind wach Hiermit sind die wichtigsten Voraussetzungen für Spiele erwachsener Freilaufkatzen erfüllt. Da sie sich weder um Nahrung noch eine Bleibe bemühen müssen und meistens auch keine Jungtiere versorgen, bleibt ihnen viel freie Zeit.
 

Nr. 144 - Nachbarschaft

Die meisten Menschen nichts gegen Katzen, die durch ihren Garten laufen oder es sich dort bequem machen. Sie sorgen ja auch dafür, dass die Umgebung mäusefrei wird und bleibt. Wussten Sie, dass Katzen geduldet werden müssen, auch wenn man sie nicht mag? Das jedenfalls meinen die Gerichte. Katzenhalter dürfen auch nicht dafür belangt werden, wenn die Mieze die Terrasse für sich beansprucht oder in die Wohnung eindringt.

Am häufigsten kommt der Nachbarschaftsstreit im Mai/Juni auf, wenn die Jungvögel schon aus dem Nest, aber noch nicht flügge sind. Besonders in der Dämmerung sind sie eine leichte Beute für die Katze.
 

Nr. 143 - Putzrituale

Unsere reinliche Katze putzt sich mindestens einmal am Tag, an sehr heißen und trockenen Tagen auch mehrmals, von Kopf bis Fuß. Haben Sie es auch schon beobachtet, dass sie dabei ganz systematisch vorgeht? Die meisten beginnen am Schwanz, es folgen beide Hinterbeine, der Bauch, die Brust, der Rücken, die Vorderbeine und schließlich der Kopf. Zum Schluss kontrolliert die Mieze noch die Krallen der Hinterpfoten und kürzt sie, falls nötig. Zwar nutzen sich auch die hinteren Krallen beim Klettern und Wetzen am Kratzbaum oder Bäumen in der freien Natur ab, aber nicht so stark wir die an den Vorderpfoten. Deshalb stutzt die Samtpfote sie mit den Zähnen.
 

Nr. 142 - Katzenaugen

Auch bei uns Menschen kennen wir schreckgeweitete Augen. Ein plötzlicher Schmerz oder Schock lässt die Pupillen ganz groß werden. Bei Katzen ist das besonders auffällig, sie weiten ihre Pupillen aber noch aus anderen Gründen. Wenn sie zum Beispiel in der Dämmerung oder bei Dunkelheit besser sehen wollen, aber auch aus Angst, bei starkem Stress im Zweikampf, nach der Flucht oder einem Angriff.

Durch ihre Schnurrhaare können sich unsere Samtpfoten auch orientieren, wenn sie nichts sehen. Für ein katzengerechtes Leben sind die Augen aber sehr wichtig. Wenn Sie verdächtige Schleier, Trübungen oder Flecken erkennen, gehen Sie mit Mieze unbedingt zum Tierarzt.

 

Nr. 141 - Tabuzonen

Schon bei ihrem Einzug sollte man einer Katze beibringen, was erlaubt ist und was nicht. Nie wieder ist der Zeitpunkt günstiger. Lassen Sie sie nur die Räume erkunden, in denen sie leben soll und verwehren ihr den Zugang z.B. zum Schlafzimmer, in den Hausflur und sonstige Räume, wenn diese auch später tabu sein sollen. Klatschen Sie in die Hände, wenn Mieze auf den Esstisch springen will oder anfängt Ihre Blumentöpfe umzugraben oder sie als Katzenklo zu benutzen.

Kätzchen ordnen ihr neues Revier in die Kategorien „gut“, „unangenehm“ und „gefährlich“ ein. Sie müssen Unerlaubtes deshalb mit schlechten Erfahrungen verbinden wie Lärm und grobes Heruntersetzen.

 

Nr. 140 - Katzensprache

Wissenschaftler haben sechzehn unterschiedliche Arten „Miau“ bei unseren Katzen analysiert. Die meisten davon finden zwischen der Katzenmutter und ihren Babys statt. Erwachsene Katzen benutzen die Lautsprache kaum noch untereinander. Ihnen genügen das einschmeichelnde Schnurren; das drohende Fauchen und - in der Paarungszeit – der laute Lockruf der Kätzin bzw. der Revierverteidigungsgesang der Kater.

Ganz anders sprechen unsere Samtpfoten mit uns. Als Familienkatzen entwickeln sie ein eigenes Repertoire an „Mis“ und „Miaus“, mit dem sie nur den Menschen ansprechen und sie werden verstanden. Sicher verstehen Sie auch die Sprache Ihrer Mieze und erfüllen nach Möglichkeit jeden Wunsch.

 

Nr. 139 - Dicke Haut

Nicht nur bei uns Menschen ist die Haut das größte Organ, auch bei einer Katze ist das nicht anders. Sie wiegt zum Beispiel bei einer Vier-Kilo-Katze 500 Gramm. Sie ist also dicker und grober als unsere, reagiert trotzdem auf kleinste Reize. Sie ist so dehnbar, dass sich die Miezen durch kleinste Öffnungen zwängen können, ohne dass sie reißt. Ein Wunderwerk, das auf unser sanftes Streicheln reagiert, gleichzeitig aber auch vor Verletzungen schützt.

Das Haarkleid der Katze reagiert mit dieser Haut. Wenn sie sich zusammenzieht (bei Kälte ähnlich unserer Gänsehaut), stellen sich die Haare schräg auf und bilden dadurch Luftpolster die die Wärme binden. Bei Stress und Erregung stehen sie sogar senkrecht, die Katze wirkt dadurch Feinden gegenüber als besonders groß und gefährlich.

 

Nr. 138 - Eine Macke?

Viele mit dem Fläschchen aufgezogene Katzen, die viel zu früh von der Mutter getrennt wurden, entwickeln das „Pica-Syndrom“, eine Ess-Störung. Sie nuckeln an Wolle, verbeißen sich in Stoffe und nagen an Knöpfen. Viele Katzenhalter mögen das überhaupt nicht. Bei manchen Miezen verflüchtigt sich diese „Woll-Lust“ nach der Geschlechtsreife andere behalten die Sucht des Nuckelns an Kleidungsstücken ihr Leben lang.

Man kann versuchen, alle Teile, die für eine Pica-Katze interessant sind, sicher weg zu räumen und sie, wenn sie in Nuckelstimmung kommt, mit einem Spiel abzulenken. Hilfreich sollen auch Zerrstricke für kleine Hunde sein, die solche Katzen als Beute lieben.

 

Nr. 137 - Ernst gemeint?

Eine Katze ist schlau und sensibel. Bereits wenige Wochen nach dem Einzug ins neue Zuhause kann sie Absichten und Stimmungen ihrer Menschen zweifelsfrei aus dem Mienenspiel lesen. So beeindruckt sie eine zur Schau gestellte Grimmigkeit oder ein falsches Lächeln wenig. Auch falsche Töne werden aus unseren Worten sofort heraus gehört. Versuchen Sie erst gar nicht Ihre Mieze zu „belügen“, es bringt nichts.

Natürlich sollte Ihre Samtpfote wissen, wenn Sie richtig böse sind, Sie ihrem Charme aber nicht widerstehen können, gehen Sie einfach aus dem Raum. Das beeindruckt sie mehr als böse Worte, die in einem Lächeln münden.

 

Nr. 136 - Steckt schlafen an?

Diese Frage kann man mit „ja“ beantworten, wenn mehrere Katzen zusammen leben. Sie synchronisieren ihren Tagesrhythmus. So sind sie zu den für sie wichtigsten Zeiten (Spielen und Essen) hellwach, um zur Stelle zu sein. Andererseits beruhigt sie das gleichmäßige Atmen beim Schlafen, das müde macht. Es wurde beobachtet, dass die älteste Katze die Schlaf- und Schlummerzeiten vorgibt, die anderen folgen innerhalb von wenigen Minuten.

Dass unser Schlaf auf alle Katzen beruhigend wirkt, ist bekannt. Sehr scheue Miezen finden zuerst den Weg zum Menschen über das Bett, in das sie sich wagen, wenn der, noch gefürchtete Mensch ruhig atmet oder sogar schnarcht.

 

Nr. 135 - Echte Freunde

Auch im Katzenleben gibt es die „Liebe auf dem ersten Blick“, die ewig hält. Es gibt aber auch die Liebe, die sich mit der Zeit entwickelt, wie viele Katzenbesitzer beobachten können. Es gibt aber auch eine Akzeptanz, man liebt sich nicht, aber man lebt miteinander oder nebeneinander. Man arrangiert sich eben. Wahre Liebende suchen ständig die Nähe des Partners, schlafen gemeinsam auf engstem Raum und suchen sich bei einer Trennung. So gibt es Geschwister, die sich lediglich akzeptieren und wahre Freunde ohne verwandt zu sein, die ständig die Nähe suchen.

 

Nr. 134 - Schöne Aussicht

Der Fensterplatz ist der Lieblingsort von Wohnungskatzen, besonders wenn es davor viel zu sehen gibt. Sie schaffen Ihrer Samtpfote mehr Lebensqualität, wenn Sie ein Fensterbrett von „störenden“ Blumentöpfen und Dekoteilen befreien. Eine weiche Unterlage, rutschfest befestigt, macht diesen Platz noch attraktiver. Wichtig ist auch, dass dieser Platz problemlos erreichbar ist.

Besonders beliebt ist dieser Platz im Winter, wenn ein Futterhäuschen viele Vögel anlockt. Wenn das Vogelhaus nicht direkt an der Scheibe steht, werden die gefiederten Freunde nicht gestresst. Gönnen Sie Ihren Miezen ohne schlechtes Gewissen das Vergnügen, dass sie der Beute nichts anhaben können, berührt sie nicht sonderlich, es fasziniert sie.

 

Nr. 133 - Junge Katzen brauchen Wärme

Das Babyfell bei Katzenkindern umschließt zwar den ganzen Körper und fühlt sich flauschig an, lässt aber leider die Kälte bis auf die Haut durchdringen. Jungkätzchen können jedoch ihre eigene Innentemperatur im Körper nicht ausgleichen und benötigen deshalb bei kühlen Umgebungstemperaturen warme Plätze – am besten Kuschelhöhlen – in denen sie sich aneinander kuscheln und gegenseitig wärmen können.

Sie können Einzelkätzchen oder Katzenbabys, die nicht mehr bei der Mutter oder den Geschwistern leben können, eine Wärmflasche in einem Frotteetuch eingewickelt oder mit einer Rotlichtlampe eine zusätzliche Wärmequelle bieten. Katzen lieben es warm, die ideale Zimmertemperatur soll um die 23 Grad liegen.

 

Nr. 132 - Katzen streicheln

Schon Kinder im Krabbelalter trachten danach, eine Katze, auch wenn es eine fremde ist, zu berühren. Diese Streicheleinheiten fallen meist eher ruppig oder tollpatschig aus, aber viele Katzen sind da recht langmütig. Dieses Bedürfnis verliert sich bei den meisten Menschen ihr Leben lang nicht, weil sie gute Erfahrungen gemacht haben. Je besser sie das eigene Tier oder eins aus der Nachbarschaft kennen, umso ausgeprägter bleibt ihr Drang, es zu streicheln.

Katzen, die ohne menschliche Zuwendung aufgewachsen sind oder in ihrer Jugend misshandelt wurden, lassen sich nicht gern streicheln oder wehren sich sogar. Für viele Menschen, die so ein Kätzchen aufgenommen haben, ist das eine Riesenenttäuschung. Haben Sie Geduld und betrachten es als Herausforderung die Mieze zu überzeugen, dass Zweibeiner nicht nur nützlich sondern auch sehr nett sein können.

 

Nr. 131 - Guter Vater

Kastrierte Kater sind für handaufgezogene Katzenkinder die besten Lehrer und Pfleger. Als Trainer fürs Leben übernehmen sie diese Aufgabe gern und oft sogar besser als kastrierte Kätzinnen! Sie sind aber auch sehr „großzügig“ und lassen ihren Adoptivkindern viel durchgehen. Die sind dann später frecher und mutiger als Katzen, die mit ihrer Mutter aufgewachsen und von ihr erzogen worden sind.

Da Katzen eine Menge durch Beobachtung lernen, ist es besonders während ihrer Prägezeit wichtig, dass erfahrene Katzen ihnen viel beibringen.

 

Nr. 130 - Wunschliste

Am meisten wünschen sich die Menschen Gesundheit, Frieden und Arbeit. Auf Platz vier steht der Wunsch nach wahren Freunden noch vor einen Lebenspartner. Fragt man die Katzenhalter nach ihrem besten Freund, nennen – Sie werden es kaum glauben – immerhin dreißig Prozent ihre Katze.

Warum? Weil sie hier ihr Herz ausschütten können, sie ihnen immer zuhört und teilnimmt und keine Ansprüche stellt, die unerfüllbar sind.

Es stellte sich heraus, dass nicht nur die Einsamen mit ihrer Katze als Freundin glücklich sind, sondern auch Menschen, die mitten im Leben stehen, eine Familie haben und Hobbys pflegen. Trotzdem empfinden sie eine Seelenverwandtschaft zur Samtpfote.

 

Nr. 129 - Bachblüten für die Psyche

Bachblüten wurden nach ihrem Entdecker, dem englischen Arzt Dr. Edgar Bach, benannt. Nicht nur bei den Menschen, seit einigen Jahren auch bei den Katzenhaltern, werden sie als Ergänzungstherapie für die Samtpfoten angewandt. Sie sind Essenzen aus ungiftigen Pflanzen, die die Psyche harmonisieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Besonders bei verstörten oder überängstlichen Katzen haben Bachblüten-Therapien manchmal wahre Wunder bewirkt. Hilfreich waren sie auch oft, wenn eine neue Katze integriert werden musste. Die Bachblüten-Mischungen für Menschen enthalten Alkohol, den Katzen nicht vertragen. In den Apotheken erhalten Sie auch Mischungen ohne Alkohol.

 

Nr. 128 - Zutraulich

Katzen wollen erobert werden! Wahrscheinlich ist es diese Herausforderung, die uns Menschen veranlasst, uns um ihr Vertrauen zu bemühen. Die meisten Samtpfoten suchen nicht von sich aus die Bindung zum Menschen, sondern lassen sich erst im Lauf der Zeit darauf ein. Wenn eine Mieze, die vorher zurückhaltend und misstrauisch war, auf einmal freiwillig zum Schmusen kommt, ist das für uns ein echtes Geschenk und wir dürfen uns geehrt fühlen.

