Ratschläge für (Neu-) Katzenfreunde

Haben Sie sich entschieden, eine Katze - besser sind zwei Katzen - aufzunehmen und verantwortungsvoll und lebenslänglich für sie zu sorgen? Dann möchten wir Ihnen hier einige Informationen geben, damit sich Ihr neuer Liebling schneller einzuleben und den Umzug in das neue Zuhause besser zu verkraften vermag:

Vorbereitungen

Bitte richten Sie in einem Zimmer Ihrer Wohnung einen Futterplatz (Wasser- und Futterschüssel) sowie eine Toilette mit Katzenstreu her, die Toilette sollte weit weg vom Futter stehen. In diesem Zimmer sollte auch ein Kratzbaum aufgestellt und ein Fensterplätzchen eingerichtet werden. Katzen sitzen gerne hoch und schauen zum Fenster hinaus.

Ankunft im neuen Zuhause

Bitte stellen Sie den Transportkorb mit Katze in das vorgesehene Zimmer, öffnen Sie die Tür des Korbes und warten Sie so lange, bis die Katze den Korb verlassen hat. Reden Sie beruhigend auf sie ein. Die Katze wird sich umschauen, alles beschnuppern, untersuchen und sich dann ggf. unter die Couch, den Schrank oder ähnliches verkriechen.

Bitte lassen Sie die Katze einfach in Ruhe, bis sie von ganz alleine auf Sie zukommt. Bitte nicht unter der Couch "hervorziehen"! Katzen wollen gerne selbst bestimmen, wann sie von wem gestreichelt werden wollen.

Bitte reden Sie oft mit Ihrer neuen Katze, damit sie sich an Ihre Stimme gewöhnt. Wiederholen Sie häufig ihren Namen, bis sie zu Ihnen kommt und um Ihre Beine streicht.
Alles braucht seine Zeit. Manchmal geht es aber sehr schnell und der neue feline Bewohner schreitet selbstbewusst umher, als hätte er schon immer in diesem Zimmer gewohnt.

Am nächsten Morgen, wenn Sie dann mit feinem Futter ins Zimmer kommen, wird Ihr neues Familienmitglied sicher schon auf Sie warten. Nach und nach öffnen Sie bitte weitere Räume für ihren Stubentiger.

Soll Ihre Katze später Auslauf bekommen?

Wenn Sie an einer Durchfahrtsstraße wohnen, sollten Sie Ihre katze nicht hinaus lassen. Auch bei 30 km/h kann ein Tier schwer oder tödlich verletzt werden; darüber hinaus halten die meisten Autofahrer die Geschwindigkeitsbbegrenzung nicht ein. Es nützt auch nichts, Ihrer Katze einzuschärfen, dass sie nur hinten in den Garten gehen soll... Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite der Straße! Bitte denken Sie gut nach, bevor Sie diese Entscheidung treffen. Im Zweifelsfall ist ein vernetzter Balkon für die Katze immer das bessere. Ein ideales Leben gibt es in unserer Welt weder für Mensch noch für Tier. Meist mus man Kompromisse schließen, den goldenen Mittelweg wählen. Eine Katze, die eine interessante Wohnung mit lieben Menschen, einen katzensicheren Balkon zum Fernsehen und Fernhören und vielleicht noch einen felinen Spielkameraden hat, wird sicherlich nichts vermissen und lange leben.

Wenn sie wirklich im Grünen wohnen, können Sie es wagen, Ihrer Katze Auslauf zu geben, aber erst, nachdem sie mindenstens 6 Wochen im Haus gehalten wurde.
Wählen Sie nach dieser Karenzzeit einen Regentag; begleiten Sie Ihre Katze in den Garten, reden Sie mit ihr, tragen Sie sie im Arm ein bisschen im Garten herum und danach ins Haus. Am zweiten Tag wieder das gleiche, aber ohne Auf-dem-Arm-nehmen und vor dem Frühstück, d. h. die Katze muss Hunger haben, wenn sie raus darf. Diesmal locken Sie sie bitte nach einem kleinen Spaziergang ins Haus zurück zum vollen Frühstücksteller. Das wirkt Wunder! Sollten Sie tagsüber fort sein, benötigt Ihre Katze immer ein Rückzugsgebiet für evtl. Notfälle (schreiende Kinder, bellende Hunde, Handwerkslärm, Autos, etc.). Sie benötigen eine Katzenklappe oder andere Einstiegsmöglichkeiten, damit die Katze im Notfall ins Haus flüchten kann.