Katzen, die in der Kindheit keinen Kontakt zu Menschen oder nur schlechte Erfahrungen gemacht haben, brauchen oft Monate, um Vertrauen zu fassen. Je mehr Sie das akzeptieren, desto eher kommt die Wende. Sie sollten also viel Geduld haben! Bei Katzen, die in menschlicher Obhut aufgewachsen sind, gibt es selten Probleme.

 

Nr. 127 - Katzen gegen Frust?

Erstaunliches Ergebnis! Die beiden Katzenforscher Dennis C. Turner und Gerulf Rieger befragten 212 Paare mit und 31 ohne Katze sowie 92 Singles mit und 52 ohne Katze. Es wurden im Vortest Personen ausgewählt, die gleich alt waren und zu ihren felinen Mitbewohnern das gleiche Verhältnis hatten. Sie mussten alle Fragen zu Alltagssituationen beantworten. Wen wundert es, dass Katzenbesitzer Frust und Ärger leichter nahmen als katzenlose?

Es wurde auch festgestellt, dass die Partner bei den Paaren keinen so positiven Einfluss aufs Gemüt ausübten wie die Katze. Sie strahlt Ruhe aus und ist da, ohne große Ansprüche zu stellen. Bei Singles hob die Samtpfote die Grundstimmung und das Selbstbewusstsein bei beiden Geschlechtern gleichermassen.

 

Nr. 126 - Es weihnachtet

Viele der jetzt in den Blumenläden angebotenen „Weihnachtsblüher“ sind leider für Katzen giftig oder unbekömmlich. Wenn Sie Freude am Weihnachtsstern oder blühenden Zwiebelpflanzen wie Narzisse, Krokus, Hyazinthe haben wollen, stellen Sie die Töpfe an für Katzen unzugänglichen Stellen auf. Das gilt besonders für Weihnachtsgestecke mit Mispel und Eibenbeeren.

Sehr oft sind die Pflanzen nicht giftig, aber sie wurden zum schnelleren Wachstum und zur längeren Haltbarkeit mit Chemie behandelt und das vertragen unsere Samtpfoten nicht.

 

Nr. 125 - Helfer für Kinder

Forscher haben festgestellt, dass zappelige Kinder ruhiger werden oder Schüler, die sich sonst leicht ablenken lassen, schneller lernen sich zu konzentrieren, wenn eine Katze im Haus Mitbewohnerin ist. Sie kann manchen Nachhilfelehrer ersetzen. Sie leistet Gesellschaft, wenn es um die Lösung kniffliger Aufgaben geht, ihre Geduld steckt an und ihr Schnurren beruhigt Puls und schafft eine entspannte Atmosphäre im Raum.

Besonders in der Pubertät fühlen sich viele Kinder von niemand anders verstanden, als von der eigenen Katze. Sie übersieht Stimmungsschwankungen und kleine Makel an Teint und Figur und schenkt gleichbleibende Zuwendung.

 

Nr. 124 - Katzen lieben Pappkartons

Das teuerste Spielzeug kann den einfachen Karton nicht ersetzen, den Katzenzähne zerreißen oder anknabbern können, der sich mit den Krallen zerstechen und zerfetzen lässt und der der Mieze bei jedem Kampf unterliegt. Besonders wird der Karton geliebt, wenn in der Holzwolle oder in den Papierschnipseln Leckerli verborgen sind, die natürlich doppelt so gut schmecken, wenn sie nach längerem Suchen gefunden werden. Auch ein Karton mit raschelndem Herbstlaub macht Ihrer Samtpfote bestimmt Freude.

Passen Sie aber auf, dass metallene Heftklammern oder andere gefährliche Kleinteile vorher entfernt werden.

 

Nr. 123 - Universelle Katzenzunge

Die winzigen Häkchen auf der Katzenzunge sind sehr vielseitig. Einerseits fungieren als Löffel, wenn die Katze trinkt, andererseits dienen sie als Noppen –wie bei einem Badeschwamm – damit die Reinigungswirkung erhöht wird. Aber das ist noch nicht alles, die Zunge kann noch mehr. Durch die kleinen Häkchen ist sie so rau, dass sie mühelos unsere Haut abschleifen kann, wenn Mieze uns „zärtlich“ putzt. So kann sie z. B. auch beim Fressen Fleisch von den Knochen leicht abfeilen.

Die einzig nackten Stellen bei der Katzenwäsche, auf die die Zunge trifft, sind die Fußballen. Die sind nämlich so dick, dass die Zunge ihnen nicht schaden kann. Achtung aber bei Wunden! Die vergrößern sich, wenn die Katze viel daran leckt.

 

Nr. 122 - Seelentröster

Viele Fälle gibt es, in denen Menschen in ein tiefes Loch fallen, wenn sie plötzlich arbeitslos werden, in Rente gehen, die Kinder aus dem Haus sind, eine Scheidung oder der Tod ihnen den Partner nimmt. Das Haus ist trostlos und leer. In solchen Situationen kann eine Katze die Trauer und Einsamkeit allein durch ihre Anwesenheit und ihre Aktionen ungemein bereichern. Sie ist einfach da, stellt keine großen Ansprüche und strahlt Ruhe aus. Viele vertreiben die Trostlosigkeit und Einsamkeit schon durch ihre Nähe und Anschmiegsamkeit. Auch bei vorübergehenden Lebenskrisen ist eine Katze besser als ein Hund geeignet, denn sie ist nicht von der ständigen Anwesenheit ihres Menschen abhängig. Sie nimmt stundenweises Alleinsein nicht übel.

 

Nr. 121 - Katzen lieben Wärme!

Jetzt streben unsere Samtpfoten wieder zielstrebig auf die wärmsten Plätzchen in der Wohnung zu, egal ob Fußboden- oder Wandheizung, Kamin oder Kachelofen. Sie lieben Temperaturen um 30 – 35 Grad, die wir Menschen nur ein paar Minuten aushalten. Rund um diese Wärmequellen wird die Luft sehr trocken, was auch zur Reizung der Schleimhäute der Katzen führen kann. Sorgen Sie deshalb für ausreichende Luftfeuchtigkeit.

Offene Hitze- oder Feuerquellen müssen Sie deshalb unbedingt vor Ihren Miezen sichern, denn sie legen sich bevorzugt zum Beispiel vor den offenen Kamin oder auch eine brennende Kerze - es sollen auch schon wärmeliebende Katzen in den Backofen gekrochen sein - dort kann ihnen schon ein kleiner Funkenflug zum Verhängnis werden.

 

Nr. 120 - Sind Mäuse gesund?

Sollte Ihre Katze eine erfolgreiche Mäusefängerin sein, nimmt sie zur gesunden „Vollkost“, die Mäuse nun einmal sind, leider auch Wurm- und Flohlarven auf. Sie müssen dann Ihre fleißigen Jäger häufiger entwurmen und vorbeugend gegen Flohbefall behandeln. Auch die Erreger von Toxoplasmose gelangen über Mäusefang in die Katze. Sie schaden ihr aber nicht. Schwangere Frauen sollten aber bei Gartenarbeiten aufpassen, dass sie nicht in Kontakt mit Katzenkot kommen, der ist aber erst problematisch, wenn er drei Tage alt ist.

Gefährlich für Katzen sind aber Mausefallen und Mäusegift, denn so lange die Maus noch lebt, ist sie Jagdobjekt der Katze. Wenn Ihre Samtpfote Ihnen lebende Mäuse bringt, sollten Sie ihr krank wirkende Tiere wegnehmen.

 

Nr. 119 - Freunde

Freigänger, die zusammen in einem Haushalt leben, streiten so gut wie nie – sagen ihre Besitzer. Sie kuscheln aber auch seltener als Wohnungskatzen miteinander, sondern gehen im Haus auch öfter ihre eigenen Wege. Trotzdem sind sie aber auch verschmust und nutzen die Stunden mit ihren Menschen, um sich Streicheleinheiten abzuholen und dabei möglichst auch ein paar Leckerlis zu ergattern.

Sie sollten aber weder bei Wohnungskatzen noch bei Freigängern versuchen, eine Freundschaft zu erzwingen. Wenn zwei Miezen sich arrangiert haben, ist jedes menschliche Eingreifen eher kontraproduktiv und kann oft zu Krach führen.

 

Nr. 118 - Friedensangebot

Katzen putzen sich gegenseitig, weil sie damit ihre Zuneigung zueinander zeigen. Andererseits tun sie es auch, um einen drohenden Konflikt im Kein zu ersticken. In diesem Fall erfolgt das Belecken der anderen Mieze eher hektisch und sehr intensiv. Als Zeichen, dass auf das Friedensangebot eingegangen wird, präsentiert der Geputzte weitere Körperstellen, die der Zunge bedürfen.

Oft löst das Geputzt werden bei der Empfängerin intensive Wohlgefühle aus, dass sie zu schnurren beginnt, schon dadurch können sich Aggressionsbereitschaft oder Wut verflüchtigen. Es kann aber auch eine freundschaftliche Kabbelei folgen.

 

Nr. 117 - Geschmackssinn

So goldig und süß kleine Kätzchen auch sind, verwöhnen Sie Ihr Baby nicht allzu sehr. Denn ab drei Monaten wird der Geschmackssinn trainiert. Was die Katzenkinder jetzt nicht als lecker kennen lernen, verschmähen sie auch später. Deshalb ist es wichtig die Kinderkost zu variieren. Füttern Sie Trocken- und Nassfutter im Wechsel, geben Sie auch hin und wieder Frischkost, wie gekochtes Fleisch, Innereien und Fisch.

Die Gewöhnung an jede mögliche Art von Futter ist auch deshalb wichtig, weil Fastentage für Katzen gesundheitsschädlich sind. Es kann immer passieren, dass Sie für Ihre Mieze das Futter umstellen müssen, weil zum Beispiel Diätfutter verabreicht werden muss.

 

Nr. 116 - Die Tage werden kürzer

Serotonin ist ein „Stimmungsaufheller“, der über das Licht angeregt wird. Der Gegenspieler ist das Melatonin, das schläfrig und müde macht. Es ist deshalb normal, dass mit den kürzer werdenden Tagen unsere Samtpfoten mehr und länger schlafen. Dabei gerät manchmal der natürliche Hormonhaushalt aus den Fugen; Unzufriedenheit, Mattigkeit und Depressionen sind dann die Folgen bei Menschen, aber auch bei Katzen.

Mit einer einfachen Lichttherapie und viel frischer Luft können Sie dieser Lustlosigkeit bei Katzen leicht zu Leibe rücken. Machen Sie an Sonnentagen die Fenster weit auf und an trüben Tagen einige Stunden helles Licht. Das kann angeblich Wunder wirken.

 

Nr. 115 - Singles

Während bei uns Menschen der Trend zum Single-Dasein wächst, finden wir es bei Katzen genau umgekehrt. So lebt nur noch jede dritte Samtpfote allein mit ihren Menschen in einer Wohnung und scheint auch keine anderen Vierbeiner zu vermissen. Nach Umfragen sollen 58 Prozent aller Katzen inzwischen zu zweit oder mit mehr als einem Artgenossen zusammen leben. Immerhin haben sich 7 Prozent mit dem Hund der Familie angefreundet. Interessant ist dabei, die meisten Einzelkatzen genießen Freilauf. Das zeigt aber auch, dass Katzenfreunde für ihre Wohnungskatze immer öfter eine zweite Katze aufnehmen. Ein erfreulicher Trend!

Wenn Sie Ihrer Mieze, die schon länger allein gelebt hat, eine Katze zugesellen wollen, versuchen Sie es zuerst auf Probe. Vereinbaren Sie eine „Notfall“-Rückgabe. Haben Sie aber zuallererst viel Geduld, es dauert manchmal eine ganze Weile bis sich beide akzeptieren.

 

Nr. 114 - Lieblingsmensch

Menschenbezogene Katzen sind meistens gleichmäßig freundlich gegenüber allen Familienmitgliedern, mit denen sie zusammen leben. Oft gilt einem Menschen aber ihre besonderer Liebe. Bei dessen Anblick beginnen sie zu schnurren, bei ihm beschweren sie sich, suchen Trost und nach Möglichkeit übernachten sie auch im Bett dieser besonderen Bezugsperson. Woher dieses besondere Verhältnis zu einem bestimmten Menschen kommt (Stimme? Geruch?), ist oft unerklärlich, denn es ist nicht automatisch der Futtergeber oder jemand, der sich besonders viel um die Mieze kümmert. Katzen! So sind sie halt, warum auch immer.

 

Nr. 113 - Therapeut Katze

Diverse Studien bestätigen, was Katzenbesitzer längst wissen: jeder noch so scheußliche Tag, jede noch so schlaflose Nacht, jeder noch so tiefe Kummer lässt sich leichter verkraften, wenn eine Samtpfote Körperkontakt sucht, leise schnurrt und damit ihre hingebungsvolle Freude über unser Dasein zeigt. Diese bedingungslose Liebe wirkt wie eine Glückspille. Katzen gehören zu den besten Zuhörern, wenn Sie sich etwas von der Seele reden wollen und sie beweisen mehr Ausdauer als Menschen, wenn Sie jemanden an Ihrer Seite haben wollen.

Glücklich, wer eine menschenbezogene Samtpfote in der Familie hat.

 

Nr. 112 - Streitschlichter

Lange bevor die Gesellschaft die „Mediatoren“ als Streitschlichter herausfanden, haben Katzen diese Rolle selbstverständlich gespielt. So ist der Schimpf-Pegel in Familien, in denen eine Samtpfote deutlich ihren Schrecken auf laute Worte zeigt, niedriger als in katzenlosen Haushalten. Auch Paare, die sich streiten, halten sich oft, aus Rücksicht auf die fassungslose Mieze, zurück. Es gibt Menschen, die ihrer Katze zuliebe auf Rauchen verzichten, Jähzornige lernen sich zusammen zu reißen und mancher der aus dem Haus stürmen wollte, blieb wegen der Katze.

 

Nr. 111 - Nachts auf den Balkon

Katzen, die im Sommer Tag und Nacht auf den Balkon können vermissen jetzt, wenn die Nächte empfindlich kälter werden, ihre nächtlichen „Freigänge“. Sie müssen ihnen zuliebe aber nicht die Kälte in die Wohnung lassen. Eine Möglichkeit ist, den Rollladen der Balkontür bis auf einen schmalen Schlitz zu schließen und die Tür ebenfalls nur einen Spalt zu öffnen. Ein Katzentürchen ist natürlich optimal, denn damit können Sie den Balkon auch im Winter nachts für Ihre Stubentiger zugänglich machen, ohne dass Kälte ins Zimmer dringt. Mit dem Rollladen geht es auch, wenn Sie mit einem Rigips-Teil die breite Luke verschmälern. Wenn es richtig kalt ist, werden Ihre Katzen sicher lieber vor der warmen Heizung bleiben und Sie können die Tür zu lassen und die Übergangszeit so überbrücken.