Denken Sie bei Ihrer Entscheidung für Freilauf auch daran, dass Jäger freilaufende Katzen tot schießen dürfen, wenn sie mehrere hundert Meter von einer Wohnsiedlung herumlaufen, dass es Tierquäler gibt, dass Rattengift in Feld und Flur ausgelegt sein kann. Es lauern im Freien vielfältige Gefahren!

Jungkätzchen dürfen vor der Kastration überhaupt nicht ins Freie gelassen werde, denn sie verlaufen sich oft, irren dann orientierungslos umher und werden überfahren, weil sie die Gefahren überhaupt nicht kennen oder einschätzen können. Unkastrierte weibliche Kätzchen, die sich verlaufen haben, verwildern und sorgen später für zahlreiche, wilde, unerwünschte Nachkommen...

Für Katzenfans, die über einen eigenen Garten verfügen, kann ein katzensicherer Zaun der goldene Mittelweg zwischen Wohnungshaltung und Freilauf sein. Was beim Bau zu beachten ist, haben wir ausführlich in unserem Beitrag "Projekt Katzengarten" beschrieben.

Noch ein paar Grundsätze

  • Katzen sollen reichlich frisches Wasser trinken. Keine Milch!
  • Katzen mögen eine saubere Toilette; es sind sehr reinliche Tiere.
  • Katzen sind kein Kinderspielzeug! Sie mögen kein Schwanzziehen.
  • Katzen mögen kein Geschrei, keinen Lärm; sie haben ein besseren Gehör als wir Menschen.
  • Macht die Familie Urlaub, bleiben die Katzen am liebsten mit einem zuverlässigen Catsitter zu Hause
  • jeder Transport oder Umzug, ist für die Katze Stress pur!
  • Katzen kosten Geld (jährlicher Tirarzt Check-Up mit evtl. Impfung, Nahrung, Katzenstreu, Kratzbaum, etc.).

Gefahren für das Leben der Katze

  • Einklemmen in Kippfenstern (Strangulation, etc.). Bitte sichern!
  • Stürze aus Fenstern und Balkonen. Bitte sichern!
  • Heiße Herdplatten.
  • Brennende Kerzen, Zigaretten, Bügeleisen.
  • Waschmaschinen: Vor Inbetriebnahme kontrollieren!
  • Offene Klodeckel (hauptsächlich für Kätzchen).
  • Nähnadeln, Drähte, Kunststoffbänder, Plastiktüten, Gummiringe (Verschlucken, Strangulieren, Ersticken, etc.)
  • Wasch-, Putzmittel, Chmikalien, Tabletten.
  • Giftige Zimmerpflanzen: Alpenveilchen, Amaryllis, Aralie, Azaleen, Calla, Christrose, Christusdorn, Clivie, Dickblatt, Diffenbachia (sehr giftig), Drachenbaum, Efeu, Engelstrompete (extrem giftig), Ficus Benjamini, Gummibaum, Hortensie, Hyanzinthe, Korallenbäumchen, Lilien, Narzissen, Nelken, Oleander, Papyrus, Philodendron, Primula, Schleierkraut (in Blumensträußen), Stechapfel, Stechpalme, Tulpen, Wacholder, Weihnachtsstern, Yuccapalme, Zypressenwolfsmilch (Ziergrün in Sträußen)
Am besten beobachten Sie nach dem kauf einer neuen Pflanze die Reaktion Ihrer Katze, knabbert sie daran, bitte gleich verschenken. Auch eine ungiftige Zierplanze ist kein Katzenfutter, stattdessen spendieren Sie Ihren Lieblingen lieber Katzengras. Grünlilien sind als Zimmerschmuck empfehlenswert.

Impfungen

  Katzenseuche/Katzenschnupfen Tollwut/Freigänger
1. Impfung 7. – 8. Lebenswoche ab 3. Monat
2. Impfung 4 Wochen später  
Wiederholungsimpfung nach 1 Jahr jeweils  nach 4 Jahren jeweils
     
Entwurmung   halbjährlich bei Freigängern
Zahn-Check-up

anlässlich der jährlichen Wiederholungsimpfung


Pressemitteilungen

Termine

Mittwoch, September 6, 2017 - 19:30
 
Mitglied im Deutschen Tierschutzbund

Mitglied im Deutschen Tierschutzbund