 

Nr. 110 - Gähnen ist gesund

Gähnen ist ein Reflex, bei dem nicht nur Katzen und andere Tiere – sondern auch wir – das Maul aufreißen, um tief Atem zu holen. Dieser Reflex, der nicht willentlich ausgelöst werden kann, streckt nicht nur den Körper, sondern versorgt auch das Gehirn mit Sauerstoff. So wird die Durchblutung angeregt und alle Sinne werden geweckt. Es hilft gegen das Einschlafen, wenn die Katze müde ist oder sich langweilt, es macht sie aber auch fit für anstehende Leistungen. Übrigens ist bei allen Herdentieren, auch beim Menschen, Gähnen ansteckend, bei Katzen allerdings nicht immer. Wenn wir Zweibeiner gähnen, lösen wir dabei nicht automatisch den Gähnreflex bei der Katze aus und umgekehrt. Hunde sind menschenbezogener und lassen sich tatsächlich leichter anstecken.

 

Nr. 109 - Fremde mag ich nicht!

Sehr scheue Katzen gewöhnen sich nach einiger Zeit an ihre Menschen. Aber wehe ein Fremder betritt das Zuhause, dann sind sie ganz schnell unsichtbar und durch nichts aus ihrem Versteck zu locken. Es soll einen Trick geben: Stellen sie hoch oben auf einem Schrank eine Höhle auf, deren Öffnung auf den Gästesessel zeigt. Wenn die Katze dorthin flieht sieht sie, dass keine Gefahr droht und taut allmählich auf. Aber dieser Trick ist selten anwendbar!

Besser: Unterhalten Sie sich ruhig und freundlich mit ihren Gästen, beachten Sie Ihre Samtpfote nicht, tun Sie, als wäre sie nicht da. Oft nähert sie sich – immer noch fluchtbereit – dann Stück für Stück. Es soll Katzen geben, die sich nie zeigen wenn Unbekannte in die Wohnung kommen.

 

Nr. 108 - Ist Mieze mondsüchtig?

Katzenverhaltensforscher haben beobachtet, dass die Tiere in Vollmondnächten länger und häufiger unterwegs sind als sonst. Es wurde auch festgestellt, dass Freigänger die langen Nächte nicht zum Beutefang, sondern zur Kontaktaufnahme mit Artgenossen benutzen. Man kommt sich bei Mondschein anscheinend leichter näher und streitet auch nicht. Wenn Ihre Wohnungskatze Sie bei Vollmond die ganze Nacht durch Unruhe und Nervosität um den Schlaf bringt, dunkeln Sie das Schlafzimmer, bzw. den Ruheraum der Katze, so gut es geht komplett ab, das soll Mieze zum schlafen und Sie zur Ruhe bringen.
 

Nr. 107 - Duftstoffe können helfen

Die Tiermedizin unterscheidet fünf verschiedene Gesichtsduftstoffe, sogenannte Pheromone, die sich bei Verhaltensauffälligkeiten anwenden lassen. Das bekannteste davon hilft der Katze, sich zu entspannen, es gleicht dem Duftstoff, den sie beim Laufen und Köpfchen reiben abgibt, um ihren Besitz zu markieren. Es kann aber auch bei Umzügen oder dem Tierarztbesuch Stress vorbeugen und wird auch oft bei Unsauberkeit eingesetzt Feliway).

Ein anderes Pheromon soll den Streit zwischen zwei Katzen schlichten können, denn es ist dem Duft nachempfunden, mit dem Katzen sich beim Köpfchengeben „stempeln“, um dem Artgenossen oder auch dem Menschen ihre Zuneigung zu bekunden (Felifriend).
 

Nr. 106 - Gefährliche Stiche

Schnell merken Freigängerkatzen, dass Bienen, Wespen und Hummeln gefährlich sein können. Auch Wohnungskatzen, die im Sommer Balkon und Terrasse mit Begeisterung benutzen, werden zu richtigen Insektenjägern, denn sie jagen nach allem was sich bewegt.

Solange das Opfer nicht in den Rachen sticht, wenn es sich wehrt, ist das kein Problem. Oft durchdringt der Stachel nicht einmal die Oberhaut und juckt lediglich, manchmal schwillt die Stelle auch leicht an.

Achtung aber, wenn eine Biene oder Wespe wirklich mal in Nase, Maul oder Rachen sticht! Als erste Hilfe geben Sie Eis oder eisgekühltes Wasser auf die Stelle und fahren zum Tierarzt, es droht Erstickungsgefahr! Andere Stiche sind nicht lebensbedrohlich und müssen nicht behandelt werden.

 

Nr. 105 - Von Katzen lernen

Was Körperbeherrschung anbelangt, sind uns Katzen haushoch überlegen. Einige ihrer Gewohnheiten würden auch uns gut tun. Das dauernde Wechseln der Lage kräftigt die Wirbelsäule, das extreme Dehnen der Arme und Beine tut den Bandscheiben gut und das minutenlange Gähnen nach dem Aufwachen bei ausgestreckten Gliedern pumpt Sauerstoff in den Körper. Auch von den Einschlafgewohnheiten der Samtpfoten können wir lernen: Sie legen sich bequem hin und schauen ins Nichts, horchen in sich hinein, dann fallen immer wieder die Augen zu, bis sie sanft einschlafen.

Schade, dass unsere Gliedmaßen nicht die Elastizität unserer Katzen haben und einfach so hinlegen und gemütlich einschlafen, ist den wenigsten Menschen gegeben.

 

Nr. 103 - Willkommen?

Wenn Katzen lange Alleinherrscher waren, geben sie dieses Recht nur ungern ab. Beim Empfang eines neuen Artgenossen, kann Ihre alte deshalb äußerst heftig und gereizt reagieren. Es wird gefaucht, geknurrt und es kann auch zu kurzen Kämpfen kommen. Diese sind zwar laut, aber selten blutig. Deshalb sollten beide Seiten Rückzugsgebiete haben – und auch kennen oder finden.

Am besten mischen Sie sich nicht ein, denn umso eher herrscht Frieden. Es heißt, Sie sollten den Neuankömmling erst allein die Wohnung erkunden lassen, damit sichere Plätze gesucht werden können. Wenn möglich, verlassen Sie den Raum, wenn die beiden sich treffen. Das soll Friedenswunder wirken.

 

Nr. 102 - Ringkämpfe

Anders als Hunde legen sich Katzen nicht auf den Rücken, um sich zu ergeben, sondern sie fordern auf diese Weise ihre Mitkatzen zum Spielen und Raufen auf. Wir Menschen tun gut daran, bei dieser Gelegenheit nicht „Bäuchlein kraulen“ sondern dieser Aufforderung besser nicht nachzukommen, denn vier krallenbewehrte Pfoten werden die Hand übermütig „bekämpfen“.

Aber keine Angst, diese Ringkämpfe zweier Katzen sehen zwar brutal aus, können aber keinen Schaden anrichten. In die dicke, vom Fell zusätzlich geschützte Katzenhaut dringen die Krallen nicht ein.

 

Nr. 101 - Bitte spielen

Angeblich gehorcht jeder zweite Katzenhalter, wenn seine Mieze ihn aus einer Beschäftigung reißt, weil sie gerade jetzt fressen, spielen oder gestreichelt werden will. Auch wenn es lästig ist, sagen über 23%, sie haben einfach keine andere Wahl, als sich der durch Stimme oder körperlichen Einsatz unterstrichenen kätzischen Forderung zu beugen. 25% tun es angeblich gern, weil der Wunsch so charmant vorgetragen wird.

Auch der Tagesrhythmus soll sich bei 27% so gut eingependelt haben, dass Mensch und Katze fast synchron in Spiel-, Streichel- aber auch Schlaflaune kommen und die Samtpfote keine Tricks anwenden muss, um ihren Willen zu bekommen. Ein eingespieltes Team eben!

 

Nr. 100 - Gefährlichste Jahre

80 Prozent aller Katzen starben früher in den ersten beiden Lebensjahren. Heute ist es „nur“ noch knapp die Hälfte – leider immer noch zu viel. Hauptursache sind Unfälle im Straßenverkehr, durch größere Tiere (Hunde, Füchse), im Haus (Stürze und Vergiftungen), nicht zuletzt aber auch durch Tierquäler. Sie sollten Ihren Jungtieren deshalb möglichst nur unter Aufsicht Freilauf gewähren, bis sie aus der gefährlichen Erkundungsphase herausgewachsen und kastriert sind. Ins Freie dürfen nur komplett geimpfte Tiere, denn streunende Katzen tragen und übertragen oft tödliche Viren (Leukose, VIP, Katzenschnupfen, Katzenseuche usw.).Vor dem Freigang ist die Kastration von Katze und Kater ein Muss!

 

Nr. 99 - Großer Beschützer

Wenn Hund und Katze in einem Haushalt aufwachsen, ist die Katze die Gewinnerin. Sie kann sich im Notfall hinter ihrem großen Freund verstecken oder ihn zu Hilfe rufen. Der weiß genau, welche Mieze zu seinem Rudel gehört. Diese Katzen sind besonders häuslich und suchen die Nähe ihres Beschützers. Manche lassen sich sogar von ihrem Hundefreund putzen. Danach schütteln sich die meisten und machen ganz schnell Katzenwäsche. Je größer der Hundefreund, desto inniger ist meist die Freundschaft, kleine Hunde haben unter einer wehrbereiten Katze oft zu leiden und ziehen den Kürzeren.

 

Nr. 98 - Gescheite Streuner

Immer größere Gärten werden in den neuen Senioren-Wohnzentren angelegt. Für viele herrenlose Streuner scheinen diese sehr interessant zu sein, es ist ruhig und sie werden meistens nicht verjagt. Oft betreuen die Bewohner die Samtpfoten, die ihnen bei kurzen Spaziergängen Gesellschaft leisten oder sich streicheln lassen. Den alten Menschen bringt es Abwechslung im Alltag, der Anlage Mäusefreiheit und den Miezen Pflege, Streicheleinheiten und Futter.

So manche ehemalige scheue Streunerkatze hat sich dort ihren Menschen gesucht, um dann spätestens im Winter mit in die Wohnung zu ziehen. Zum Glück für Mensch und Tier, erlauben das inzwischen schon viele Seniorenzentren, leider nicht alle.

 

Nr. 97 - Wer ist der Boss?

Es ist keine wirkliche Rangordnung, die sich bildet, wenn mehrere Katzen zusammen leben. Es ist eher eine Art Respekt vor den Rechten des Stärksten. Der darf den besten Platz auf dem Kratzbaum besetzen, wann immer er will, den weichsten Kuschelplatz, sogar den vollsten Futternapf. Bis feststeht, wer das ist, rangeln die Miezen öfter kurz und manchmal auch heftig miteinander. Fühlen sich zwei aber gleich stark, finden sie einen Kompromiss. Katzen auf Bauernhöfen oder die in Kolonien leben, machen das genau so. Es flackern kurze Gefechte zwischen zwei sehr selbstbewussten Tieren auf, dann einigt man sich. Oft werden dann getrennte Wege und Zeiten gewählt.

 

Nr. 96 - Keine Angst!

Wie kann man eine aggressive, aufgeregte oder gestresste Katze beruhigen? Zuerst sollte man es mit der Stimme versuchen. Sie sollte melodisch, sanft und hoch bei der Mieze ankommen, nicht mitleidig und auch nicht tröstend. Zwinkern Sie mit den Augen, das heißt in Katzenkreisen: ich bin friedlich, ich tue Dir nichts. Notfalltropfen (Rescue) aus Bachblüten können den Beruhigungsprozess unterstützen. Achten Sie aber darauf, dass die Tropfen keinen Alkohol enthalten.

Auch mit Pheromonen aus der Steckdose können Sie erreichen, dass das Tier auf Dauer gelassener wird. Diese, dem mütterlichen Geruch nachempfundenen Duftstoffe, sind für uns Menschen nicht wahrnehmbar. Sie versetzen aber die Samtpfote dadurch in ihre Kindheit zurück und besänftigen sie.

 

Nr. 95 - Plötzlich wütend?

Wenn Ihre Katze plötzlich wütend ist, ohne Vorwarnung auf einmal kratzt oder nach einem wütenden Fauchen wegläuft, hat sie nicht ihren Charakter geändert. Meistens sind es Schmerzen, die wir nicht wahrnehmen, die sie reizbar und „unantastbar“ machen. Oft leiden vor allen Dingen ältere Katzen auch unter Schilddrüsenstörungen und werden ruhelos, hektisch und angriffslustig.

Plötzliche Aggressivität, die Ihre Samtpfote nie gezeigt hat, ist immer ein Grund, zuerst den Tierarzt aufzusuchen. Schon ein vereiterter Zahn kann eine Kratzbürste aus einer Schmuserin machen.

 

Nr. 94 - Zahnlos?

Zahnfleischentzündungen und Zahnstein sind die häufigsten Ursachen für den Zahnausfall bei den Katzen. Ältere Miezen haben oft chronisch entzündete Mundschleimhäute und quälen sich beim Fressen. Außerdem können dann Krankheitskeime in die inneren Organe gelangen. Es ist deshalb ratsam, den Tierarzt die Zähne ziehen zu lassen und die Entzündung auszukurieren.

Für eine Samtpfote in menschlicher Obhut ist zahnlos zu sein nicht schlimm. Sie kann sich hervorragend mit Nassfutter ernähren. Weil ihr Immunsystem nicht laufend überfordert ist, wird auch ihre Lebensfreude wieder steigen.

 

Nr. 93 - Tragstarre

Viele Säugetiermütter haben es mit den Katzen gemeinsam: Sie packen ihre Babies, solange deren Füße noch nicht sicher auf dem Boden stehen, in der Genickfalte und tragen sie, ohne sie zu verletzen, ins Nest oder ein sicheres Versteck. Hierbei fallen die Kleinen automatisch in eine „Tragstarre“ und pendeln wie leblos hin und her. Dieser Schutz findet nicht mehr statt, wenn die Kätzchen sechs Wochen alt sind.

Hierbei haben die Katzenmütter eine Besonderheit: Sie umfassen mit ihren Schnurrhaaren den Körper der Kleinen, die sie ja nicht sehen können und ertasten, ob dem hilflosen Körper Hindernisse drohen.

 

Nr. 92 - Achtung, Flöhe

Schnell können sich besonders Freilaufkatzen Flöhe und andere Parasiten einfangen. Zur Abwehr dieser hässlichen, kleinen Säuger sollten Sie unbedingt speziell für Katzen hergestellte Mittel verwenden. Antifloh-Sprays oder Pulver für Hunde niemals bei Katzen verwenden; sie können den für Hunde ungefährlichen Wirkstoff Permethrin enthalten. Wenige Tropfen davon sind für eine Samtpfote meist tödlich. Fragen Sie im Zweifel Ihren Tierarzt.

Sympthome einer Vergiftung (Zittern, Schüttelkrämpfe und Ohnmacht) können sich innerhalb weniger Stunden bis zu zwei Tagen nach der Anwendung des Präparates entwickeln.

 

Nr. 91 - Trampelpfade

Würden Sie Ihre Katze einen ganzen Tag lang – 24 Stunden – beobachten, könnten Sie schnell entdecken , dass sie immer die gleichen Wege geht, an immer den selben Stellen ihre Flanken reibt oder die Krallen wetzt. Nicht nur bei Freigängern existieren solche Trampelpfade, sondern auch Wohnungskatzen laufen gezielt die Eckpunkte ihres Reviers ab. In der Wohnung beginnen und enden die Pfade am Hauptschlafplatz. Von dort schlendern die Miezen ihr Territorium ab und registrieren jede Veränderung. So werden auch neue Möbel durch Betasten mit den Ballen und Flankenreiben vereinnahmt.

 

Nr. 90 - Katzensprache

Erwachsene Katzen verständigen sich untereinander meistens ohne Laute. Schlau, wie unsere Stubentiger sind, merken sie aber schnell, dass wir Zweibeiner besser auf „gesprochene Worte“ reagieren als auf Körpersprache. So haben sie für uns ein großes Repertoire an Lauten entwickelt, clever setzen sie diese gezielt ein: stimmlose wie Fauchen und Schnurren, stimmhafte wie Miauen, Gurren, Kreischen und Fiepen.

Beobachten Sie es einmal und Sie werden merken, dass die Katzensprache variiert. Sie redet mit jedem Menschen nämlich ein bisschen anders und hat einige besondere „Mi`s“ nur für ihren Lieblingsmenschen reserviert.

 

Nr. 89 - Über Katzen

Von Michael Aufhauser, Gut Aiderbichl

„Die Katzen lehren mich, dass Luxus nichts mit Geld zu tun hat. Das Geniessen der warmen Sonnenstrahlen auf dem Fell, lustvolles Strecken und Recken, das Leben in jeder Pore zu spüren. Geduldig mit sich und anderen zu sein – dies ist die Botschaft, die sie mir Tag für Tag übermitteln. Wenn nur das Umsetzen nicht so schwierig wäre…“ Auch im Privathaushalt von Michael Aufhauser in Salzburg leben Katzen, auf die er sehr stolz ist und die er nicht missen möchte.

 

Nr. 88 - Katzen bestrafen?

Katzen können kein schlechtes Gewissen haben, denn sie kennen keine Moral. Sie tun, was sie tun, weil es ihnen im Augenblick notwendig, sinnvoll oder richtig erscheint. Sie erinnern sich aber auch, dass wir über einige Taten nicht erfreut waren und gehen lieber in Deckung, wenn sie dabei noch mal erwischt werden. Manches unterlassen sie auch, weil sie schlechte Erfahrungen damit verbinden.

Weil es kein schlechtes Gewissen bei unseren Felinen gibt, ist es auch sinnlos eine Katze für etwas zu bestrafen, was längst hinter ihr liegt. Sie weiß dann nicht, warum sie in Ungnade gefallen ist. Es gibt sehr clevere Samtpfoten, die legen sich nur auf den Esstisch in die Sonne, wenn ihre Zweibeiner nicht zu Hause sind.

 

Nr. 87 - Heilende Wirkung

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum das Streicheln einer Katze so gut tut und deshalb eine positive Wirkung auf Sie hat? Warum tut es so gut, wenn Mieze sich auf Ihren Schoß kuschelt, um die Beine streicht oder den Kopf an Ihre Schulter schmiegt? Mediziner haben festgestellt, dass die Haut – unser größtes Organ – diesen Berührungsreiz als entspannend an das Gehirn weiterleitet und dieses daraufhin Glückshormone ausschüttet.

Diese Glückshormone wiederum stimulieren unser Immunsystem, stärken es und lassen uns mit Krankheiten besser fertig werden. Natürlich profitiert die Samtpfote ebenfalls davon.

 

Nr. 86 - Leidet meine Katze?

Niemand will, dass seine Katze Schmerzen erdulden muss oder seelisch leidet. Allerdings ist es nicht so einfach, das der Mieze anzusehen. Sie versucht Störungen körperlicher oder psychischer Art so gut wie möglich zu verbergen, denn die Samtpfoten schreien ganz selten, wenn ihnen etwas weh tut. Deshalb müssen Sie auf Kleinigkeiten achten: Sucht sie vermehrt Ecken auf, um zu Schlafen? Versteckt sie sich? Hat sie weniger Appetit? Auch das Fell kann von Schmerz oder Leid zeugen. Es wirkt umgepflegt und struppig, weil die Katze sich nicht mehr ausreichend putzt oder die Haut bei einer Krankheit in Mitleidenschaft gezogen wurde.

 

Nr. 85 - Zum Zahnarzt!

Sie sollten mindestens einmal im Jahr die Zähne Ihrer Katze beim Tierarzt nachsehen lassen. Ein eitriger Zahn oder eine akute Zahnfleischentzündung schwächen den gesamten Organismus und können zu lebenslangen Schäden an Herz und/oder Nieren führen, ganz zu schweigen von den Schmerzen, die Ihrer Samtpfote das Leben schwer machen. Tägliches Zähneputzen könnte dem entgegenwirken, doch welche Katze lässt sich das gefallen? Zwar helfen Kauleckerli oder Trockenfutter bei der Zahnpflege, doch eine Entzündung oder einen kariösen Zahn können sie nicht heilen. Im Notfall muss der Tierarzt die Zähne ziehen. Also besser vorbeugen!

 

Nr. 84 - Wetter zum Kuscheln

Kalt, neblig. feucht und düster, das ist das Wetter, das Katzen am wenigsten mögen. Auch die aktivsten Freigänger sind plötzlich häuslicher und die Wohnungskatzen sitzen höchstens im Fenster, wenn darunter die Heizung Wärme verströmt. Sonst ziehen sie sich in ihr Kuschelkörbchen zurück und rollen sich eng zusammen Es gibt Miezen, die sich – auch wenn es unbequem ist – direkt auf die Heizung legen. Katzen vertragen viel Wärme. Oft hilft der Winter zwei Streithähne zu versöhnen, denn das Bedürfnis, den Körper des „Gegners“ als Wärmequelle zu nutzen, kann auf beiden Seiten groß sein. So kann auch ein Hund plötzlich zum Freund werden.

 

Nr. 83 - Feind im Garten!

Reine Wohnungskatzen werden nicht selten durch selbstbewusste, dominante Freigänger eingeschüchtert, die das „Revier“ besetzt haben. Sie markieren Fensterbretter, Türrahmen und Balkons von außen. Diese Drohbotschaften sind nicht immer für uns Menschen zu riechen, doch sensible Wohnungskatzen können davon tatsächlich verhaltensgestört werden, weil sie unter Dauerstress leiden.

Wenn Ihre Mieze die Ecken der Wohnung markiert, demonstrativ an den Tapeten vor Tür und Fenster kratzt oder ohne Grund unsauber ist, kann so ein Feind im Garten die Ursache sein.

 

Nr. 82 - Längerer Atem!

Schwer für uns Menschen, wenn sich eine Katze etwas in den Kopf gesetzt hat. Die Hartnäckigkeit einer Samtpfote kann zermürbend sein. Ob sie das mit permanentem Miau tut, sich an unsere Fersen heftet, mit schnurren und schmeicheln, anstupsen mit der Nase und Pfote hängt von ihren Erfahrungen ab. Die guten merkt sie sich nämlich ewig.

Das einzig wirksame Mittel gegen den Katzenwillen ist Ignorieren, Übersehen, Überhören. Doch das widerstrebt dem menschlichen Charakter der entweder mit Schärfe oder Nachgiebigkeit reagiert. Am besten ist Nichtbeachten, versuchen Sie es!

 

Nr. 81 - Zwei Gesichter!

Nicht selten sind Katzen im Hause verschmust und anlehnungsbedürftig, draußen besinnen sie sich auf ihre Instinkte und weichen jeder Annäherung eines Menschen aus. Geht das nicht, fühlen sie sich in die Enge getrieben und wehren sich mit Krallen und Zähnen. Darum sollten Sie Ihnen unbekannte Miezen immer erst freundlich ansprechen.

Oft erkennen Wohnungskatzen, die in Panik weggelaufen sind und zum ersten Mal mit der großen, weiten Welt konfrontiert werden, nicht einmal mehr ihre Menschen wieder, wenn diese ihre Samtpfoten entdecken und zu fangen versuchen! Vorsicht, sie können sich dann brutal wehren!

 

Nr. 80 - Mieze fühlt sich geborgen

Wenn Katzen die Augen schließen und sich in eine Ecke zurückziehen, können sie wohlig entspannt, aber auch enorm gestresst sein! Denn wenn zu viel Stress droht, sie krank zu machen, machen sie sich „unsichtbar“.

Der Unterschied zum entspannten Schläfchen: der Schwanz ist ausgestreckt, die Vorderpfoten zeigen nach vorn und die Ohren sind leicht angelegt. Samtpfoten, die Schwanz und Pfoten unter ihrem Körper verbergen, fühlen sich sicher und geborgen, denn sie können im Notfall nicht sofort aufspringen und sich wehren oder entfliehen.

 

Nr. 79 - Scheues Katzenkind

Ohne großes Risiko kann man ein scheues oder wildgeborenes Katzenkind zu einer sehr menschenbezogenen, geselligen Katze dazu nehmen. Denn bis zum Alter von einem halben Jahr, manchmal auch länger, nutzen Jungkatzen die Erfahrung älterer Artgenossen. Wenn der Wildling immer vor Augen hat, dass der gefürchtete Zweibeiner nicht bedrohlich ist, taut er schneller auf. Solche „Lehrerkatzen“ hatten meistens selbst eine behütete Kindheit und kennen Menschen deshalb nur von ihrer besten Seite. Dieses Vertrauen strahlen sie aus und zeigen es durch Körpersprache und Stimme. Allerdings sollte man einer Oldie-Katze keinen jungen Wildling zugesellen. Sie ist damit meistens überfordert und zieht sich zurück.

 

Nr. 78 - Tüchtiger Mitarbeiter

Vor allem Einzelkatzen, die in der Wohnung leben, wollen am Leben ihrer Menschen teilnehmen und verfolgen sie deshalb auf Schritt und Tritt. Sie pfoteln nach dem Näh- oder Strickzeug, sind in der Küche neugierige Topfgucker, „spielen“ Klavier, beknabbern Bleistifte, helfen am PC und sind mit Begeisterung als Gärtner tätig. Wer das nicht mag, muss die hilfreiche Mitarbeiterin etwas unsanft packen und „entfernen“.

Nehmen Sie es mit Humor, wenn Ihre Mieze mal wieder den PC belagert oder unbedingt beim Briefe schreiben helfen will– es zeigt ihre Zuneigung und sie kann dabei sehr hartnäckig sein. Fühlen Sie sich einfach geehrt.

 

Nr. 77 - IQ-Test?

Wie intelligent Katzen sind, diese Frage wird sich wohl nie beantworten lassen. Anders als Hunde, Pferde oder auch Delphine, verlieren Katzen ganz schnell die Lust an Tests, auch wenn für die Lösung der Aufgabe eine Belohnung winkt. Katzen sind aber clever! So schlenderte manche Testkatze uninteressiert davon, andere dagegen miauten so lange, bis sie ihr Ziel erreicht und die Belohnung ohne Arbeit bekamen.

Vielleicht beweist gerade diese Verweigerung vor kritischen Forschern einen IQ-Test zu bestehen oder zu warten, bis der Lohn von selbst kommt, die Schlauheit einer Samtpfote.

 

Nr. 76 - Bitte streicheln!

Ungelöst ist immer noch die Frage, die sich viele Wissenschaftler und Katzenhalter stellen: Lieben uns Katzen? Was treibt sie dazu, sich auf unseren Schoß zu legen und auf Streicheleinheiten zu warten? Die These, Katzen in Menschenobhut blieben ewige Kinder, lässt sich nicht erhärten, weil Katzenmütter nun wirklich nicht sehr zärtlich zu ihren Halbwüchsigen sind. Außerdem schmusen auch nicht alle Wohnungskatzen gern. Eine andere These ist, dass unsere Samtpfoten auch durch Beobachten lernen. Sie spüren die zärtliche Stimmung, wenn sie gestreichelt werden, sie lernen von Kindheit an, dass Streicheln auch Schutz und Geborgenheit bedeutet. So schauen oft sehr scheue Kätzchen von ihren zahmen Artgenossen ab, dass auch ein Zweibeiner keine Angst einflössen muss und streicheln etwas wunderschönes ist.

 

Nr. 75 - Wo rennt die Beute?

Wenn die Katze keine Anstalten macht, mit einem Satz einem geworfenen Plüschmäuschen hinterher zu jagen oder dem „Vögelchen“ an der Spielangel zu folgen, dann machen Sie etwas falsch. Sie lassen das Spielzeug vor ihrer Nase baumeln. Das ist irritierend für die Jägerin, denn ihre echten Opfer sind froh, wenn sie aus der Gefahrenzone sind und laufen sicher nicht zurück zu ihrem Jäger. Spielzeug deshalb immer von der Katze weg führen!

Denken Sie aber auch daran: Ein Spiel können Sie einer Samtpfote nicht aufzwingen. Wenn Sie gerade keine Lust hat, weil gerade Schlafen, Schmusen oder Körperpflege auf ihren Programm steht, geben Sie Ihre Spielpläne lieber auf!

 

Nr. 74 - Körbchengröße

Im Winter bevorzugen Katzen Liegeplätze, die möglichst eng sind, weil sie sich dann zu einer Kugel zusammenrollen und das ganze Körbchen ausfüllen. Im Sommer ist das genau umgekehrt: Zur Siesta wird eine offene, luftdurchlässige Liegekuhle , die das Ausstrecken erlaubt und die vom Körper ausgehende Wärme nach außen abgibt, bevorzugt. Bei großer Hitze liegen unsere Samtpfoten gern im Gras, so können Sie Ihrer Wohnungskatze eine Freude machen, wenn Sie Katzengras in eine Toilettenschale säen. Aber hier sollte man aufpassen, so manche Katze benutzt diese schöne Wiese als Katzenklo! Mit einen Körbchen, wo Mieze genau rein passt, machen Sie aber jeder Katze im Winter eine Freude.

 

Nr. 73 - Katzenfreunde aufgepasst!

Wenn in Scheunen, Ställen und leider auch in der freien Natur die Herbstkätzchen zur Welt kommen, machen sich die Katzenmütter auf, Nahrung zu beschaffen. Sie brauchen für sich und ihre Babies sehr viel Energie. Auf den abgeernteten Feldern gibt es viele Mäuse aber auch Konkurrenz. Vor allem der Fuchs hat dort schon so manche Mutterkatze erwischt. Auch die Jäger sind jetzt viel auf den Ständen und machen leider auch so mancher Katze den Garaus.

Babies dieser getöteten Mutterkatzen müssen bald gefunden werden, da sie wegen der jetzt kühlen Nächte sehr schnell auskühlen und schon nach wenigen Tagen verhungert sind.

 

Nr. 72 - Katzen bei Singles

Angeblich lebt ein Viertel der Wohnungskatzen in Deutschland bei Singles, meistens sogar mehr als eine. Der Grund ist einleuchtend: Berufstätige müssen kein schlechtes Gewissen haben und keinen Zeitdruck empfinden, wenn sie mal später nach Hause kommen. Ihre Katzen haben sich ja gegenseitig zu Spiel und Unterhaltung. Eigentlich kurios: Alleinstehende Menschen profitieren durch Pärchenhaltung vom Glück zu zweit.

Sie können sicher sein, auch bei zwei Katzen steht ihr Mensch im Lebensmittelpunkt. Er ist die wichtigste Bezugsperson, der „Dosenöffner“ und derjenige, der die zärtlichsten Streicheleinheiten verteilt!

 

Nr. 71 - Wieder entdeckt

Bevor „chemische Keulen“ verwendet wurden, machten sich Katzen als Mäuse- und Rattenfänger nicht nur nützlich sondern unentbehrlich. Später ersetzten Gifte die lebenden Schädlings-Bekämpfer. Heute besinnen sich nicht nur Bibliotheken, Museen und Kirchen wieder an den preiswertesten, natürlichsten Mäuseschreck, denn Gift und Fallen durchschauen die kleinen, schlauen Nager schnell. So beugen Katzen einer neuerlichen Mäuseinvasion schon durch ihre Anwesenheit vor und halten den Nachwuchs in Schach.

Das hat man auch in St. Petersburg erkannt. Die Eremitage beherbergt nicht nur Kunstschätze von Weltruhm, sondern auch 50 Katzen. Schon bei Zarin Katharina der Großen verteidigten die Katzen die Kunstschätze gegen die gefrässigen Nager. Sie werden bis heute liebevoll vom Wachpersonal umsorgt und leben im Keller auf und unter den Heizungsrohren, wenn sie nicht gerade auf Jagd sind.

 

Nr. 70 - Ich bin stark!

Stärke zeigen, mit Statussymbolen protzen, das können nicht nur wir Menschen. Richtige Angeber gibt es auch unter den Katzen, die in Gegenwart von Bewunderern oder auch schwächeren Artgenossen, ihre Krallen spielen lassen. Beim Drohgähnen zeigen sie das perfekte Gebiss. Als Imponiergehabe werden die Krallen minutenlang gewetzt und das oft so heftig, dass Teile der Krallen brechen.

Übrigens zeigen solche Imponierverhaltensweisen manchmal Katzen - die gerade eine Niederlage erlitten haben - wenn der Feind verschwunden ist. Sie bauen damit ihr Selbstbewusstsein wieder auf.

 

Nr. 69 - Das richtige Futter

Das Sättigungsgefühl wird auch bei einer Katze über das Gehirn gesteuert. Je langsamer sie isst, umso weniger muss sie zu sich nehmen, bis sie satt ist. Deshalb brauchen Katzen, die hastig alles hinunterschlingen kalorienärmeres Futter als die gemächlichen Fresser, damit sie nicht übergewichtig werden. Für Wohnungskatzen, die sich weniger bewegen als die Freigänger, sollte deshalb leicht verdauliche Nahrung gegeben werden.

Heutzutage haben es Katzenhalter einfach. Es gibt für junge, erwachsene und alte, für temperamentvolle und ruhige, für kastrierte und potente Samtpfoten und sogar für bestimmte Rassen eigens entwickelte Spezialnahrung.

 

Nr. 68 - Vom Oldie lernen?

In Verkehrsunfälle werden sie kaum verwickelt, Unbekömmliches wird fast nie gefressen, Nachbarshund wird aus dem Weg gegangen und es wird nicht versucht, einen flugfähigen Vogel zu fangen. Katzen lernen ihr Leben lang und je älter sie sind, desto mehr Erfahrungen werten sie aus. Klar, dass sie auch ihre Menschen voll im Griff haben, weil sie genau wissen, wie sie ihren Willen durch setzen können. Idealerweise lässt eine alte, erfahrene Katze ein junges Kätzchen an ihren Erfahrungen teilhaben. Leider klappt das in der Praxis nicht immer, weil die Ältere von dem Jungtier genervt ist und ihm aus dem Weg geht.

 

Nr. 67 - Schnelle Insektenjäger

Warum erwischen Katzen Mücken, Fliegen und Motten viel schneller als wir? Sie sehen mehr Bilder pro Sekunde und so kann das Auge den Flug schneller berechnen. Außerdem ist die Zeitspanne, die das Gehirn braucht, um den Nervenreiz vom Auge als „Fang“-Befehl weiter zu geben, extrem kurz. So haben die Fluginsekten, trotz ihrer Rundumsicht wenig Chancen gegen eine engagierte Jägerin.

Besonders im Herbst kann dieser Insektenfang gefährlich werden, denn auch die Wespen sind unterwegs, um sich an allen süßen Früchten zu laben. So kommen sie auch in Wohnungen und auf Balkons Deshalb bitte Vorsicht!

 

Nr. 66 - Gleich im Doppelpack

In den Pflegestellen von Katzenschutzvereinen aber auch im Tierheim finden sich oft zwei Katzen, die sich gegenseitig trösten und unzertrennlich werden. Wenn Sie zwei Katzen ein Zuhause geben wollen und so ein Pärchen sehen, nehmen Sie am besten beide. So müssen sie sich nicht erst aneinander gewöhnen und Sie können sicher sein, dass sich die Miezen mögen. Oft sind es richtige Schmusekatzen, die in ihrer Not einen Partner suchen, mit dem sie kuscheln, sich putzen lassen und den sie selber putzen. Sie nun wieder auseinander zu reissen wäre grausam. Für Wohnungskatzen, die tagsüber allein sind, ist das Leben mit einem Artgenossen sowieso schöner und abwechslungsreicher.

 

Nr. 65 - Nachtragend?

Sie sind Ihrer Katze auf den Schwanz getreten, haben sich dafür überschwänglich entschuldigt, sie mit Leckerbissen und Liebkosungen überhäuft, was aber tut sie? Schmollt, ist beleidigt und lässt Sie deutlich spüren, dass Sie in Ungnade gefallen sind. Sind Katzen wirklich so nachtragend? Natürlich nicht, aber „aus Versehen“ gibt es im Tierreich nicht, und deshalb wirkt der Schock eine Zeit lang nach.

Auch wenn Samtpfoten beleidigt wirken und uns die kalte Schulter zeigen, statt freudig auf uns zuzulaufen, wenn wir aus dem Urlaub zurückkommen, ist das nicht der Fall. Sie sind nur misstrauisch und vorsichtig!

 

Nr. 63 - Haarballen

Die sogenannten Bezoare sind in den letzten Jahren seltener geworden. Ob es das Angebot von Katzengras war, die neuen Fertigfutter die Gleitmittel enthalten oder die bewusste Fellpflege des Menschen, ist nicht klar. Allerdings steht fest, dass Operationen wegen eines Haarballens äußerst selten geworden sind. Diese unverdaulichen, fest zusammen geklumpten „Würstchen“ aus Haaren, die die Katze beim Putzen mit verschluckt hat, müssen – wenn sie nicht natürlich abgehen - operativ entfernt werden.

Die meisten Katzen würgen diese verschluckten Haare, besonders nach dem Genuss von Katzengras, wieder aus, sie werden aber auch mit den unverdaulichen Nahrungsbestandteilen über den Darm ausgeschieden.

 

Nr. 62 - Dankbar?

Viele Katzenhalter, denen ihre Katze zugelaufen ist, die sie vor dem Verhungern oder dem sicheren Tod gerettet oder aus dem Tierheim ein neues Zuhause geschenkt haben, sind fest davon überzeugt, dass die Mieze ihnen das dankt. Sie tut das auch: sie lernt uns zu vertrauen und sich in unsere Obhut zu begeben. Sie verlässt sich darauf, dass wir sie vor jeder Gefahr beschützen.

So kann die Samtpfote die zärtliche, verschmuste und kontaktfreudige Seite ihres Daseins ausleben, denn die Suche nach Nahrung, die ständige Bereitschaft zu Angriff oder Flucht entfällt und sie merkt, dass es ihr endlich gut geht. Darum entschließt sie sich auch meist zu bleiben.

 

Nr. 61 - Besuch? Nein, danke!

Man sollte gelassen sein, wenn die Katz, die sich sonst wohlig auf dem Sofa räkelt, mit ihren vertrauten Menschen schmust, aber sofort davon rennt und sich versteckt, wenn Besucher kommen. Wenn die „Luft rein“ ist, erscheint sie wieder.

Tun Sie so, als sei das normal, suchen Sie die Mieze nicht sondern unterhalten sich ruhig, leise und gut gelaunt mit den Gästen. Sie können keine Katze zwingen zutraulich zu sein, sondern müssen immer warten, dass die ersten Schritte von ihr ausgehen. Lassen Sie die Katze in Ruhe, freuen Sie sich, wenn die scheue Samtpfote kommt. Manche Katzen mögen ihr Leben lang keine Fremden in ihrem Zuhause, manche brauchen lange, bis sie Besuch akzeptieren.

 

Nr. 60 - Katzenpsychologie

Die amerikanische Katzenpsychologin Pam Johnson glaubt nicht an Problemkatzen, sondern eher an Missverständnisse zwischen Mensch und Katze.

Sie meint, dass wir als Besitzer vieles an unseren intelligenten und faszinierenden Samtpfoten all zu selbstverständlich nehmen. Sie machen das Leben für uns so angenehm, weil sie sehr reinlich, ruhig und graziös sind. Weil sie uns das Leben leicht machen, übersehen wir deshalb oft auch ihre Bedürfnisse. Wenn die Katze sich in unerwünschter Weise verhält, nehmen manche Katzenbesitzer oft an, dass sie boshaft, störrisch oder vorsätzlich destruktiv ist. In diesen Fällen sollten wir einmal darüber nachdenken, was wir falsch machen und verändern könnten, damit ein harmonisches Zusammenleben funktionieren kann.

 

Nr. 64 - Sieben Leben?

In den Akten der Royal Navy taucht ein Kater auf, der 1955 in einem Seniorenheim für Seeleute starb. „Oskar“ war ein deutscher Schiffskater auf dem Kriegsschiff Bismarck, das 1941 sank. Stunden nach dem Untergang entdeckten Seeleute des kreuzenden britischen Zerstörers Cossak den Kater im Meer und nahmen ihn auf. Aber auch die Cossak sank und wieder wurde der Kater gerettet. Jetzt fand er Asyl auf dem Flugzeugträger Ark Royal, der leider auch versenkt wurde. Wieder hatte Oskar Glück, er kam erst nach Gibraltar und später endgültig ins Seniorenheim, wo er noch ein paar schöne Jahre verleben konnte. Man sollte sich aber lieber nicht darauf verlassen, dass eine Katze sieben Leben hat.

 

Nr. 59 - Haustier Katze

Von allen unseren Haustieren, werden die Katzen bestimmt am wenigsten ausgenutzt. Sie lassen sich nicht mästen, geben keine Milch, jagen nicht auf Befehl, verteidigen uns nicht und lassen sich auch vor keinen Karren spannen. Andererseits sind wir in den Augen unserer Samtpfoten durchaus nützlich! Wir bieten Essen und Trinken, Schutz und Wärme, Liebe und Geborgenheit und – das wird immer selbstverständlicher – Pflege bei Krankheit.

So gilt die kluge Katze als einziges Haustier, das sich uns freiwillig anschloss. Sorgen wir also dafür, dass noch viele Miezekatzen, die gerne umsorgt bei uns leben würden, liebevolle und verständnisvolle Adoptiveltern finden.

 

Nr. 58 - Immer scheu?

Vor allem Bauernhof- und Streunerkatzen, die in den ersten Wochen ihres Lebens keine oder schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, können beim Einzug in ihr neues Zuhause extrem scheu und ängstlich sein. Es gibt Kätzchen, die bleiben es ihr Leben lang, wenn Fremde kommen, verschwinden sie sofort. Am besten sozialisieren sich Miezen unter sechs Monaten. Die Eingewöhnung sollte sehr behutsam erfolgen.

Scheue Samtpfoten soll man anfangs in Ruhe lassen, sie nicht bedrängen, warten bis sie von selbst kommen. Nachts die Schlafzimmertür offen lassen, denn gleichmässiges Atmen schenkt Vertrauen…und ganz viel Geduld haben!

 

Nr. 57 - Kein Durst?

Wie viel Wasser eine Katze braucht, ist nicht leicht zu sagen. Es hängt von der Ernährung – Nass- oder Trockenfutter – der Putzfreudigkeit, der Aktivität und natürlich auch der Umgebungstemperatur ab. Da unsere Samtpfoten relativ wenig trinken müssen, ist es eher ein Alarmzeichen, wenn Sie die Katze dauernd am Wassernapf sehen. Dahinter könnte eine Krankheit stecken.

Ob Ihre Katze zu wenig trinkt, können Sie feststellen, wenn Sie eine Hautfalte hochziehen und sich diese nicht in wenigen Sekunden wieder in die Haut einschmiegt.

 

Nr. 56 - Hitze

Obwohl sie meisten Katzen die Hitze lieben, brauchen sie ein kühles, schattiges Plätzchen, wenn die Temperaturen 30 Grad übersteigen. Hierfür ist ihr Körper nämlich nicht gerüstet. Freilebende Streuner und Wildkatzen verlegen deshalb ihre Aktivitäten in die kühlen Morgen-, Abend- und Nachtstunden. Sie verschlafen die Tage in kühlen Höhlen, Kellern oder Wäldern.

Wenn Katzen unbehaglich warm wird, strecken sie sich lang aus, damit der ganze Körper durch Wind Kühlung erhält. Sie putzen sich viel, um Verdunstungskälte zu erzeugen. Oft hecheln sie auch. Sie können Ihrer Mieze Kühlung verschaffen, in dem Sie mit einem feuchten Tuch über ihren Körper streichen.

 

Nr. 55 - Späherposten

Die Vorfahren unserer Hauskatzen, die Wildkatzen in deren Territorium natürliche Feinde wie Wolf, Adler oder eine größere Wildkatzenart leben, beziehen ihre Späherposten nicht an exponierten Stellen. Sie verstecken sich in Felsspalten, Baumhöhlen, unter Wurzeln oder in anderen natürlichen Nischen. Unsere Samtpfoten suchen, wenn sie nicht gesehen oder gestört werden wollen, am liebsten ganz enge Höhlen mit „Dach“ auf.

Wenn Ihre Katze zu denen gehört, die eine Vorliebe für Tüten entwickelt haben, achten Sie darauf, ihr nur Papier- oder Stofftaschen zu genehmigen. Plastiktüten sind gefährlich, es droht Erstickungsgefahr!

 

Nr. 54 - Zoff vorprogrammiert

Das kommt bei ungeraden Katzengruppen nicht selten vor. Einer führt sich als Alleinherrscher auf, der die anderen zu unterdrücken versucht oder schlimmer, alle mobben einen. Sie sollten dem Schwächsten immer wieder mal einen erhöhten Sitzplatz anbieten und dem „Tyrannen“ diesen höheren Platz verweigern. Meistens spielt sich die Gruppe nach einiger Zeit wieder ein und es herrscht Waffenstillstand.

Manchmal hilft es auch, wenn ein Tier auszieht oder in die Gruppe ein weiteres Tier aufgenommen wird. Es bilden sich dann meistens Paare, die sich zusammen tun und einträchtig nebeneinander her leben. Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel!

 

Nr. 53 - Nicht baden!

Die Versuchung ist groß, Katzen gründlich zu waschen, wenn sich sie sich draußen im Schmutz gewälzt haben oder das Fell stumpf und fettig wirkt. Im Fell verfangene Kletten beseitigt man mit dem Kamm. Abgesehen davon, dass so ein Waschgang nicht ohne Geschrei auf der einen und Schrammen auf der anderen Seite klappt, sollten unsere Samtpfoten grundsätzlich nur auf tierärztliche Anweisung gebadet werden.
Auch die mildeste Seife greift die Haut an und zerstört die Schutzschicht um jedes einzelne Haar. So kann es Wochen dauern, bis Haut und Fell sich erholt haben. Trockenshampoo und Bürste sind besser. Oft hilft auch ein angefeuchteter Kamm, um Schmutz zu entfernen.

 

Nr. 52 - Trinken

Am Wassernapf sehen Besitzer ihre Katzen selten. Trotzdem nehmen die Tiere relativ viel Feuchtigkeit auf, vor allem wenn sie Trockenfutter fressen oder die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung niedrig ist. Dann putzen sie sich nämlich dauernd und verlieren dadurch Körperflüssigkeit. Je weiter Sie eine Tränke vom Futternapf weg stellen, desto mehr nutzt die Katze sie als Durstlöscher. Wissenschaftler glauben, dass der Instinkt sie dazu verleitet. Denn Wasser direkt neben gefangener Beute könnte durch den Verzehr verschmutzt und ungesund werden.

 

Nr. 104 - Lass das!

Um die Verdauung anzuregen, lecken Katzenmütter ihren Babys nach jeder Mahlzeit gründlich den Bauch. Dieses Wohlgefühl vergisst eine Katze nie. Deshalb verfallen menschenbezogene Katzen in rhythmisches Schnurren, wenn ein Mensch sie genau da krault. Doch Vorsicht! Diese Seligkeit kann in Sekundenschnelle umschlagen, wenn die Samtpfote aus ihren Kindheitsträumen gerissen wird. Ohne Vorwarnung wird aus der glücklich schnurrenden Schmusekatze eine kratzende und beißende Widersacherin, die ihrer Handlung wegen unsicher ist und oft noch die Haare sträubt und dann flieht. Nehmen Sie es ihr nicht übel!

 

Nr. 51 - Freigang

Schon beim Einzug eines Kätzchens sollte feststehen, ob es begrenzten, uneingeschränkten oder gar keinen Freilauf haben soll. Wenn Katzen einmal hinaus durften, lassen sie sich danach nur schwer an ein Leben ohne Ausgang ins Grüne gewöhnen. Umgekehrt ist es leichter. Wohnungskatzen gewöhnen sich in sicherer Gegend ganz schnell an feste Ausgangstermine. Unsere Samtpfoten haben übrigens ein fabelhaftes Zeitgefühl. Wenn sie sich einmal angewöhnt haben, nachts in der Wohnung und tagsüber im Freien zu leben, erscheinen sie abends pünktlich an der Haustür.

Lassen Sie Ihre jungen Kätzchen erst nach draußen, wenn sie kastriert sind! Dann ist das Revier kleiner und es gibt keinen unerwünschten Nachwuchs.

 

Nr. 50 - Lernen durch Hinschauen

...ist bei Katzen üblich. Dabei stellen sie sich sehr schlau an und können bestimmte Vorgänge mit einer darauf folgenden Handlung verknüpfen. Beispiel: Frauchen greift zum Dosenöffner und Mieze kratzt bereits am (noch) leeren Futternapf. Oder: Manche reisefreudigen Katzen setzen sich in ihren Kennel, weil ihre Menschen gerade den Koffer gepackt haben. Es gibt unendlich viele Beispiele für die Verknüpfung und Beobachtung und einer wahrscheinlich darauf folgenden (erwünschten) Handlungen, die die Miezen durch eine eigenen Aktion steuern möchten.

Es gibt sogar Katzen, die abgeguckt haben, wie man Türen öffnen kann. Im Notfall einen Türknopf anbringen oder die Türklinke einfach umdrehen.

 

Nr. 49 - Katzen zählen ihre Kinder

Katzenmütter wissen genau, wie viele Babys sie haben. Sie erkennen den eigenen Nachwuchs am Nestgeruch. Die Zahl der Kinder überprüfen sie jedes Mal nach Rückkehr in die Katzenkiste. Fehlt eins der Kleinen, macht sich die Mutter sofort auf die Suche. Erscheint ihr der Platz nicht mehr sicher, läuft sie so lange vom Nest bis zu einem sicheren Ort, bis der ganze Wurf umgezogen ist. Auf Bauernhöfen, wo gelegentlich mehrere Katzenmütter gleichzeitig ihre Jungen aufziehen, adoptieren (und stehlen) manchmal besonders mütterliche Miezen auch die Babys der anderen Katzen.

 

Nr. 48 - Rhythmus der Katze

Freilaufkatzen, die über ein Katzentürchen aus- und eingehen können, wie sie es sich wünschen, haben bei aller Unabhängigkeit einen Rhythmus, den sie ihren Menschen angepasst haben. Sie suchen immer wieder den Kontakt, nicht nur um sich ihre Futterration abzuholen, sondern auch, um Ansprache und Streicheleinheiten zu ergattern. Damit bestätigen sie sich ihre Bindung.

Viele Katzenhalter lassen ihre Freilaufkatze am gewohnten Ort, wenn sie umziehen. Sie glauben, das ist die bessere Lösung. Dennoch wiegt eine Bindung an die Menschen den Verlust der Heimat meistens auf. Also, mitnehmen ist besser als dort lassen.

 

Nr. 47 - Mensch als Katzenmama

Warum vertragen sich Wohnungskatzen gut, auch wenn sie sich aus Platzmangel kaum aus dem Weg gehen können? Die Forscher Ferdinand Brunner und Kurt Hlawacek meinen, dass Katzen, die eng mit uns Menschen zusammenleben, uns als Übermütter ansehen. Wir füttern, streicheln (lecken) sie, wir verteidigen sie und schleppen sie herum. Babys kämpfen aber nicht gegeneinander. In Katzenaugen nehmen wir die Stellung der Übermütter ein. Für Singlekatzen ist der Mensch außerdem Sexualpartner, geschwisterlicher Spielfreund und - paradoxerweise - zu beschützendes Jungtier.

 

Nr. 46 - Spielen mit Fellmäusen

Bei den meisten Katzen ist Mäuschen fangen der absolute Hit. Die kleinen Plüschmäuse entsprechen so stark dem natürlichen Beutebild, dass sie einfach unwiderstehlich wirken. Da sie leichtgewichtig sind, kann unsere Samtpfote sie in die Luft schleudern, fangen, herumschleppen, mit der Pfote laufen und purzeln lassen. Mieze kann sie auch in Höhlen treiben und sie wieder hervor angeln.

Allerdings sollten Sie bei diesem Spielzeug darauf achten, dass es aus ungiftigem Material, ohne Klebstoff, Nägel oder Nadeln ist und der Körper nicht splittern kann.

 

Nr. 45 - Dabei sein

In unseren Ruhestunden, wenn wir lesen, fernsehen, Musik hören (leise) oder einfach dösen, suchen die Samtpfoten unsere Nähe. Dabei lassen sie uns entweder nicht aus den, manchmal auch halbgeschlossenen, Augen oder sie folgen dem Menschenblick und verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm. Interessiert sind sie auch an der schreibenden oder strickenden Hand und „greifen dort manchmal ein“, was sicher gut gemeint ist aber doch oft lästig ist. Mit offenen Türen haben Sie mehr Ruhe vor einem Quälgeist von Katze als mit geschlossenen. Aber eine Katze wird immer wieder versuchen, trotz des Hindernisses, zu ihrem Menschen zu gelangen, wenn es ihr danach ist und dabei kann sie sehr hartnäckig sein.

 

Nr. 44 - Stadtkatzen

Jede zweite Katze in den Städten wird in der Wohnung geboren. Den Rest bzw. ihr ganzes Leben verbringen diese Stubentiger Indoor. Nicht artgerecht? Eigentlich doch. Denn als einziges unserer heutigen Haustiere hat sich die Katze freiwillig dem Menschen angeschlossen, sich zuerst in seinen Scheunen, später Häusern niedergelassen und perfekt diesem neuen Leben angepasst.

Katzen, die bereits in einer Wohnung geboren wurden, vermissen das freie Leben in der Natur nicht. Alle Wohnungskatzen brauchen einen reich strukturierten Wohnraum mit Platz zum Spielen, Klettern und einen schönen Fensterplatz. Optimal ist ein gesicherter Balkon.

 

Nr. 43 - Männer und Katzen

Männer, die ein positives Image haben wollen, sollten sich eine Katze zulegen. Wussten Sie, dass 60% der Frauen männliche Katzenbesitzer für besonders sensibel und einfühlsam halten? Sie sprechen ihnen einen weichen, feinfühligen Kern zu. Immerhin teilen diese Überzeugung auch 47% der Männer, bei Frauen unter 40 teilt sie nur jede zweite Frau. Das was das Thema des Marktforschungsinstituts The Consumer View (TVC) aus Bremen. Es wurden 1.016 Tierhalter und Nichttierhalter beiderlei Geschlechts befragt. Das soll aber nicht heißen, dass Männer, die ihr Image positiv fördern wollen, sich eine Katze, besser zwei, zulegen, denn Mieze braucht nicht nur Zeit sondern auch Zuwendung. Ohne die geht es nicht.

 

Nr. 42 - Gewichtsabnahme

Nicht nur für Menschen gibt es ein Idealgewicht, auch der Tierarzt kann es über den sogennanten Body-Mass-Index ermitteln. Das ist aber nicht unbedingt nötig, denn Sie können selbst erkennen, ob Ihre Katze zu dick oder zu dünn ist. Wenn Sie das Tier von oben beobachten, sollten weder Rippen noch die Hüftknochen deutlich sichtbar sein, sonst die Mieze zu dünn. Dicke Polster rechts und links der Rippen dagegen zeigen ein Übergewicht an. Erwachsene Katzen sollten Sie nach Möglichkeit einmal pro Monat wiegen. Stellen Sie sich selbst auf die Waage, dann mit der Katze. Das Mehr an Gewicht wiegt Ihre Samtpfote. Deutliche Unterschiede sind ein Signal, den Tierarzt zu konsultieren.

 

Nr. 41 - Vorsicht Sonnenbrand!

Besonders gefährdet sind vor allem die hellen Katzen mit den rosa Öhrchen, weil sie dort wenig Fell haben. Die Tiere merken es erst dann, wenn es zu spät ist. An hochsommerlich heißen Sonnentagen sollten Sie die besonders sonnenhungrigen Miezen nur ins Freie lassen, wenn sie an den Ohren mit Babysonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt wurden. Öl ist ungeeignet, weil es zu langsam einzieht und abgeschleckt würde. Gehen Sie mit Ihrer Samtpfote zum Tierarzt, wenn gerötete Ohrmuscheln verraten, dass sie einen Sonnenbrand hat. Das ist nicht nur schmerzhaft, sie wird sich dauernd kratzen, dadurch droht Entzündungsgefahr.

 

Nr. 40 - Katzen lieben Chaos!

Schade, dass der interessanteste Raum im Haus normalerweise für Katzen versperrt ist, bedauerte die Katzenpsychologin Rosemarie Schär. Rumpelkammer, Dachboden, Keller, einfach Räume in denen Chaos und Unordnung herrschen, sind vor allem für einen Wohnungskatze herrliche Spielzimmer, die zur Entdeckungstouren einladen und alle Sinne beschäftigen.

Leider hat dieses Interesse an Abstellräumen eine Schattenseite: Viele Katzen wird ihr Interesse an Schuppen, Scheunen, Gartenhäuschen zum Verhängnis, wenn sie dort eingesperrt werden. Sollte Ihre Katze „abhängig“ sein, suchen Sie in der Nachbarschaft, auch in Garagen wurden Katzen schon häufig versehentlich eingesperrt!

 

Nr. 39 - Tastsinn

Der Tastsinn ist der erste aller Sinne, der bei Katzenkindern ausgebildet ist. Er ist lebensnotwendig und funktioniert schon unmittelbar nach der Geburt. Die Tasthaare am ganzen Körper nehmen die Wärmequelle der Mutter wahr und leiten das Baby dorthin. Außerhalb des Nestes warnt Kälte, die wiederum vom Tastsinn wahrgenommen wird, die Kleinen, die prompt nach der Mutter schreien.

Die wohligen Gefühle, die Katzenkinder im Nest durch den Körperkontakt zur Mutter und Geschwistern haben, haften im Gedächtnis und wecken später immer wieder das Schmuse- und Kuschelbedürfnis.

 

Nr. 38 - Kratzbaum in der Natur

Wild lebende oder frei laufenden Katzen haben an den Grenzen ihres Reviers einen Baum, Holzpfosten oder ähnliches, den sie regelmäßig auf ihren Rundgängen mit den Krallen bearbeiten, durch Köpfchen- oder Flankenreiben mit Sekret aus ihren Hautdrüsen einölen und gezielt mit ihrem Urin parfümieren. Solche abgewetzten, durchdringend riechenden Holzteile findet man vor allem auf dem Land. Wenn viele Katzen sich ein Revier teilen (müssen), identifiziert sich der Herrscher des Imperiums, indem er am höchsten markiert und außerdem den Duft der Rivalen überdeckt. So kann man oft riechen, dass in der Gegend viele Katzen leben, auch wenn nicht alle sichtbar sind.

 

Nr. 37 - Eier - Ostereier?

Für die meisten Menschen ist Ostern ohne Eier wie Weihnachten ohne Baum. Jetzt gibt es überall die buntgefärbten und gekochten Eier. Darf unsere Mieze davon etwas abbekommen? Die Antwort ist „Ja“. Die hochwertigen Proteine sind gesund und wichtig für die Muskeln und schaden nicht. Bei rohen Eiern darf man nur das Eigelb füttern, bei gekochten Ostereiern dürfen Sie auch das Eiweiß anbieten. Sie dürfen also Ihre Ostereier mit Ihren Samtpfoten teilen - aber: Allzu viel ist ungesund, deshalb nur in Maßen!

 

Nr. 36 - Sonnenbad

Nicht nur Menschen genießen das erste Sonnenbad, auch bei den Katzen steigert es nach dem langen Winter das Wohlbefinden. Es regt die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D an. Die warmen Strahlen fördern die Durchblutung der Haut, regen den Hormonausstoß an und mobilisieren die Muskulatur. Legen Sie Ihrer Wohnungskatze ein Kissen vor das sonnigste Fenster, damit sie in der Frühlingssonne ein Nickerchen machen kann. Haben Sie es schon beobachtet: Im Sonnenlicht zeigt sich bei vielen einfarbigen Katzen die Geisterzeichnung, zart schimmern dann die Streifen ihrer Urahnen durch. Bei dunklen Tieren ist das besonders gut zu sehen.

 

Nr. 35 - Katze oder Kater?

Wer sein Leben mit einem kompromissbereiten Schmuser teilen will, der sollte sich für einen kastrierten Kater entscheiden. Sobald sie nicht mehr von Rivalenabwehr getrieben werden und auch nicht mehr auf Brautschau sind, genißen sie ihr Leben am liebsten ganz ohne Stress. Sie lassen sich von ihren Menschen verwöhnen, zum Spielen animieren und suchen keine kätzische Herausforderung mehr.

Eigenwilliger dagegen ist die Damenwelt, denn die Kätzinnen - auch die kastrierten - sind eigenwilliger und neigen zur Tyrannei. Die blitzgescheiten Weibchen verstehen es, ihren Menschen ihren Willen aufzuzwingen. Ausnahmen bestätigen die Regel!

 

Nr. 34 - Helfer bei Burn-Out

Burn-Out-Expertin Felicitas Heyne stellte fest, dass Katzen eine messbar Stress reduzierende Wirkung auf ihre Halter haben. Die Ruhe der Katze, die döst, steckt an. Das Streicheln entspannt, die Körperwärme spendet Trost, das Buhlen um unsere Sympathie schenkt neues Selbstbewusstsein. Dauerstress, die Angst um den Arbeitsplatz, Gesundheit, Zukunft, finanzielle Nöte sind die Hauptursache für diese Krankheit. Kaum ein anderes Haustier fordert so wenig von seinen Menschen und gibt so viel. Die Mieze freut sich zwar über die Nähe, ist aber nicht unbedingt darauf angewiesen und kann sich notfalls auch allein beschäftigen.

 

Nr. 33 - Mögen sie sich?

Woran erkennen Sie, dass zwei - oder mehr - Katzen sich wirklich mögen und nicht nur so nebeneinander her leben, weil es eben nicht anders geht? Deutliche Anzeichen für wahre Liebe sind das „Aneinanderkleben“ auch in den aktiven Phasen, der gemeinsam Rückzug bei einer Störung, das Überlassen eines Leckerbissens oder sogar die gemeinsame Nutzung einer Katzentoilette, auch wenn es mehrere gibt.

Katzen, die gemeinsam eine Schlafgelegenheit nutzen, tun das aber auch, wenn sie sich sonst nur akzeptieren. Sie suchen dann nur die Wärme und Sicherheit, die der andere Körper schenkt.

 

Nr. 32 - Risiko Freilauf

Die schlimmsten Gefahren, die freilaufenden Katzen drohen, sind menschengemacht. Dabei sind Vergiftungen durch Pflanzen relativ selten, durch Insektizide und Schneckenkorn dagegen häufig. Wenn Sie in ländlicher Gegend wohnen und Ihre Samtpfote gern auf Feldern ihre Mäuse jagt, sollten Sie entweder den Landwirt fragen, wann er spritzt oder es selbst beobachten. Warten Sie dann einen Regentag ab, bevor die Katze wieder hinaus darf. Sie sollten aufpassen, wenn sich in ihrer Nähe ein Fuchsbau befindet, denn hungrige Füchse scheuen keinen Kampf und wenn kein Baum in der Nähe ist, zieht eine Katze den Kürzeren. Dass stark befahrene Straßen in Wohngebieten die größten Gefahren bergen, weiß wohl jeder.

 

Nr. 31 - Katzenhaltung verboten?

Immer mehr Verfahren wegen Katzenhaltung in einer Miet- oder Eigentumswohnung gehen inzwischen in die letzte Instanz. Wer eine Katze in der Wohnung hält, dem kann dies nach neuester Rechtsprechung nicht mehr verboten werden, denn Mieze belästigt keinen und gehört zur Lebensqualität des Mieter. Allerdings sind sich bei mehr Katzen, die die Außenanlage mitbenutzen, die Gerichte uneins.

Wenn Sie die Erlaubnis, eine Katze zu halten, im Mietvertrag schriftlich festgehalten haben, schauen Sie nach, bevor Sie sich eine Zweitkatze anschaffen, ob es „Katze“ oder „Katzen“ heißt. Fragen Sie Ihren Vermieter, bevor ein weiteres Tier bei Ihnen einzieht!

 

Nr. 30 - Nachts raus?

Wenn Ihr Balkon wirklich ausbruchsicher ist, darf ihre Mieze auch nachts die frische Luft genießen. Als dämmerungsaktives Tier ist das nächtliche Treiben draußen für sie fast noch aufregender als der übliche Tagesaufenthalt. Sie sollten aber sicherstellen, dass die Katze über eine Katzenklappe oder die offene Balkontür wieder in die Wohnung kann.

Katzen fühlen sich - auch in der Wohnung, auf der Terasse, im Garten oder auf dem Balkon - immer nur dann wirklich wohl, wenn sie einen stets offenen Fluchtweg zu einem geschützten Platz haben.

 

Nr. 29 - Toxoplasmose

Toxoplasmose - heißt das Horrorwort, das in Zusammenhang mit werdenden Müttern und Katzen immer fällt. Sie müssen sich aber keine Sorgen machen, auch eine Katze mit Toxoplasmose kann die Schwangere nur dann anstecken, wenn diese in Berührung mit mindestens drei Tage altem Kot kommt und so die Frühstadien des Erregers in ihren Körper gelangen. Wer das Katzenklo täglich säubert, dabei evtl. Handschuhe anzieht und sich die Hände wäscht, ist nicht gefährdet.

Viel größer ist die Gefahr im Garten, wenn man mit verscharrtem Kot fremder Katzen in Kontakt kommt. Deshalb sollten werdende Mütter im Garten nur mit Handschuhen arbeiten.

 

Nr. 28 - Wunden heilen schnell

Das Blut einer Katze gerinnt doppelt so schnell wie das des Menschen. Deshalb können auch schwer verletzte, herrenlose Tiere ohne unsere Hilfe überleben. Bei kleineren Wunden dauert es keine Minute, bei größeren tiefen höchstens drei, bis eine Schutzschicht über der Wunde verhindert, dass Krankheitskeime eindringen können.

Bevor die Wunde sich schließt, leckt eine Katze sie sauber und gibt über ihre Zunge Abwehrstoffe in die Wunde, die desinfizierend wirken. Lassen Sie Katzen zu Hause ihre Wunden ruhig lecken.

 

Nr. 27 - Katze auf Bildern

Fiel es Ihnen beim Anblick von Gemälden der klassischen Maler auch auf: Wann immer eine Szene im Haus auf Bildern festgehalten wurde die eine Familie in den Mittelpunkt stellt und auch auf solchen, die die Zufriedenheit der Armen zeigt, findet sich irgendwo eine Katze. Auch in Kinderbüchern, so haben Wissenschaftler festgestellt, kommen Katzen als Inbegriff der gemütlichen Familie in Wort und Bild vor. Auf klassischen Gemälden bis ins 19. Jahrhundert hinein, wird eine Samtpfote fast immer zusammen mit Frauen und Kindern gezeigt. Männer hielten die Maler lieber mit Hunden oder Pferden im Bild fest. Schon immer waren - wie man sehen kann - Katzen beliebt bei Armen und Reichen.

 

Nr. 26 - Weihnachtsdeko

Katzenfreunde sollten auf den Weihnachtsstern verzichten oder ihn katzensicher aufstellen, denn Jahr für Jahr gibt es Vergiftungsfälle nach dem Genuss von Blüten oder Blättern. Dabei sind sich die Mediziner nicht sicher, ob das Gift in den Wachstumshemmern, Konservierungsmitteln oder Schädlingsbekämpfungsmitteln steckt, mit denen dieses subtropische Gewächs bis zum Verkauf massiv behandelt wird, oder in der Pflanze selbst.

Verzichten Sie auch auf Eibenzweige, die wegen der hübschen roten Beeren in den immergrünen Nadeln beliebte Adventskranz- und Gesteckbestandteile sind, denn an der Eibe ist alles für die Katzen giftig.

 

Nr. 25 - Wer hat den besten Platz?

Katzen bilden zwar kein Rudel, trotzdem gibt es in den Gruppen eine Rangordnung, die sich unter anderem auch am Kratzbaum etablieren lässt. Eine selbstbewusste Katze versucht, sich so weit wie möglich nach oben zu strecken, wenn sie ihre Krallen wetzt, um mit den, von den Artgenossen wahrgenommenen Gerüchen ihre Größe zu demonstrieren. Die höchsten Kratzbaumplätze stehen auch dem „Boss“ über die anderen zu.

Anders als in echten Rudeln, kann die Rangordnung bei Katzengruppen immer mal wieder wechseln oder nur für bestimmte Bereiche gelten. Es gibt auch noch eine Fress-, Schlafplatz-, Schmuse- und Spielrangordnung. Interessant für und Zweibeiner, das zu beobachten.

 

Nr. 24 - Neugier oder Vorsicht?

Ein Objekt, das Katzen noch nicht kennen, das fremd riecht oder nie gehörte Geräusche von sich gibt, stürzt Katzen in einen inneren Konflikt. Denn neugierig wie sie sind, wollen sie das „Ding“ erkundigen und damit ihren Erfahrungsschatz erweitern. Anderseits zögern sie, ein unnötiges Risiko einzugehen. Oft kommt es dann zu Übersprungshandlungen, etwa einer Flucht nach dem Angriff.

Das sieht für uns Zweibeiner merkwürdig aus: Erst attackiert die Mieze einen harmlosen Gegenstand, dann rast sie mit gesträubtem Fell davon, setzt sich hin und putzt sich, um das suspekte Teil zu ignorieren oder erneut zu begutachten.

 

Nr. 23 - Jedem sein Napf?

Katzen gewöhnen sich schnell an ihren eigenen Napf, denn schon als Neugeborene suchen sie sich eine Zitze bei der Mutter, die sie dann nie mehr wechseln und sogar gegen die Geschwister verteidigen.

Wenn Sie mehrere Katzen haben, ist es sehr nützlich, jede an ihren eigenen Napf zu gewöhnen und ihr den Zugang zu den anderen zu verwehren, bis sie es begriffen hat. Denn wenn Sie einmal Diätnahrung oder Medikamente in ein Futter geben müssen, haben Sie dann keine Probleme, jeder Katze das notwendige Futter anzubieten.

 

Nr. 22 - Katzennamen

Wenn in einem Katzennamen ein A oder O vorkommt, müssen die Samtpfoten erst lernen, dass sie gemeint sind. Namen mit den Vokalen I und E dagegen erinnern sie schwach an den Ruf der Mutter, vor allem, wenn sie mit hoher Stimme „gesungen“ oder leise gewispert werden. Ein scheues Findelkätzchen sollten Sie deshalb zum Beispiel „Minki“ oder „Elli“ taufen. Zweisilbige Namen lassen Katzen übrigens am ehesten aufhorchen, weil die Katzenmutter ihren Ruf als Doppellaut absetzt. Trotzdem kein allzu großes Problem: Jede Katze lernt auch den kompliziersten Namen, es dauert halt etwas länger. Sicher hört ein Katerle schneller auf Gerry als auf Garfield.

 

Nr. 21 - Wohnungskatzen - Schmusekatzen?

Katzen sind Individualisten und deshalb gibt es die zärtlichen Schmuser, die gar nicht genug Körperkontakt mit ihren Menschen bekommen können. Sie kommen von selbst zum Köpfchen-geben und Um-die-Beine-Streichen. Es gibt aber auch die spröden Samtpfoten, die es hassen, festgehalten zu werden, die jede Chance nutzen vom Schoß zu springen und am liebsten Distanz wahren.

Zwingen können Sie keine Katze zu Zärtlichkeiten. Zeigen Sie Geduld und warten, bis Ihre Mieze auf Sie zukommt. Dann verwöhnen Sie sie, solange sie es will. Ich bin mir sicher, sie wird immer öfter kommen. Beobachten Sie einmal, hält sie sich nicht überwiegend dort auf, wo Sie sind und sucht Nähe, wenn auch mit etwas Distanz?

 

Nr. 20 - Ätherische Öle - Vorsicht!

In der kommenden kalten Jahreszeit sind sie als Stimmungsaufheller gefragt: Die Duftkerzen und Duftöle. Sie verbreiten in der Wohnung nicht nur warmes Licht, sondern auch zarten Duft. Katzenfreunde brauchen nicht darauf verzichten, sie sollten aber sicherstellen, dass keine neugierige Samtpfote dorthin gelangen kann. Das Öl oder Wachs im Fell kann richtig gefährlich werden. Die Katze kann es selber nicht wegputzen, meistens bleibt ihr dann ein Bad nicht erspart. Hat sie Teile des Öls geschluckt, müssen Sie mit ihr zum Tierarzt gehen. Nehmen Sie dann aber unbedingt das Öl mit.

 

Nr. 19 - Sprachrepertoire

Je menschenbezogener ein Kätzchen heranwächst, umso schneller und besser entwickelt es ein perfektes „Sprachrepertoire“. Es ist deutlich höher entwickelt, als bei scheuen Artgenossen. Die sozialisierte Mieze gewöhnt sich ein Begrüßungs-Miau an, ein Guten-Morgen-Maunzen und ein Spiel-mit-mir-Gurren. Allerdings gibt es auch ein Genug-Fauchen und Hunger-Quengeln.

Die wichtigsten Teile ihres „Wortschatzes“ stellen Katzenkinder etwa ab der zehnten Lebenswoche zusammen. Wenn Sie viel mit Ihrer Samtpfote plaudern, vergrößert sich die Zahl ihrer Antwort-Töne.

 

Nr. 18 - Katzen für Kinderseelen

In den Großfamilien der SOS-Kinderdörfer sind Haustiere ein fester Bestandteil der Großfamilien. Sie helfen bei der Erziehung, denn sie trösten bereitwillig, schmusen, wenn sonst niemand Zeit hat, und sind begeisterte Mitspieler. Sie lehren die Kinder aber auch, dass ein Tier durchaus wehrhaft ist, wenn man es nicht richtig behandelt. Weil Katzen pflegeleicht und sehr sauber sind, sind der zusätzliche Aufwand und die Kosten auch nicht so hoch.

Anders als zum Beispiel Hunde, bleiben Katzen selbständig und schließen sich nicht nur einer Person an. Sie müssen auch nicht konsequent erzogen werden, sondern passen sich ihren Familien an.

 

Nr. 17 - Hund und Katze

Es ist relativ einfach einen jungen Hund an eine Katze zu gewöhnen, wenn diese sich frei bewegen kann und der Welpe in seiner aktiven Phase angeleint ist. Dann kann die Samtpfote den Neuankömmling allmählich kennenlernen, sich ihm nähern, wenn er schläft und sich in Sicherheit bringen, wenn der kleine Kerl zu lebhaft wird. Herrscherin über den Hund bleibt sie immer. Weil Welpen es gewohnt sind, von der Mutter oder anderen Hunden zurechtgewiesen zu werden und sich willig dem Stärkeren unterordnen, stört eine tyrannische Mieze nicht. Sie akzeptieren sie schnell. Tierkinder haben in der Regel keine Probleme miteinander.

 

Nr. 16 - Vererbt?

Haltungsbedingungen und Einfluss von Menschen prägen das Verhalten junger Katzen bis zum dritten Lebensjahr mehr, als die von den Eltern ererbten Eigenschaften. So eine englische Untersuchung, die Wurfgeschwister ab vier Wochen beobachtete. Nach zwei Jahren waren aus frechen Katzen scheue geworden und umgekehrt.

Das beste Alter, eine Jungkatze ins Haus zu nehmen, liegt zwischen der zwölften und sechszehnten Lebenswoche. Doch keine Angst, bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sind unsere Samtpfoten immer noch sehr offen für Neues.

 

Nr. 15 - Lieblingstier Katze

Kein anderes Haustier erlebt zur Zeit so einen Boom wie die Katze. An die 7,5 Millionen Samtpfoten schleichen durch 15,3 Prozent der Haushalte - mehr denn je. Dabei sind die geduldeten Katzen auf Bauern- und Reiterhöfen nicht mitgerechnet. So soll die Fangemeinde der Stubentiger um ca. 200.000 pro Jahr wachsen. Mit ein Grund für diese Beliebtheit dürfte die wachsende Zahl der Singles sein, denn die Katze ist das einzige Haustier, das ohne Probleme tagsüber allein bleiben kann und dessen innere Uhr sich den Bedürfnissen seiner Menschen anpasst, mit denen es lebt. Viel schöner ist es jedoch für eine Wohnungskatze, wenn sie mit einem Artgenossen zusammen leben darf.

 

Nr. 14 - Unbekannte Objekte

Alles Neue erregt das interesse einer gesunden Katze, also auch die Einkaufstüte, die Sie mitbringen, egal ob gefüllt oder leer. Wissenschaftler empfehlen, eine reine Wohnungskatze häufiger mit Neuem zu konfrontieren und bei gründlicher Inspektion in der Nähe zu bleiben, damit sich eine neugierige Samtpfote nicht in Gefahr begibt (Plastiktüten).

Solche Untersuchungen von „unbekannten Objekten“ bedeuten immer auch etwas Stress für die Katze. Jedoch ist dies ein positiver Stress, der Sinne und Psyche stärkt.

 

Nr. 13 - Herbstgrasmilben

Sie sind zwar nicht gefährlich, aber unangenehm und sitzen überall. Wenn Ihre Katze nach draußen darf, wird sie ein Ausgehverbot kaum akzeptieren. Sie kommt oft nach Hause und knabbert unablässig an ihren Beinen. Wenn Sie genau hinsehen, entdecken Sie winzige orangene Pünktchen, die wie Masernflecken aussehen und die Mieze mit Juckreiz quälen.

Mit Sprays, die auch gegen Flöhe helfen, kann man gegen die Milben vorbeugen. Die Parasiten sitzen bevorzugt an Stellen mit wenig Fell. Dabei handelt es sich um Larven. Erwachsene Herbstgrasmilben leben in der Erde. Da sich die Katze ständig kratzt, entzünden sich die befallenen Stellen schnell. Sind nur die Pfoten befallen, sollte man diese einzeln in lauwarmes Wasser tauchen und gut abspülen, das macht den Plagegeistern den Garaus. Bei großflächigem Befall behandelt der Tierarzt mit einem geeigneten Wirkstoff oder verordnet ein Insektizitbad.

Herbstgrasmilben können auch Menschen befallen, werden aber nicht von Katzen übertragen.

 

Nr. 12 - Barthaare

Die Tasthaare der Katze, die aus dem Backenkissen wachsen, sind auch Stimmungssensoren.

Sie helfen ihr nicht nur, sich bei vollständiger Dunkelheit zu orientieren und im toten Winkel liegende Objekte zu ertasten, sie zeigen auch an, in welcher Stimmung sich Ihre Samtpfote befindet. Bei Spannung und Aufmerksamkeit sind sie leicht nach vorn gebogen, bei Gelassenheit seitwärts und nicht gefächert. Katzen, die ihre Schnurrhaare eng an die Wangen pressen, also nach hinten biegen, haben Angst und sind fluchtbereit, oder sie leiden unter starken Schmerzen. Es ist auf jeden Fall ein Alarmzeichen!

 

Nr. 11 - Tierarztbesuch

Wenn Sie mehrere Katzen haben, sollten Sie zu den jährlichen Routine-Untersuchungen oder Impfungen immer alle mit- und wieder nach Hause nehmen. Der Tierarztbesuch lässt nämlich den „Familiengeruch“ verschwinden und die Daheimgebliebene könnten sich auf ihren besten Freund stürzen und ihn bekämpfen, nur weil er nicht mehr vertraut duftet. Muss eine Katze länger beim Tierarzt bleiben, z. B. nach einem Unfall, müssen Sie die Samtpfoten behutsam wieder aneinander gewöhnen. Das dauert von Fall zu Fall unterschiedlich lange.

 

Nr. 10 - Mahlzeiten

Katzen sind Gewohnheitstiere und gewöhnen sich leicht an einen festen Rhythmus für die Futterzeiten. So sollte eine erwachsene Katze zweimal täglich - einmal im Morgengrauen, einmal in der Abenddämmerung - gefüttert werden. Das entspricht dem natürlichen Biorhythmus. Denn Katzen sind ursprünglich Dämmerungsjäger.

Bitte platzieren Sie den Futternapf möglichst weit vom Trinknapf und der Toilette entfernt. Eine frei laufende Katze trinkt immer an einer anderen Stelle, als sie die Beute verzehrt und sucht erst recht entfernte Toilettenplätze auf.

 

Nr. 09 - Zuckerkrank

Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, nimmt bei Heimtieren drastisch zu. Deshalb sollten für Katzenhalter, deren Tiere älter als sieben Jahre sind, die Alarmglocken läuten, wenn sie deutlich mehr Durst als in jungen Jahren haben, manchmal auch Heißhunger abwechselnd mit Futterverweigerung. Ein Todesurteil ist diese Diagnose nicht: Bei sorgsam zusammengestellter Nahrung winken noch viele, schöne Jahre.

Heilbar ist Zucker nicht, deshalb müssen erkrankte Katzen ihr Leben lang eine Diät halten und meistens auch Medikamente nehmen oder eine Spritze bekommen.

 

Nr. 08 - Rituale

Zu den Begrüßungs- und Abschiedsritualen bei einander bekannten Katzen gehört es, kurz Kinn- oder Wangenkontakt aufzunehmen. Dabei mischen sich Geruchsstoffe, die aus den Drüsen nach außen abgegeben werden. Sie erzeugen ein Zusammengehörigkeitsgefühl. In halbwilden Katzenkolonien ist das „Küsschen geben“ auf Kinn und Wange wichtig für den Zusammenhalt untereinander.

Familienkatzen reiben Kinn und Nase als Willkommensgruß oder vor einem Ausflug nach draußen an den Beinen ihrer Menschen und an „ihren“ Möbeln, um Besitzansprüche geltend zu machen.

 

Nr. 07 - Kleine Tyrannen

In den ersten Tagen im neuen Zuhause testen clevere Katzenkinder aus, wie sie die Aufmerksamkeit ihres Menschen auf sich lenken können. Zuerst versuchen sie es mit Mitteln, die schon bei der Mutter Erfolg brachten: Einem kläglichen Miauen, einem lauten Fauchen oder einer Flucht mit gesträubten Haaren. Wenn Sie auf diese Signale unverzüglich eingehen, sind Sie dabei, sich einen Tyrannen zu erziehen. Nur in den ersten sechs Wochen reagiert die Katzenmutter auf solche Hilferufe, danach müssen die Kleinen selber klarkommen. Wer eine redselige Samtpfote haben möchte, sollte in dieser Zeit auf jedes Miau antworten.

 

Nr. 06 - Katze im Bett

Das Bett ihrer geliebten Menschen übt auf viele Katzen magnetische Anziehungskraft aus, auch wenn niemand drin liegt. Für eine menschenbezogene Samtpfote ist der Geruch der Bettwäsche der Inbegriff eines Glück bringenden Duftes. Umso irritierter reagieren viele, wenn das gesuchte Menschen-Aroma auf einmal verschwunden ist, weil das Bett frisch bezogen wurde. Deshalb sollten Sie niemals ihre Betten frisch beziehen, wenn Sie in Urlaub fahren oder Ihre Katze(n) einige Tage allein lassen müssen. Sie nehmen den einsamen Stubentigern sonst ihren größten Trostspender.

 

Nr. 05 - Mäusejäger

Haben Sie gewusst, dass die fleißigsten Mäusefänger unter den Katzen die kastrierten Kater sind? Wissenschaftler haben festgestellt: In wildlebenden Kolonien beschäftigen sich die Kastraten fast den ganzen Tag mit der Jagd, während potente Kater die meiste Zeit mit der Abschreitung und Verteidigung ihres Reviers, Rivalenkämpfen und natürlich der Suche und Eroberung rolliger Kätzinnen verbringen.

In diesen Kolonien sind kastrierte Kätzinnen nicht ganz so fleißige Mäusefänger. Sie verbringen nämlich ihre Zeit auch mit der Pflege fremder Babys, die sie manchmal sogar klauen und verstecken.

 

Nr. 04 - Katzenkräuter

Die meisten Katzen lieben Kräuterkissen, und je nach Füllung können sie anregend oder beruhigend wirken. Wenn Sie zum Beispiel Kamillenblüten, Melisse und Minze mischen, entspannt sich ihre Katze und ruht gern darauf. Catnip, Lavendel und Baldrian erregen sie, und viele Katzen verbeißen sich in ihre Kräuterkissen oder sabbern sie begeistert nass. Wenden Sie jedoch niemals Teebaumöl bei Ihrer Katze an! Was bei Menschen hilft und lindert, kann bei Ihrer Katze Stoffwechselstörungen, Allergien und sogar Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Bestimmt machen Sie Ihrer Mieze eine Freude mit einem mit Katzenminze gefüllten Beutel. Seien Sie aber nicht enttäuscht, es gibt auch Samtpfoten, die die wunderbar duftenden Kräuter nicht interessieren.

 

Nr. 03 - Treteln

Rücksichtsvolle Katzen lassen die Krallen drin, doch die meisten vergessen vor lauter Entzücken ihre guten Manieren. Wenn Katzen während einer Streichelstunde vor Wonne schnurren und dabei rhythmisch ihre Vorderpfoten gegen ihren Menschen drücken, kommen so manchem Zweibeiner regelrecht die Tränen. Das Treteln entspricht exakt dem Milchtritt gegen die Zitzen der Mutter. Viele Katzen machen dabei psychisch eine Reise zurück in ihre Babyzeit. Kein Wunder, wenn die dabei noch leicht sabbern oder schmatzen.

Schwierig für einen Katzenfreund, eine glückliche Samtpfote - mit leider ausgefahrenen, scharfen Krallen - von seinem Schoß zu entfernen; sie wird es nicht verstehen!

 

Nr. 01 - Katzen und ihre Umgebung

Innerhalb ihres Reviers sucht sich jede Katze einen Aussichtspunkt, von dem aus sie den Überblick über ihr Jagdrevier hat. Er wird sogar gepflegt. Mit den Duftdrüsen an den Pfotenballen drückt sie der Liegefläche ihre Geruchsspuren auf. Wenn der Hochsitz auch noch sicher ist, dient er zudem als Fluchtpunkt und Ruhesitz fürs Schläfchen zwischendurch. Nicht nur Freigänger suchen sich in ihrer Umgebung einen solchen Aussichtsturm aus, auch reine Wohnungskatzen schätzen ein gemütliches Lager mit Aussicht ganz oben auf dem Kratzbaum. Deshalb sollte die Schlafmulde auch ganz oben angebracht werden.

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Mittwoch, September 6, 2017 - 19:30
 
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